Was Sie vor Fahrtantritt prüfen sollten: Checkliste fürs Auto

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Vor Fahrtantritt prüft die fahrzeugführende Person Sicht, Beleuchtung, Reifen, Ladung und Sitzposition. Nach dem Start folgen die Warnleuchten im Cockpit. Der Rundgang dauert etwa eine Minute und beugt Pannen sowie Bußgeldern vor.

Kurzantwort: Vor der Fahrt gehören ein Rundgang ums Auto, freie Scheiben, funktionierende Lichter, ausreichend Reifenprofil, gesicherte Ladung und angelegte Gurte auf die Liste. Die Verantwortung liegt laut § 23 StVO beim Fahrer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Rundgang ums Auto dauert etwa 60 Sekunden.
  • Das Reifenprofil muss mindestens 1,6 Millimeter tief sein.
  • Ladung darf auch bei Vollbremsung nicht verrutschen.
  • Gurte sind während der Fahrt Pflicht.

Warum die Kontrolle vor der Fahrt Pflicht ist

„Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“ So steht es in § 23 der Straßenverkehrs-Ordnung. Dieselbe Norm verlangt, dass Fahrzeug, Ladung und Besetzung vorschriftsmäßig sind und die Kennzeichen gut lesbar bleiben.

Der Gesetzgeber legt die Verantwortung also klar beim Fahrer ab. Wer mit defekten Lichtern oder verrutschter Ladung losfährt, riskiert ein Verwarnungsgeld. Nach einem Unfall kann sich zudem die Haftungsfrage ändern. Die Kontrolle ist deshalb Teil des Fahrens, keine freiwillige Zugabe.

Checkliste: Was Sie vor Fahrtantritt am Auto prüfen sollten

Der Rundgang folgt am besten immer derselben Reihenfolge. So geht keine Station verloren. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Punkte.

Bereich Was prüfen Dauer
Scheiben und Spiegel Sauber, frei von Eis, Laub oder Aufklebern 15 Sekunden
Beleuchtung Abblendlicht, Blinker, Bremslicht, Rückfahrlicht 20 Sekunden
Reifen Sichtprüfung auf Beschädigung, Profil, Druck 20 Sekunden
Kennzeichen Lesbar, nicht verdeckt durch Schnee oder Träger 5 Sekunden
Ladung Gesichert, Sicht nach hinten frei 20 Sekunden
Unterboden Pfützen oder Flecken unter dem Fahrzeug 5 Sekunden

Wer täglich fährt, erledigt vieles im Vorbeigehen. Vor langen Strecken lohnt sich mehr Zeit. Dann kommen Reifendruck, Ölstand und Scheibenwaschwasser dazu.

Reifen und Profiltiefe vor der Fahrt prüfen

Reifen sind die einzige Verbindung zur Straße. Nach § 36 StVZO muss das Hauptprofil am ganzen Umfang mindestens 1,6 Millimeter tief sein. Als Hauptprofil gelten die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche. Die Angabe deckt sich mit der Beschreibung im Wikipedia-Artikel zum Reifenprofil.

Eine Sichtprüfung zeigt Risse, Beulen und eingefahrene Fremdkörper wie Nägel. Der Reifendruck lässt sich mit dem Messgerät an der Tankstelle prüfen. Gemessen wird am kalten Reifen. Die Sollwerte nennt der Hersteller, meist auf einem Aufkleber im Türrahmen oder in der Tankklappe.

Sicht, Licht und Kennzeichen kontrollieren

Alle Scheiben müssen frei sein. Im Winter genügt ein kleines Guckloch in der Frontscheibe nicht. Auch die Seitenfenster und der Heckbereich gehören freigekratzt. Die Spiegel werden vor der Fahrt so eingestellt, dass der tote Winkel möglichst klein bleibt.

Beim Licht hilft ein zweiter Mensch, der Bremslicht und Blinker am Heck beobachtet. Wer allein ist, nutzt eine Schaufensterfläche oder einen Torspiegel. Laut § 23 StVO müssen vorgeschriebene Beleuchtungseinrichtungen an Kraftfahrzeugen auch am Tag vorhanden und betriebsbereit sein. Das Kennzeichen muss stets gut lesbar bleiben. Schnee, Schmutz oder ein Fahrradträger können es verdecken.

Kurzantwort: Mindestens 1,6 Millimeter Profil, freie Scheiben, lesbares Kennzeichen und funktionierende Lichter sind die Punkte, die Kontrollen am häufigsten beanstanden.

Ladung sichern und Gepäck richtig verstauen

Nach § 22 StVO ist die Ladung so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutscht, umfällt, hin- und herrollt oder herabfällt. Das gilt für den Kofferraum genauso wie für das Dach.

Praktische Regeln helfen im Alltag. Schwere Gegenstände liegen unten und nah an der Rückbank. Kleinteile kommen in Boxen oder Netze. Lose Gegenstände auf der Hutablage werden bei einer Vollbremsung zu Geschossen. Fahrzeug und Ladung dürfen zusammen nicht höher als 4 Meter sein.

Gurt, Sitz und Kinder vor dem Losfahren richten

Sicherheitsgurte müssen laut § 21a StVO während der Fahrt angelegt sein. Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr und unter 150 Zentimetern Körpergröße dürfen nur mit einem passenden Rückhaltesystem mitfahren. Das regelt § 21 StVO.

Vor dem Anfahren stimmen Fahrer den Sitz ein. Die Kopfstütze schließt etwa auf Höhe der Augen ab. Spiegel werden erst danach justiert, weil sich mit dem Sitz auch der Blickwinkel verändert.

Warnleuchten und Betriebsstoffe nach dem Start

Nach dem Motorstart leuchten kurz mehrere Kontrollleuchten auf und erlöschen dann. Bleibt eine an, gilt eine einfache Farbregel. Rot bedeutet Gefahr, anhalten und Ursache klären. Gelb oder Orange bedeutet einen Hinweis, der bald in die Werkstatt gehört. Grün und blau melden nur aktive Funktionen.

Vor längeren Fahrten lohnt der Blick auf Ölstand, Kühlmittel und Waschwasser. Wie oft Öl nachgefüllt werden muss, erklärt dieser Beitrag zum Ölstand. Bei Auffälligkeiten am Motor hilft die Frage, ob man mit defektem Turbolader weiterfahren darf.

Persönliche Fahrtauglichkeit und Dokumente prüfen

Auch der Fahrer gehört zur Kontrolle. Müdigkeit, Medikamente und Alkohol vom Vorabend beeinträchtigen die Reaktion. Nach § 23 Absatz 1a StVO darf ein Handy nicht aufgenommen oder gehalten werden. Navigation und Musik sollten daher vor dem Anfahren eingestellt sein.

Der Führerschein muss mitgeführt werden. Was bei einer Fahrt ohne Fahrerlaubnis droht, steht im Beitrag über Fahren ohne Führerschein. Wer wissen will, welches Datum auf der Karte zählt, findet Antworten zum Erteilungsdatum des Führerscheins.

Fazit

Die Kontrolle vor Fahrtantritt kostet wenig Zeit und bringt viel Sicherheit. Sicht, Licht, Reifen, Ladung und Gurte gehören auf jede Liste. Warnleuchten nach dem Start runden den Check ab. Wer die Routine pflegt, fährt entspannter und erfüllt die Pflichten aus der StVO ohne Mühe.

FAQ – Häufige Fragen

Was sollte man vor jeder Autofahrt prüfen?

Sicht, Beleuchtung, Reifen, Ladung, Sitz- und Spiegeleinstellung sowie Gurte. Dazu kommen die Warnleuchten nach dem Motorstart und ein Blick auf Tankinhalt oder Akkustand.

Muss ich als Fahrer das Fahrzeug wirklich kontrollieren?

Ja. Nach § 23 StVO ist die fahrzeugführende Person dafür verantwortlich, dass Fahrzeug, Ladung und Besetzung vorschriftsmäßig sind. Das gilt auch für Leihwagen und Firmenfahrzeuge.

Wie tief muss das Reifenprofil mindestens sein?

Das Gesetz verlangt mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe über den ganzen Umfang des Hauptprofils. Für Winter und Nässe empfehlen Fachleute deutlich mehr.

Wie oft sollte der Reifendruck kontrolliert werden?

Ein Check alle zwei bis vier Wochen und vor jeder langen Reise ist üblich. Gemessen wird am kalten Reifen, die Sollwerte stehen meist in der Tankklappe oder im Türrahmen.

Was tun, wenn nach dem Start eine Warnleuchte brennt?

Zuerst die Farbe beachten. Rot heißt anhalten und Ursache klären. Gelb oder orange verlangt einen baldigen Werkstattbesuch. Im Zweifel hilft das Handbuch.

Muss die Frontscheibe auch bei Frost komplett frei sein?

Ja. Die Sicht darf nicht beeinträchtigt sein. Ein kleines Guckloch reicht nicht, Bußgelder und Ärger mit der Versicherung drohen.

Darf das Handy während der Fahrt in der Hand liegen?

Nein. Ein Gerät darf nicht aufgenommen oder gehalten werden. Erlaubt sind Sprachsteuerung und eine kurze Blickzuwendung nach § 23 Absatz 1a StVO.

Welche Pflichtausrüstung gehört ins Auto?

Verbandkasten und Warndreieck sind Pflicht. Eine Warnweste ist für private Pkw in Deutschland nicht vorgeschrieben, in vielen Nachbarländern aber schon. Sie gehört griffbereit in den Innenraum.

Wie wird die Ladung richtig gesichert?

Schwere Dinge gehören nach unten und möglichst nah an die Rückbank. Nach § 22 StVO darf nichts verrutschen, umfallen oder herabfallen, auch nicht bei einer Vollbremsung.

Was gilt für Kinder im Auto?

Kinder unter zwölf Jahren und unter 150 Zentimetern Körpergröße brauchen ein passendes Rückhaltesystem. Das regelt § 21 StVO.

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Quellen

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