Inhalt
Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Ein Überführungskennzeichen kostet insgesamt meist zwischen 60 und 180 Euro, zusammengesetzt aus Verwaltungsgebühr, Schilderprägung und einer kurzen Haftpflichtversicherung. Wie teuer es im Einzelfall wird, hängt davon ab, ob man ein Kurzzeitkennzeichen für Fahrten im Inland oder ein Ausfuhrkennzeichen für den Export ins Ausland braucht. Beide Varianten und ihre Preise im Detail zeigt dieser Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Überführungskennzeichen kostet meist 60 bis 180 Euro, je nach Versicherung und Zulassungsstelle.
- Das Kurzzeitkennzeichen mit gelbem Rand gilt maximal 5 Tage und dient Fahrten im Inland.
- Das Ausfuhrkennzeichen mit rotem Rand gilt 15 Tage bis 12 Monate für Fahrten ins Ausland.
- Beantragt wird beide Male direkt bei der Kfz-Zulassungsstelle, meist mit Termin vor Ort.
Was kostet ein Kurzzeitkennzeichen für die Überführung im Inland
Wer ein Fahrzeug ohne gültige Zulassung kurz bewegen muss, etwa um es zum neuen Halter oder in die Werkstatt zu fahren, braucht ein Kurzzeitkennzeichen mit gelbem Rand. Die Kosten setzen sich aus einer Verwaltungsgebühr von rund 10 bis 45 Euro, der Schilderprägung für etwa 15 bis 25 Euro und einer kurzen Kfz-Haftpflichtversicherung zusammen. Diese Versicherung schlägt je nach Fahrzeugtyp und Anbieter mit 30 bis 150 Euro zu Buche und macht meist den größten Teil der Gesamtkosten aus.
Preise für das Ausfuhrkennzeichen ins Ausland
Soll das Fahrzeug ins Ausland gebracht werden, ist statt des Kurzzeitkennzeichens ein Ausfuhrkennzeichen mit rotem Rand nötig. Die Grundgebühr beginnt ähnlich bei etwa 10 Euro, hinzu kommt meist ein internationaler Zulassungsschein für weitere rund 10 Euro. Da das Ausfuhrkennzeichen deutlich länger gilt, verlangen Versicherer dafür einen höheren Beitrag als beim Kurzzeitkennzeichen. Wichtig: Für die gesamte Gültigkeitsdauer muss eine gültige Hauptuntersuchung vorliegen, sonst wird das Kennzeichen nicht ausgestellt.
| Kennzeichen | Gültigkeit | Typische Gesamtkosten |
|---|---|---|
| Kurzzeitkennzeichen (gelb) | maximal 5 Tage | 60 – 180 Euro |
| Ausfuhrkennzeichen (rot) | 15 Tage bis 12 Monate | 70 – 250 Euro |
Kurzantwort: Ein Kurzzeitkennzeichen kostet meist 60 bis 180 Euro, ein Ausfuhrkennzeichen für längere Auslandsfahrten liegt oft etwas darüber.
Diese Unterlagen braucht man bei der Zulassungsstelle
Für beide Kennzeichenarten verlangt die Zulassungsstelle denselben Grundstock an Unterlagen. Dazu gehören Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung, der Versicherungsnachweis in Form der eVB-Nummer, die Fahrzeugpapiere und ein Nachweis über eine gültige Hauptuntersuchung. Wer schon alte Kennzeichen am Fahrzeug hat, sollte diese ebenfalls mitbringen, da manche Zulassungsstellen sie einziehen. Ein Termin vor Ort ist an den meisten Stellen inzwischen Pflicht, einige Behörden bieten die Beantragung mittlerweile auch online an.
Warum die Versicherung den größten Preisunterschied ausmacht
Verwaltungsgebühr und Prägung liegen bei fast jeder Zulassungsstelle in einer ähnlichen Spanne. Die größten Preisunterschiede entstehen bei der kurzen Haftpflichtversicherung, die für das Kennzeichen zwingend vorgeschrieben ist. Ihr Preis richtet sich nach Fahrzeugtyp, Alter des Fahrzeugs und Versicherer. Ein Kleinwagen ist meist günstiger zu versichern als ein leistungsstarkes Auto oder ein älteres Fahrzeug ohne Schadenfreiheitsrabatt. Ein Vergleich zwischen mehreren Anbietern vor der Fahrt zur Zulassungsstelle lohnt sich deshalb, auch wenn dafür wenig Zeit bleibt.
Kurzantwort: Die kurze Haftpflichtversicherung entscheidet meist am stärksten darüber, ob die Gesamtkosten näher an 60 oder an 180 Euro liegen.
Wo ein Überführungskennzeichen gilt und wo nicht
Ein Kurzzeitkennzeichen gilt ausschließlich innerhalb Deutschlands und ist gedacht für Probefahrten, Prüfungsfahrten oder eben die Überführung eines Fahrzeugs zum neuen Standort. Für eine Fahrt über die Grenze reicht es nicht aus, dafür ist immer das Ausfuhrkennzeichen nötig. Wer ein importiertes Fahrzeug aus dem Ausland nach Deutschland holen will, braucht dagegen häufig ein rotes Kennzeichen des Herkunftslandes oder ein deutsches Ausfuhrkennzeichen für die Rückfahrt, je nach Situation lohnt sich hier eine kurze Nachfrage bei der Zulassungsstelle.
Beispielrechnung: Auto vom Vorbesitzer abholen
Ein typischer Fall: Ein gebrauchtes Auto wird privat gekauft und muss vom Wohnort des Verkäufers zur eigenen Zulassungsstelle gebracht werden. Dafür genügt ein Kurzzeitkennzeichen. Die Zulassungsstelle berechnet etwa 20 Euro Verwaltungsgebühr, das Schilderpaar mit Prägung kostet rund 20 Euro, dazu kommt die Kurzzeitversicherung für einen Mittelklassewagen mit etwa 60 Euro. In Summe liegt die Überführung damit bei rund 100 Euro, deutlich unter dem oberen Ende der genannten Preisspanne. Bei einem älteren oder leistungsstärkeren Fahrzeug kann allein die Versicherung schon 100 Euro und mehr kosten, dann steigen die Gesamtkosten entsprechend.
Fazit
Für die reine Überführung im Inland reicht meist das günstigere Kurzzeitkennzeichen für rund 60 bis 180 Euro, während Fahrten ins Ausland das teurere und länger gültige Ausfuhrkennzeichen verlangen. In beiden Fällen entscheidet vor allem die kurze Haftpflichtversicherung über den Endpreis, ein Vergleich der Versicherer vor dem Termin bei der Zulassungsstelle spart oft mehrere Dutzend Euro.
FAQ – Häufige Fragen
Was kostet ein Überführungskennzeichen insgesamt?
Insgesamt liegen die Kosten meist zwischen 60 und 180 Euro, abhängig von Versicherung, Fahrzeugtyp und Zulassungsstelle.
Wie lange ist ein Kurzzeitkennzeichen gültig?
Das Kurzzeitkennzeichen gilt ab dem Tag der Ausstellung maximal 5 Kalendertage.
Wie lange gilt ein Ausfuhrkennzeichen?
Ein Ausfuhrkennzeichen gilt je nach Bedarf zwischen 15 Tagen und 12 Monaten.
Wo beantragt man ein Überführungskennzeichen?
Beantragt wird es direkt bei der zuständigen Kfz-Zulassungsstelle am Wohnsitz oder Fahrzeugstandort.
Braucht man für ein Kurzzeitkennzeichen eine eigene Versicherung?
Ja, ohne eine kurzfristige Kfz-Haftpflichtversicherung mit eVB-Nummer stellt keine Zulassungsstelle das Kennzeichen aus.
Reicht ein Kurzzeitkennzeichen für eine Fahrt ins Ausland?
Nein, für Fahrten über die Grenze ist das länger gültige Ausfuhrkennzeichen mit rotem Rand vorgeschrieben.
Welche Unterlagen braucht man für die Beantragung?
Nötig sind Personalausweis mit Meldebescheinigung, Versicherungsnachweis, Fahrzeugpapiere und ein Nachweis über eine gültige Hauptuntersuchung.
Warum unterscheiden sich die Preise zwischen Zulassungsstellen?
Die Verwaltungsgebühren variieren leicht von Behörde zu Behörde, der größere Preisunterschied entsteht aber durch die gewählte Kurzzeitversicherung.
Kann man ein Überführungskennzeichen online beantragen?
Einige Zulassungsstellen bieten das inzwischen online an, in den meisten Fällen ist aber weiterhin ein Termin vor Ort nötig.
Muss das Fahrzeug für ein Ausfuhrkennzeichen eine gültige Hauptuntersuchung haben?
Ja, die Hauptuntersuchung muss für die gesamte Gültigkeitsdauer des Ausfuhrkennzeichens noch gültig sein.
- Was bedeutet das Kfz-Kennzeichen TYC
- Ab wann gilt ein Auto als Youngtimer
- Was kostet der 125er-Führerschein
- Was kostet der Rollerführerschein
- Was kostet der Mopedführerschein
Quellen
- ADAC: Überführungskennzeichen, Infos und Kosten
- Bußgeldkatalog: Überführungskennzeichen für Fahrzeugtransport

David bastelt an Handys, Rechnern und WLAN und schreibt auf, was beim Einrichten wirklich hakt.






