Was heißt PC? Political Correctness, Gaming und Technik

Kurzantwort: PC heißt je nach Zusammenhang etwas anderes. Im gesellschaftlichen Sprachgebrauch steht PC für „Political Correctness“, eine Haltung gegen diskriminierende Sprache. Im Rollenspiel und in Videospielen heißt PC „Player Character“, also die vom Spieler gesteuerte Figur. Im technischen Alltag ist PC nach wie vor die geläufigste Kurzform für „Personal Computer“.

Ob im Feuilleton, am Spieltisch oder im Elektronikmarkt: PC heißt selten dasselbe. Wer nur eine Bedeutung kennt, versteht in den anderen beiden Zusammenhängen schnell nur Bahnhof – und wundert sich zu Recht, was eine politische Debatte plötzlich mit einer Spielfigur zu tun haben soll.

Dieser Artikel ordnet alle drei geläufigen Bedeutungen ein und erklärt, wie du sie im jeweiligen Zusammenhang auseinanderhältst.

PC im gesellschaftlichen Sprachgebrauch: Political Correctness

Laut Duden bezeichnet Political Correctness eine Haltung, die Ausdrücke und Handlungen ablehnt, durch die jemand wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, sozialer Klasse, Behinderung oder sexueller Orientierung diskriminiert wird. Sprachlich richtet sich der Anspruch vor allem gegen Wörter, die ganze Gruppen pauschal abwerten – etwa veraltete oder diskriminierende Bezeichnungen für Menschen mit Behinderung oder für Minderheiten.

Der Begriff stammt aus dem englischsprachigen Raum und ist politisch umstritten: Befürworter sehen darin respektvolleren Sprachgebrauch, Kritiker eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Beide Seiten der Debatte nutzen die Abkürzung PC, meist im Deutschen synonym mit „politische Korrektheit“. Auffällig ist, dass der Begriff selbst häufig polemisch verwendet wird: „Das ist doch nur PC“ dient in Diskussionen oft dazu, ein Gegenargument als übertrieben rücksichtsvoll abzutun, ohne inhaltlich darauf einzugehen.

Weil der Ausdruck so uneindeutig geworden ist, meiden ihn viele Fachleute inzwischen und sprechen stattdessen konkret von diskriminierungssensibler oder inklusiver Sprache. Wer „PC“ in einem Zeitungsartikel oder einer Talkshow hört, sollte deshalb auf den Kontext achten: Geht es um Wortwahl und Diskriminierung, ist fast immer diese gesellschaftliche Bedeutung gemeint, nicht der Computer.

In der Praxis zeigt sich diese Bedeutung von PC vor allem an konkreten Wortwahl-Entscheidungen: etwa wenn Redaktionen, Behörden oder Unternehmen interne Leitfäden herausgeben, welche Begriffe im Umgang mit bestimmten Gruppen als angemessen gelten und welche vermieden werden sollten. Solche Leitfäden ändern sich mit der Zeit, weil sich gesellschaftliche Vorstellungen von angemessener Sprache immer wieder verschieben.

PC im Rollenspiel: Player Character

In Pen-&-Paper-Rollenspielen, Live-Action-Rollenspielen und Computer-Rollenspielen bezeichnet PC den „Player Character“, auf Deutsch Spielercharakter, oft auch mit SC abgekürzt. Gemeint ist die fiktive Figur, die ein Spieler während der Partie selbst steuert und mit Eigenschaften wie Name, Herkunft, Beruf sowie Attributen wie Stärke oder Intelligenz und daraus abgeleiteten Fertigkeiten ausstattet. Während der Partie beschreiben Spieler die Handlungen ihres PC und versuchen, sich so zu verhalten, wie es die fiktive Figur an ihrer Stelle tun würde.

Der Gegenbegriff dazu ist NPC, kurz für „Non-Player Character“: eine Figur, die von der Spielleitung oder vom Computer gesteuert wird, nicht von einem Mitspieler – etwa ein Händler, ein Wachmann oder ein Gegner. Diese Unterscheidung zwischen PC und NPC gehört zum Grundvokabular jedes Rollenspiels, egal ob am Tisch mit Würfeln oder am Bildschirm in einem digitalen Rollenspiel. In Computerspielen wird die Abkürzung teils zusätzlich verwendet, um die Spielfigur von computergesteuerten Verbündeten oder Begleitern abzugrenzen. Manche Gruppen sprechen statt von PC auch einfach vom „Char“, einer weiteren Kurzform von „Character“, die dasselbe meint.

In manchen Runden spielt eine Gruppe mehrere Spielercharaktere gleichzeitig, etwa wenn ein Mitspieler fehlt und die anderen dessen PC vorübergehend mitsteuern. Wichtig bleibt dabei immer die Unterscheidung, wer eine Figur im eigentlichen Sinn „besitzt“ und über ihre grundlegenden Entscheidungen bestimmt – das bleibt auch bei einer vorübergehenden Übernahme der ursprüngliche Spieler.

Auch in modernen Videospielen mit eigener Charaktererstellung bleibt das Grundprinzip erhalten: Der PC ist die individuell gestaltete Figur, mit der eine spielende Person die Spielwelt erlebt, unabhängig davon, ob es sich um ein klassisches Tischrollenspiel oder ein grafisch aufwendiges Computerspiel handelt.

PC als Personal Computer

Im technischen Alltag bleibt PC vor allem die Kurzform für „Personal Computer“. Geprägt wurde der Begriff maßgeblich durch den IBM Personal Computer von 1981, der wegen seiner offenen Architektur zum Standard für eine ganze Geräteklasse wurde. Vor IBM gab es zwar bereits andere Computer für den Einzelgebrauch, etwa den Apple II von 1977, doch erst der bekannte Markenname IBM verschaffte dem PC den Vertrauensvorschuss, den Unternehmen für eine größere Investition in neue Technik brauchten.

In Stellenanzeigen und Produktbeschreibungen steht PC bis heute meist schlicht für den Computer auf dem Schreibtisch, etwa bei „gute PC-Kenntnisse erwünscht“. Im Unterschied zu Laptop oder Tablet bezeichnet PC dabei meist einen stationären Rechner mit separatem Gehäuse, Bildschirm, Tastatur und Maus, dessen einzelne Bauteile sich bei Bedarf austauschen oder erweitern lassen – ein Vorteil, den mobile Geräte in dieser Form meist nicht bieten.

Häufige Fragen

Was bedeutet PC in einer Diskussion über Sprache?

Meist Political Correctness, eine Haltung gegen diskriminierende Ausdrücke.

Was ist der Unterschied zwischen PC und NPC im Rollenspiel?

PC steht für die vom Spieler selbst gesteuerte Figur, NPC für eine von der Spielleitung oder vom Computer gesteuerte Figur.

Welche Eigenschaften hat ein Spielercharakter?

Meist Name, Herkunft und Beruf sowie Attribute wie Stärke oder Intelligenz und daraus abgeleitete Fertigkeiten, die während des Spiels weiterentwickelt werden können.

Seit wann gibt es den Begriff PC für Computer?

Spätestens seit 1981, als IBM seinen Personal Computer auf den Markt brachte.

Ist Political Correctness gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Es handelt sich um eine gesellschaftliche Haltung und Debatte, keine Rechtsnorm.

Wird PC in Stellenanzeigen anders verwendet?

Ja, dort steht PC meist für „Personal Computer“, etwa bei „gute PC-Kenntnisse“.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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