Inhalt
Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Welche Länder haben Atombomben? Neun Staaten besitzen Kernwaffen: die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel. Zusammen verfügen sie laut dem Friedensforschungsinstitut SIPRI über rund 12.200 Sprengköpfe. Fast 90 Prozent davon gehören den USA und Russland.
Kurzantwort: Neun Länder haben Atomwaffen. Fünf davon gelten im Atomwaffensperrvertrag als offizielle Atommächte, vier weitere entwickelten ihre Waffen außerhalb des Vertrags.
Das Wichtigste in Kürze
- Neun Staaten besitzen Atomwaffen.
- Russland und die USA halten fast 90 Prozent aller Sprengköpfe.
- Deutschland hat keine eigenen Atomwaffen.
- China baut sein Arsenal derzeit am schnellsten aus.
Diese Länder haben Atomwaffen: die Liste der neun Atommächte
Die Zahlen stammen aus dem SIPRI-Jahrbuch 2025 und beschreiben den Stand Anfang 2025. Es sind Schätzungen, denn die meisten Staaten halten ihre Bestände geheim. Der Gesamtbestand liegt bei etwa 12.241 Sprengköpfen. Davon gelten rund 9.600 als möglicherweise einsatzbereit.
| Land | Sprengköpfe (geschätzt) | Erster Test |
|---|---|---|
| Russland | ca. 5.459 | 1949 (Sowjetunion) |
| USA | ca. 5.177 | 1945 |
| China | ca. 600 | 1964 |
| Frankreich | ca. 290 | 1960 |
| Großbritannien | ca. 225 | 1952 |
| Indien | ca. 180 | 1974 |
| Pakistan | ca. 170 | 1998 |
| Israel | ca. 90 | nicht bestätigt |
| Nordkorea | ca. 50 | 2006 |
Die Reihenfolge zeigt ein klares Bild. Zwei Staaten dominieren, dahinter folgt ein großer Abstand. Wer sich für die politischen Folgen interessiert, findet bei Russland und dem NATO-Bündnisfall weitere Hintergründe.
Welche Länder gelten offiziell als Atommächte?
Der Atomwaffensperrvertrag von 1968 erkennt fünf Staaten als Kernwaffenstaaten an. Es sind die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China. Sie hatten vor dem 1. Januar 1967 eine Kernwaffe gezündet. Fast alle anderen Staaten der Welt haben den Vertrag unterschrieben und auf Atomwaffen verzichtet.
Der Vertrag verpflichtet die fünf Atommächte außerdem zur Abrüstung. Ob sie diese Pflicht erfüllen, ist seit Jahrzehnten umstritten. Kritiker verweisen auf die laufenden Modernisierungsprogramme.
Atomwaffenstaaten außerhalb des Sperrvertrags
Vier Länder stehen nicht in der offiziellen Liste. Indien und Pakistan haben den Vertrag nie unterzeichnet. Beide testeten 1998 Atomwaffen und stehen sich als Nachbarn bis heute gegenüber. Israel hat ebenfalls nicht unterschrieben. Die Regierung äußert sich zu ihren Waffen nicht offiziell.
Nordkorea trat 2003 aus dem Vertrag aus. Der erste Test folgte im Oktober 2006. Seitdem baut das Land sein Programm aus. Das Land hat nach Schätzungen etwa 50 Sprengköpfe.
Kurzantwort: Deutschland hat keine eigenen Atombomben. Auf deutschem Boden lagern aber US-Waffen, die im Rahmen der nuklearen Teilhabe der NATO stationiert sind.
Hat Deutschland Atombomben? Nukleare Teilhabe erklärt
Deutschland hat den Atomwaffensperrvertrag ratifiziert und besitzt keine eigenen Kernwaffen. Trotzdem spielt das Land im Bündnis eine Rolle. Bei der nuklearen Teilhabe der NATO lagern US-Bomben in Europa. Im Ernstfall könnten Flugzeuge der jeweiligen Luftwaffe sie ins Ziel bringen. Die Entscheidung über den Einsatz läge bei den USA.
Auch Belgien, Italien und die Niederlande nehmen an diesem Modell teil. Die Türkei gilt ebenfalls als Standort. Zur Rolle des Bündnisses passt ein Blick auf die Frage, was bei einem US-Austritt aus der NATO passiert.
Wie viele Atombomben gibt es weltweit und wie verändert sich der Bestand?
Den Höhepunkt erreichte der Bestand im Kalten Krieg mit deutlich über 60.000 Sprengköpfen. Seither ist die Zahl stark gesunken. Der Rückgang geht vor allem auf USA und Russland zurück. Sie bauen ausgemusterte Sprengköpfe ab.
Nach SIPRI wird dieser Abbau jedoch langsamer. Bald könnten neue Sprengköpfe schneller entstehen, als alte verschwinden. Alle neun Atommächte modernisieren ihre Arsenale. China hat seinen Bestand innerhalb eines Jahres von etwa 500 auf bis zu 600 Sprengköpfe erhöht. Dazu kommt ein Blick auf die Größenverhältnisse: Ein Flächenstaat wie Russland hat viel Raum für Abschussbasen.
Welche Länder hatten früher Atomwaffen oder wollen sie haben?
Südafrika baute in den 1980er Jahren sechs Atombomben und gab sie freiwillig wieder auf. Belarus, Kasachstan und die Ukraine erbten nach dem Ende der Sowjetunion sowjetische Waffen. Sie gaben sie an Russland ab.
Der Iran gilt als Streitfall. Das Land besitzt nach den vorliegenden Einschätzungen keine Atomwaffen. Sein Atomprogramm steht aber seit Jahren im Mittelpunkt internationaler Verhandlungen und Kontrollen.
Atombomben und Weltordnung: Warum die Zahlen wichtig sind
Ein Blick auf die Liste zeigt: Nur ein kleiner Kreis von Ländern kann die Welt in eine Katastrophe stürzen. Ein Staat mit vielen Sprengköpfen ist nicht automatisch gefährlicher. Entscheidend sind Doktrin, Kommunikation und politische Kontrolle. Auch ein Überblick über die Zahl der Staaten weltweit zeigt, wie klein der Kreis der Atommächte ist. Neun von rund 195 Staaten besitzen Atomwaffen.
Fazit
Neun Länder haben Atombomben. Russland und die USA besitzen den Löwenanteil, China wächst am schnellsten. Deutschland verzichtet auf eigene Waffen und nimmt an der nuklearen Teilhabe der NATO teil. Die Zahlen sind Schätzungen, weil Staaten ihre Bestände geheim halten. Für aktuelle Werte lohnt der Blick in das jährliche SIPRI-Jahrbuch.
FAQ – Häufige Fragen
Wie viele Länder haben Atombomben?
Neun Staaten besitzen Atomwaffen. Das sind die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel.
Welches Land hat die meisten Atombomben?
Russland führt die Liste mit rund 5.459 Sprengköpfen an, knapp vor den USA mit rund 5.177 (SIPRI, Anfang 2025).
Hat Deutschland Atombomben?
Nein. Deutschland besitzt keine eigenen Atomwaffen und hat im Atomwaffensperrvertrag darauf verzichtet. Über die nukleare Teilhabe lagern aber US-Waffen auf deutschem Boden.
Besitzt Israel Atomwaffen?
Israel bestätigt es nicht und dementiert es nicht. Fachleute gehen von rund 90 Sprengköpfen aus.
Hat der Iran Atombomben?
Nach den vorliegenden Einschätzungen besitzt der Iran keine Atomwaffen. Sein Atomprogramm steht aber seit Jahren unter internationaler Beobachtung.
Welches Land hat als erstes eine Atombombe getestet?
Die USA zündeten am 16. Juli 1945 in New Mexico die erste Atombombe. Kurz darauf folgten die Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.
Was regelt der Atomwaffensperrvertrag?
Er erkennt fünf Staaten als Atommächte an und verpflichtet alle anderen Mitglieder zum Verzicht. Die Atommächte sollen zudem abrüsten.
Warum sind Indien und Pakistan nicht im Sperrvertrag?
Beide Staaten haben den Vertrag nie unterschrieben. Sie entwickelten ihre Waffen außerhalb des Abkommens.
Nimmt die Zahl der Atomwaffen weltweit ab?
Die Gesamtzahl sinkt noch leicht, weil USA und Russland alte Sprengköpfe abbauen. Sie bauen aber ihre Arsenale um und China wächst schnell.
Wie stark war die Hiroshima-Bombe?
Sie hatte eine Sprengkraft von rund 13 Kilotonnen TNT. Moderne Sprengköpfe erreichen deutlich höhere Werte.
Quellen

Nico probiert Apps und Geräte aus, bevor er sie empfiehlt, und schreibt über Tastenkürzel, Einstellungen und Abkürzungen im Alltag.
