Was bedeutet LG? Liebe Grüße, Gericht und Marke erklärt

Kurzantwort: LG hat drei geläufige Bedeutungen. Im Chat und in privaten Nachrichten steht LG für „liebe Grüße“, eine Grußformel zum Nachrichtenabschluss. Im deutschen Rechtssystem ist LG die Abkürzung für „Landgericht“, eine Gerichtsinstanz zwischen Amts- und Oberlandesgericht. Als Markenname steht LG für den südkoreanischen Elektronikkonzern, ursprünglich „Lucky Goldstar“.

Zwei Buchstaben, drei komplett verschiedene Bedeutungen: LG kann eine Nachricht freundlich beenden, ein Gericht bezeichnen oder auf dem Fernseher im Wohnzimmer stehen. Alle drei Bedeutungen haben sich unabhängig voneinander entwickelt und nur zufällig dasselbe Kürzel hervorgebracht.

Für dich als Leser ist entscheidend, in welchem Umfeld dir die zwei Buchstaben begegnen: Eine private Nachricht, ein Gerichtsbericht in der Zeitung und ein Werbeprospekt für einen neuen Fernseher führen jeweils zu einer völlig anderen Auflösung – und nur der Zusammenhang verrät dir, welche der drei Lesarten gerade gemeint ist.

Dieser Artikel ordnet alle drei Bedeutungen ein, mit ihrer jeweiligen Herkunft, damit du im passenden Zusammenhang sofort weißt, was gemeint ist.

LG im Chat: Liebe Grüße

Als Chat- und SMS-Abkürzung steht LG für die Abschiedsfloskel „liebe Grüße“ und wird vor allem in privaten E-Mails, Messengern und sozialen Netzwerken zum Abschluss einer Nachricht verwendet. Gesteigerte Varianten sind GLG für „ganz liebe Grüße“ und VLG für „viele liebe Grüße“ – beide drücken eine etwas herzlichere Verabschiedung aus als das einfache LG. In gesprochener Sprache würde niemand „LG“ sagen, die Abkürzung existiert ausschließlich für den geschriebenen, informellen Austausch.

LG steht dabei in einer ganzen Familie ähnlicher Grußformel-Kürzel. „hg“ bedeutet „herzliche Grüße“, „sg“ steht meist für „schöne Grüße“, am Anfang einer Nachricht seltener auch für „sehr geehrte“. Alle diese kurzen Grußformeln gelten als informell und passen eher in private Chats mit Menschen, die man gut kennt, als in offizielle Geschäftskorrespondenz, wo die Grußformel meist ausgeschrieben wird. In einer förmlichen E-Mail an eine Behörde oder eine unbekannte Ansprechperson wirkt ein knappes „LG“ deshalb schnell unpassend flapsig, in einer WhatsApp-Nachricht an Freunde dagegen ist es die Norm.

LG als Gericht: Landgericht

Im Gerichtsaufbau der ordentlichen Gerichtsbarkeit steht das Landgericht zwischen Amtsgericht und Oberlandesgericht. Deutschland hat insgesamt 115 Landgerichte, an denen jeweils Zivil- und Strafkammern gebildet werden. In Zivilsachen ist das Landgericht im Regelfall ab einem Streitwert von über 5.000 Euro als erste Instanz zuständig, außerdem entscheidet es als zweite Instanz über Berufungen gegen Urteile der Amtsgerichte. Jeder Landgerichtsbezirk umfasst mehrere Amtsgerichte, mehrere Landgerichtsbezirke bilden wiederum den Bezirk eines Oberlandesgerichts.

Für Privatpersonen wird das Landgericht vor allem dann relevant, wenn ein Streit vor Gericht landet, bei dem es um eine größere Summe geht, etwa bei einem umfangreichen Kaufvertragsstreit, einem größeren Schadenersatzanspruch oder einer komplexeren Erbschaftsangelegenheit.

Besetzt sind die Landgerichte mit einem Präsidenten, Vorsitzenden Richtern und weiteren Richterinnen und Richtern. In Strafsachen verhandeln je nach Schwere der Tat unterschiedliche Kammern, etwa die große Strafkammer für schwerwiegendere Delikte. Wer also in einem Zeitungsbericht liest, ein Fall werde „vor dem LG“ verhandelt, weiß damit auch grob, wie gewichtig der Fall rechtlich eingestuft wird. In der Abkürzung von Urteilen und Aktenzeichen taucht LG deshalb regelmäßig zusammen mit dem Ort auf, etwa „LG Köln“ oder „LG München I“, um das zuständige Gericht eindeutig zu benennen.

Gegen Entscheidungen des Landgerichts können Beteiligte je nach Fall Berufung oder Revision zum Oberlandesgericht einlegen. Damit ist das Landgericht ein zentraler Baustein im mehrstufigen deutschen Gerichtssystem, das bewusst mehrere Instanzen vorsieht, damit Urteile überprüft werden können, bevor sie endgültig rechtskräftig werden.

LG als Marke: Lucky Goldstar

Der südkoreanische Konzern LG geht auf zwei Unternehmen zurück: Lucky Chemical, gegründet 1947, und GoldStar, gegründet 1958 als Elektroniksparte. 1983 fusionierten beide Firmen zu Lucky-Goldstar. Unter der Marke GoldStar verkaufte das Unternehmen vor allem Unterhaltungselektronik, unter der Marke Lucky Hygieneartikel wie Seife und Zahnpasta. 1995 benannte sich der Konzern offiziell in LG um, um international unter einer einheitlichen, kürzeren Marke aufzutreten.

Heute zählt LG zu den größten südkoreanischen Mischkonzernen und stellt neben Fernsehern und Smartphones auch Haushaltsgeräte, Chemieprodukte und Bauteile für andere Elektronikhersteller her. Von der ursprünglichen Seifenmarke Lucky bis zum heutigen Elektronikkonzern liegen damit fast acht Jahrzehnte Unternehmensgeschichte, die in den zwei Buchstaben LG nur noch indirekt zu erkennen sind.

Aus den beiden ursprünglichen Firmennamen ist bis heute außerdem ein inoffizieller Werbespruch abgeleitet, der LG mit „Life’s Good“ verbindet – ein Slogan, den die australische Landesgesellschaft des Konzerns Ende der 1990er-Jahre entwickelte, um international unter denselben zwei Buchstaben für Optimismus und Lebensqualität zu werben. Seit den frühen 2000er-Jahren gehört „Life’s Good“ fest zur weltweiten Markenkommunikation von LG. Wer die Konzerngeschichte nicht kennt, hält LG deshalb oft fälschlich für eine reine Wortneuschöpfung ohne tiefere Bedeutung, dabei steckt eine jahrzehntelange Firmengeschichte aus Seifenherstellung, Elektronik und einer bewussten Umbenennung dahinter.

Häufige Fragen

Was bedeutet GLG oder VLG?

Gesteigerte Formen von LG: „ganz liebe Grüße“ beziehungsweise „viele liebe Grüße“.

Wie viele Landgerichte gibt es in Deutschland?

115 – von Aachen bis Zweibrücken über das ganze Bundesgebiet verteilt.

Ab welchem Streitwert ist das Landgericht zuständig?

In Zivilsachen im Regelfall ab einem Streitwert von 5.000 Euro als erste Instanz.

Wofür stand LG ursprünglich beim Konzern?

Für „Lucky Goldstar“, entstanden aus der Fusion von Lucky Chemical und GoldStar im Jahr 1983.

Seit wann heißt der Konzern nur noch LG?

Seit der offiziellen Umbenennung im Jahr 1995.

Ist LG immer eine Grußformel?

Nein, die Bedeutung hängt vollständig vom jeweiligen Zusammenhang ab – Chat, Justiz oder Markenname.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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