Wie viel Bar auf Fahrradreifen? Reifendruck nach Radtyp

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Wie viel Bar auf den Fahrradreifen gehört, hängt vor allem von der Reifenbreite ab. Rennräder mit schmalen Reifen fahren mit 6 bis 7 bar. Trekking- und Cityräder liegen meist bei 3 bis 4,5 bar. Mountainbikes brauchen nur rund 2 bar. Die Grenzen für den eigenen Reifen stehen immer auf der Reifenflanke.

Das Wichtigste in Kürze

  • Je breiter der Reifen, desto weniger Druck braucht er
  • Rennrad 6 bis 7 bar, Trekkingrad 3 bis 4,5 bar, MTB etwa 2 bar
  • Pro Kilogramm über 75 kg rund 1 Prozent mehr Druck
  • Hinten etwas mehr Luft als vorne, weil dort mehr Gewicht lastet

Reifendruck-Tabelle für das Fahrrad

Die Werte gelten laut ADAC für eine Person mit 75 Kilogramm Körpergewicht. Sie sind Richtwerte und ersetzen nicht die Angaben auf dem Reifen.

Fahrradtyp Reifenbreite Vorne Hinten
Rennrad 25 mm 7,0 bar 7,2 bar
Rennrad 28 mm 6,0 bar 6,2 bar
Gravelbike 35 mm 4,5 bar 4,7 bar
Trekkingrad 35 mm 4,5 bar 4,7 bar
Trekkingrad 40 mm 4,0 bar 4,2 bar
Trekkingrad 50 mm 3,0 bar 3,2 bar
Mountainbike 2,3 Zoll 2,0 bar 2,2 bar
Mountainbike 2,5 Zoll 1,8 bar 2,0 bar

Kurzantwort: Ein normales Trekking- oder Cityrad mit 40 Millimeter breiten Reifen braucht etwa 4 bar vorne und 4,2 bar hinten. Rennräder brauchen 6 bis 7 bar, Mountainbikes rund 2 bar.

Reifendruck beim Kinderfahrrad und E-Bike

Kinder wiegen weniger. Deshalb reicht bei ihnen weniger Druck. Fahrrad XXL nennt folgende Richtwerte:

  • 12 bis 16 Zoll: 2,0 bis 2,5 bar
  • 20 Zoll: 2,5 bis 3,0 bar
  • 24 Zoll: 3,0 bis 3,5 bar

Bei E-Bikes und Pedelecs kommt das Gewicht von Motor und Akku dazu. Der ADAC empfiehlt, etwa 10 Prozent auf den Richtwert aufzuschlagen. Fahrrad XXL rechnet mit rund 0,5 bar mehr. Beide Wege führen zu ähnlichen Werten.

Den richtigen Druck selbst anpassen

Die Tabelle ist ein Startpunkt. Den besten Wert findet man durch kleine Anpassungen.

  • Körpergewicht: Pro Kilogramm über 75 Kilogramm steigt der Druck um etwa 1 Prozent. Leichtere Personen ziehen entsprechend ab.
  • Gepäck: Mit vollen Packtaschen darf hinten etwas mehr Luft hinein.
  • Untergrund: Auf Schotter und Waldwegen hilft weniger Druck beim Grip. Auf glattem Asphalt rollt mehr Druck leichter.
  • Nässe: Bei Regen verbessert ein leicht reduzierter Druck die Haftung.

Ein Rechenbeispiel: Eine Person mit 85 Kilogramm fährt ein Trekkingrad mit 40 Millimeter Reifen. Sie liegt zehn Kilogramm über dem Richtwert. Das ergibt etwa 10 Prozent mehr Druck. Aus 4,0 bar vorne werden rund 4,4 bar, aus 4,2 bar hinten etwa 4,6 bar.

Was auf der Reifenflanke steht

Auf jedem Fahrradreifen stehen ein Mindest- und ein Höchstdruck. Oft ist er in bar und in PSI angegeben. Der ADAC betont: Diese Grenzen sind bindend, vor allem der Höchstwert. Auch die Felge hat einen maximalen Druck. Er kann niedriger liegen als der des Reifens. Dann gilt der kleinere Wert.

Daneben steht die Reifengröße nach ETRTO. Die Angabe 40-622 bedeutet zum Beispiel 40 Millimeter Breite und 622 Millimeter Felgendurchmesser. Das entspricht einem 28-Zoll-Reifen.

Bar und PSI umrechnen

Viele Pumpen zeigen PSI statt bar an. Die Umrechnung ist einfach: 1 bar entspricht rund 14,5 PSI.

bar PSI (gerundet)
2,0 29
3,0 44
4,0 58
5,0 73
6,0 87
7,0 102

Eine ausführliche Umrechnung eines Beispielwerts zeigt unser Beitrag zu 36 PSI in Bar.

Kurzantwort: 1 bar entspricht etwa 14,5 PSI. 4 bar sind also rund 58 PSI, 7 bar etwa 102 PSI.

Wie oft sollte man den Reifendruck prüfen?

Luft entweicht auch aus dichten Schläuchen. Laut ADAC verliert ein Fahrradschlauch im Schnitt etwa 1 bar pro Monat. Wer regelmäßig fährt, prüft den Druck deshalb alle zwei bis vier Wochen. Vor längeren Touren gehört ein Check dazu.

Der Daumentest ist ungenau. Zuverlässig messen nur Pumpen mit Manometer, zum Beispiel Standpumpen. Zu wenig Luft erhöht den Rollwiderstand und das Risiko für Durchschläge. Zu viel Luft macht das Rad unruhig und verringert den Grip.

Schritt für Schritt: Reifen richtig aufpumpen

  1. Ventilart prüfen und den passenden Pumpenkopf wählen.
  2. Ventilkappe abschrauben. Beim Sclaverand-Ventil die Rändelmutter lösen und kurz antippen.
  3. Pumpenkopf gerade aufsetzen und den Hebel schließen.
  4. Pumpen, bis das Manometer den gewünschten Wert zeigt.
  5. Pumpenkopf zügig abziehen, Mutter zudrehen, Kappe aufsetzen.
  6. Zum Schluss den Druck am zweiten Reifen genauso einstellen.

Ventilarten am Fahrrad

  • Autoventil (Schrader): Passt an Tankstellen-Kompressoren. Häufig an Kinder- und Mountainbikes.
  • Sclaverand (Presta, französisches Ventil): Schmal und für hohen Druck gebaut. Vor dem Pumpen die kleine Rändelmutter aufdrehen.
  • Dunlop (Blitzventil): Verbreitet an älteren City- und Hollandrädern. Mit vielen einfachen Pumpen lässt sich hier kein Druck ablesen.

Fazit

Wie viel Bar auf den Fahrradreifen gehört, bestimmen Reifenbreite, Gewicht und Untergrund. Rennräder brauchen 6 bis 7 bar, Trekkingräder 3 bis 4,5 bar und Mountainbikes rund 2 bar. Die Grenzwerte auf der Reifenflanke haben immer Vorrang. Mit einer Standpumpe mit Manometer und einem Check alle paar Wochen bleibt der Druck im richtigen Bereich.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viel Bar gehören auf ein normales Fahrrad?

Bei Trekking- und Cityrädern meist 3 bis 4,5 bar, je nach Reifenbreite.

Wie viel Bar braucht ein Rennrad?

Mit 25 Millimeter Reifen etwa 7 bar, mit 28 Millimeter etwa 6 bar.

Wie viel Bar braucht ein Mountainbike?

Bei 2,3 bis 2,5 Zoll breiten Reifen etwa 1,8 bis 2,2 bar.

Wie viel Bar braucht ein Kinderfahrrad?

Je nach Größe 2,0 bis 3,5 bar, bei 20 Zoll etwa 2,5 bis 3,0 bar.

Wie viel Bar braucht ein E-Bike?

Rund 10 Prozent mehr als ein gleiches Rad ohne Motor.

Warum hinten mehr Druck als vorne?

Auf dem Hinterrad lastet mehr Gewicht von Person und Gepäck.

Wie viel PSI sind 4 bar?

Etwa 58 PSI.

Wo steht der richtige Reifendruck?

Auf der Reifenflanke als Mindest- und Höchstwert.

Wie oft sollte man Fahrradreifen aufpumpen?

Alle zwei bis vier Wochen prüfen. Ein Schlauch verliert rund 1 bar pro Monat.

Was passiert bei zu wenig Luft im Reifen?

Das Rad rollt schwerer, und der Schlauch kann bei Kanten durchschlagen.

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Quellen

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