Wie viele Monde gibt es? Mehr als 400 im Sonnensystem

Aktualisiert am 24.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurz gesagt: Im Sonnensystem sind inzwischen mehr als 400 Monde bestätigt, und die Zahl steigt weiter. Den größten Anteil hat Saturn mit über 270 bestätigten Monden, gefolgt von Jupiter mit rund 95. Die Erde hat genau einen, Merkur und Venus haben keinen.

Warum die Zahl ständig steigt

Die meisten neu entdeckten Monde sind winzige, unregelmäßig geformte Brocken von wenigen Kilometern Durchmesser, die auf weiten und geneigten Bahnen laufen. Sie lassen sich nur mit sehr empfindlichen Teleskopen aufspüren. Jede Verbesserung der Technik führt deshalb zu neuen Funden.

In den letzten Jahren wurden allein bei Saturn und Jupiter jeweils dutzende neue Monde bestätigt. Damit hat sich die Rangfolge zwischen beiden mehrfach umgekehrt. Die Zahl in älteren Büchern ist entsprechend überholt.

Als bestätigt gilt ein Mond erst, wenn seine Bahn über mehrere Beobachtungen hinweg gesichert ist. Vorläufige Kandidaten werden getrennt geführt. Zwischen Entdeckung und Bestätigung liegen oft Jahre.

Die Verteilung im Sonnensystem

Merkur und Venus haben keinen Mond, die Erde einen und der Mars zwei sehr kleine. Die inneren Planeten sind damit ausgesprochen arm an Trabanten. Der Grund liegt in ihrer Nähe zur Sonne und ihrer geringen Masse.

Die äußeren Planeten dagegen haben dutzende bis hunderte Monde, weil sie schwer genug sind, um vorbeikommende Körper einzufangen. Jupiter und Saturn wirken dabei wie Staubsauger. Auch Uranus und Neptun kommen auf dutzende.

Hinzu kommen Monde von Zwergplaneten und Asteroiden. Pluto hat fünf bekannte Monde, von denen Charon so groß ist, dass beide um einen gemeinsamen Punkt außerhalb Plutos kreisen. Manche Asteroiden haben ebenfalls Begleiter.

Der Erdmond

Unser Mond ist im Verhältnis zu seinem Planeten ungewöhnlich groß — kein anderer Planet im Sonnensystem hat einen derart großen Begleiter. Er entstand vermutlich, als ein marsgroßer Körper die junge Erde streifte. Aus den herausgeschleuderten Trümmern bildete sich der Mond.

Er stabilisiert die Neigung der Erdachse und sorgt damit für ein vergleichsweise gleichmäßiges Klima über lange Zeiträume. Ohne ihn würde die Achse stärker schwanken. Für die Entwicklung des Lebens war das vermutlich von Bedeutung.

Der Mond entfernt sich jährlich um wenige Zentimeter von der Erde, was sich durch Laserreflektoren aus den Apollo-Missionen genau messen lässt. Gleichzeitig verlangsamt sich die Erdrotation minimal. Beides hängt über die Gezeiten zusammen.

Die größten Monde

Der größte Mond des Sonnensystems ist Ganymed bei Jupiter, gefolgt von Titan bei Saturn. Beide sind größer als der Planet Merkur. Größe allein macht also noch keinen Planeten.

Titan ist der einzige Mond mit einer dichten Atmosphäre, die überwiegend aus Stickstoff besteht. Auf seiner Oberfläche gibt es Seen aus flüssigem Methan. Eine europäische Sonde landete dort 2005.

Weitere große Monde sind Kallisto, Io und Europa bei Jupiter sowie Triton bei Neptun. Io ist der vulkanisch aktivste Körper des Sonnensystems. Europa besitzt vermutlich einen Ozean unter einer Eiskruste.

Wo die Grenze zum Ring verläuft

Saturns Ringe bestehen aus unzähligen Eis- und Gesteinsbrocken, von Staubkorngröße bis zu mehreren Metern. Ab welcher Größe ein solcher Brocken als Mond gilt, ist nicht eindeutig festgelegt. Die Grenze ist eine Konvention.

Einige kleine Monde laufen innerhalb der Ringe und halten dort durch ihre Schwerkraft Lücken frei. Sie heißen Hirtenmonde. Ohne sie sähen die Ringe deutlich anders aus.

Würde man jeden größeren Brocken zählen, käme man auf Milliarden Objekte. Deshalb werden nur Körper mit gesicherter eigener Bahn als Monde geführt. Auch das ist eine Frage der Definition.

Wie Monde entstehen

Es gibt drei Wege: Ein Mond kann sich zusammen mit dem Planeten aus derselben Scheibe bilden, er kann eingefangen werden, oder er entsteht nach einer Kollision aus Trümmern. Alle drei Fälle sind im Sonnensystem vertreten.

Eingefangene Monde erkennt man an ihren Bahnen: Sie laufen oft geneigt oder sogar rückläufig, also entgegen der Rotationsrichtung des Planeten. Neptuns Triton ist ein bekanntes Beispiel. Er stammt vermutlich aus dem Kuipergürtel.

Die kleinen äußeren Monde von Jupiter und Saturn gelten überwiegend als eingefangene Asteroiden. Ihre Bahnen bilden Gruppen, was auf gemeinsame Ursprungskörper hindeutet. Vermutlich zerbrachen größere Objekte nach dem Einfang.

Monde bei anderen Sternen

Monde um Exoplaneten, sogenannte Exomonde, sind bislang nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Einzelne Kandidaten wurden gemeldet, blieben aber umstritten. Der Nachweis ist technisch deutlich schwieriger als bei Planeten.

Theoretisch sollten Exomonde häufig sein, weil sie im Sonnensystem so verbreitet sind. Ihre Entdeckung gilt als eine der nächsten großen Aufgaben. Neue Teleskope könnten hier den Durchbruch bringen.

Für die Frage nach Leben wären Exomonde bedeutsam, weil auch ein Mond in der habitablen Zone liegen kann. Große Gasplaneten dort könnten Monde mit fester Oberfläche haben. Diese Möglichkeit wird ernsthaft untersucht.

Wo man den Stand nachsieht

Die verbindlichen Zahlen führt die Internationale Astronomische Union, die auch für die Benennung zuständig ist. Neue Monde erhalten zunächst eine vorläufige Bezeichnung aus Jahr und Nummer. Namen folgen später nach festen Regeln.

Für Saturnmonde stammen die Namen überwiegend aus der nordischen, gallischen und Inuit-Mythologie, für Jupitermonde aus der griechischen. Diese Zuordnung ist festgelegt. Sie erleichtert die Einordnung.

Wer eine aktuelle Zahl braucht, sollte den Stand mit Datum angeben. Bei diesem Thema veralten Angaben besonders schnell. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Gesamtzahl mehr als verdoppelt.

Häufige Fragen

Wie viele Monde gibt es im Sonnensystem?

Über 400 bestätigte.

Welcher Planet hat die meisten?

Saturn mit über 270.

Welche Planeten haben keinen Mond?

Merkur und Venus.

Welcher Mond ist der größte?

Ganymed bei Jupiter.

Welcher Mond hat eine Atmosphäre?

Titan bei Saturn.

Wie entstand der Erdmond?

Vermutlich durch eine Kollision.

Gibt es Monde bei anderen Sternen?

Bislang nicht zweifelsfrei nachgewiesen.

Warum steigt die Zahl ständig?

Weil immer kleinere Objekte entdeckt werden.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Von Nico Thalmann, Redaktion frageecke.de. Jede Erklaerung wird an Beispielen geprueft.


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