Wie oft kann man eine Gürtelrose bekommen? Risiko einfach erklärt

Veröffentlicht am 27.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Die meisten Menschen erkranken im Leben nur einmal an Gürtelrose. Eine erneute Erkrankung ist aber möglich: Schätzungen gehen davon aus, dass etwa jeder zehnte Betroffene ein zweites Mal Gürtelrose bekommt, bei stark geschwächtem Immunsystem sind auch mehrere Rezidive denkbar. Mit dem Alter und bestimmten Vorerkrankungen steigt dieses Risiko deutlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Studien schätzen das Risiko für eine zweite Gürtelrose auf etwa 5 bis 10 Prozent.
  • Bei stark geschwächtem Immunsystem sind zwei bis drei Rezidive im Leben möglich.
  • Alter, Stress und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen eine erneute Erkrankung.
  • Die STIKO empfiehlt die Impfung ab 60 Jahren, bei Vorerkrankungen bereits ab 50.

Was Gürtelrose auslöst

Gürtelrose entsteht durch dasselbe Virus, das im Kindesalter Windpocken verursacht, das Varizella-Zoster-Virus. Nach überstandenen Windpocken bleibt das Virus lebenslang in den Nervenknoten des Körpers verborgen. Lässt die Kontrolle des Immunsystems über das Virus nach, kann es entlang eines Nervs erneut aktiv werden und den typischen, meist einseitigen und gürtelförmigen Hautausschlag mit Bläschen auslösen.

Wie oft kommt eine zweite Gürtelrose vor?

Fachquellen nennen unterschiedliche Werte für das Rezidivrisiko, weil Studienpopulationen sich unterscheiden. Manche Untersuchungen gehen davon aus, dass etwa jeder zehnte Gürtelrose-Patient ein zweites Mal erkrankt, wovon wiederum jeder vierte einen dritten Ausbruch erlebt. Andere Auswertungen kommen auf eine niedrigere Rezidivrate von unter sechs Prozent. Bei gesunden Menschen liegt die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Erkrankung innerhalb von zwei Jahren nach der ersten Gürtelrose bei unter zwei Prozent.

Personengruppe Ungefähres Rezidivrisiko
Gesunde Erwachsene Unter 2 Prozent in 2 Jahren
Durchschnittliche Patienten insgesamt Geschätzt 5 bis 10 Prozent im Leben
Stark geschwächtes Immunsystem Mehrere Rezidive möglich

Kurzantwort: Eine zweite Gürtelrose ist möglich, aber deutlich seltener als der erste Ausbruch, das Risiko liegt je nach Studie bei etwa 5 bis 10 Prozent.

Wer besonders gefährdet ist

Mit steigendem Alter nimmt das Risiko für Gürtelrose und für ein Rezidiv zu, weil die Immunabwehr gegen das Virus mit den Jahren nachlässt. Bis zum 85. Lebensjahr erkrankt laut Fachliteratur nahezu jeder zweite Mensch mindestens einmal an Gürtelrose. Besonders gefährdet sind zudem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch eine HIV-Infektion, eine Krebserkrankung, eine Organtransplantation oder Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Auch chronischer Stress, Schlafmangel und ein unregelmäßiger Lebensstil gelten als begünstigende Faktoren.

Mögliche Komplikationen

Die gefürchtetste Folgeerscheinung ist die postherpetische Neuralgie, ein lang anhaltender Nervenschmerz im betroffenen Hautareal, der auch nach Abheilung des Ausschlags bestehen bleibt. Sie betrifft schätzungsweise jeden zehnten Gürtelrose-Patienten, bei älteren Menschen deutlich häufiger als bei jüngeren. Tritt die Gürtelrose im Gesicht auf, etwa in der Nähe des Auges, drohen zusätzlich Seh- oder Hörprobleme, weshalb hier eine rasche ärztliche Behandlung besonders wichtig ist.

Kurzantwort: Am meisten gefährdet für Gürtelrose und ein Rezidiv sind ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Impfung als Schutz vor erneuter Erkrankung

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Gürtelrose-Impfung allen Erwachsenen ab 60 Jahren als Standardimpfung. Menschen ab 50 Jahren mit bestimmten chronischen Erkrankungen, etwa Asthma, einer koronaren Herzkrankheit, COPD oder rheumatoider Arthritis, sollten sich laut Empfehlung bereits früher impfen lassen, weil ihr Immunsystem stärker gefordert ist. Die verwendeten Totimpfstoffe senken das Risiko für einen ersten Ausbruch und für ein Rezidiv deutlich und schützen zusätzlich vor der postherpetischen Neuralgie.

Was im Alltag das Risiko senkt

Neben der Impfung helfen ein stabiler Schlafrhythmus, eine ausgewogene Ernährung und der bewusste Umgang mit Stress, das Immunsystem zu stärken. Wer bereits einmal an Gürtelrose erkrankt war, sollte erste Anzeichen wie ein brennendes, einseitiges Hautgefühl ernst nehmen und frühzeitig ärztlichen Rat suchen, weil eine früh begonnene Behandlung den Verlauf mildern und Komplikationen vorbeugen kann.

Behandlung im akuten Fall

Bei einem akuten Ausbruch verordnen Ärztinnen und Ärzte in der Regel ein virushemmendes Medikament, das die Vermehrung des Virus bremst und den Verlauf abkürzt. Wichtig ist der frühe Beginn, idealerweise innerhalb der ersten drei Tage nach dem Auftreten der Hautveränderungen. Die genaue Dosierung und Dauer legt ausschließlich die behandelnde Praxis fest, weil sie von Alter, Lokalisation und Begleiterkrankungen abhängt. Zusätzlich lindern kühlende Umschläge und juckreizstillende Mittel aus der Apotheke die Beschwerden auf der Haut, während starke Schmerzen eine gezielte Schmerztherapie erfordern können.

Fazit

Eine zweite Gürtelrose ist selten, aber keineswegs ausgeschlossen, besonders im höheren Alter oder bei geschwächter Abwehr. Die Impfung ab 60 Jahren, beziehungsweise ab 50 bei Vorerkrankungen, senkt das Risiko für einen erneuten Ausbruch spürbar und gilt als wirksamster Schutz vor der Erkrankung und ihren möglichen Spätfolgen.

FAQ – Häufige Fragen

Kann man mehr als einmal Gürtelrose bekommen?

Ja, ein Rezidiv ist möglich, betrifft aber schätzungsweise nur 5 bis 10 Prozent der Betroffenen.

Wie hoch ist das Risiko für eine zweite Gürtelrose?

Studien nennen unterschiedliche Werte zwischen unter 2 und etwa 10 Prozent, abhängig vom Immunstatus.

Was löst eine erneute Gürtelrose aus?

Ein geschwächtes Immunsystem, Alter, Stress und bestimmte Erkrankungen begünstigen eine Reaktivierung.

Ab welchem Alter empfiehlt die STIKO die Impfung?

Ab 60 Jahren für alle, ab 50 Jahren bereits für Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Schützt eine überstandene Gürtelrose vor einer erneuten Erkrankung?

Nur teilweise, ein gewisser Schutz besteht, ein Rezidiv bleibt aber möglich.

Was ist eine postherpetische Neuralgie?

Ein anhaltender Nervenschmerz nach Gürtelrose, der bei etwa jedem zehnten Patienten auftritt.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Direkt nicht wie eine Erkältung, aber Kontakt mit den Bläschen kann bei Ungeimpften Windpocken auslösen.

Welche ersten Anzeichen deuten auf Gürtelrose hin?

Ein brennendes, einseitiges Hautgefühl, oft gefolgt von Rötung, Schwellung und Bläschen entlang eines einzelnen Nervs.

Hilft ein gesunder Lebensstil gegen ein Rezidiv?

Er kann das Immunsystem stärken, ersetzt aber nicht die von der STIKO empfohlene Impfung.

Wo lasse ich mich gegen Gürtelrose impfen?

Hausärztliche Praxen und viele Fachärztinnen und Fachärzte bieten die von der STIKO empfohlene Impfung an.

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Quellen

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