PayPal kann nicht abbuchen – was dann passiert und was tun

Kurz gesagt: PayPal hat den Verkäufer bereits bezahlt und holt sich das Geld von Ihrem Konto. Platzt die Lastschrift, entsteht ein negativer Saldo, das PayPal-Konto wird für Zahlungen gesperrt, und es kommt eine Rücklastschriftgebühr dazu. Ausgeglichen wird per Überweisung oder erneutem Einzug. Bleibt der Ausgleich aus, folgen Mahnungen und schließlich ein Inkassoverfahren.

Dieser Text ist eine allgemeine Übersicht und keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Warum ein Minus entsteht

Beim Bezahlen per Lastschrift streckt PayPal den Betrag vor und überweist ihn sofort an den Verkäufer. Erst danach wird das Geld vom hinterlegten Bankkonto eingezogen. Zwischen beiden Schritten liegen mehrere Tage.

Scheitert der Einzug, hat PayPal bereits gezahlt und fordert das Geld nun direkt vom Nutzer. Im Konto erscheint ein negativer Saldo in Höhe des Betrags. Er wird deutlich sichtbar angezeigt.

Die Ware oder Dienstleistung ist davon unberührt — der Verkäufer hat sein Geld. Die Forderung besteht nun zwischen PayPal und dem Käufer. Das ist der entscheidende Unterschied zu einer geplatzten Überweisung.

Die häufigsten Gründe

Am häufigsten ist schlicht ein nicht ausreichend gedecktes Konto. Ebenso häufig sind veraltete Bankdaten nach einem Kontowechsel oder eine gelöschte Einzugsermächtigung. Auch ein gesperrtes oder aufgelöstes Konto führt zum Scheitern.

Manche Banken lehnen Lastschriften ab, wenn kurz zuvor bereits mehrere zurückgegeben wurden. Auch ein pfändungsgeschütztes Konto ohne ausreichenden Freibetrag kann die Abbuchung verhindern. Die Bank nennt den Grund im Kontoauszug.

Gelegentlich widerruft der Kunde die Lastschrift selbst, etwa im Streit über eine Bestellung. Das ist innerhalb von acht Wochen möglich, löst aber genau diesen Vorgang aus. Der Streit mit dem Verkäufer wird dadurch nicht geklärt.

Was PayPal dann tut

Zunächst erhält der Nutzer eine Benachrichtigung per E-Mail und im Konto mit der Aufforderung, den Betrag auszugleichen. Angeboten wird eine Überweisung auf ein genanntes Konto oder ein erneuter Einzug. Das Konto ist bis zum Ausgleich für weitere Zahlungen gesperrt.

Die Sperre betrifft ausgehende Zahlungen, nicht das Empfangen von Geld. Eingehende Beträge werden mit dem Minus verrechnet. Erst wenn der Saldo ausgeglichen ist, funktioniert das Konto wieder normal.

Zusätzlich berechnet PayPal in vielen Fällen eine Gebühr für die Rücklastschrift, die je nach Vertragsbedingungen anfällt. Die Bank berechnet ihrerseits ein eigenes Entgelt. Beide Beträge kommen zum ursprünglichen Betrag hinzu.

Wenn nicht ausgeglichen wird

Bleibt der Saldo offen, verschickt PayPal Zahlungserinnerungen und Mahnungen in mehreren Stufen. Nach einigen Wochen wird die Forderung typischerweise an ein Inkassounternehmen übergeben. Ab diesem Punkt kommen Inkassokosten hinzu.

Bleibt auch das erfolglos, kann ein gerichtliches Mahnverfahren folgen. Ein Vollstreckungsbescheid ist dreißig Jahre vollstreckbar. Auch ein Eintrag bei einer Auskunftei ist möglich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Wer den Betrag nicht auf einmal zahlen kann, sollte den Kundenservice kontaktieren und um eine Ratenvereinbarung bitten. Solche Absprachen sind in der Praxis möglich. Sie verhindern die Eskalation.

Was zu tun ist

Der schnellste Weg ist die Überweisung des offenen Betrags auf das im Konto angegebene Bankkonto, unter Angabe des genannten Verwendungszwecks. Ohne diesen Verwendungszweck lässt sich die Zahlung nicht zuordnen. Die Gutschrift dauert ein bis zwei Werktage.

Parallel sollten die hinterlegten Bankdaten geprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Ist die Ursache ein alter Kontowechsel, wiederholt sich das Problem sonst. Ein zweites Bankkonto oder eine Karte als Rückfallebene beugt vor.

Nach Ausgleich wird die Sperre in der Regel automatisch aufgehoben. Verzögert sich das, hilft der Kundenservice weiter. Die Bearbeitung dauert meist wenige Tage.

Bei unberechtigten Abbuchungen

Wurde ein Betrag abgebucht, den Sie nicht veranlasst haben, ist der Käuferschutz der richtige Weg. Er lässt sich im Konto für die betreffende Zahlung beantragen. Fristen und Voraussetzungen stehen in den Nutzungsbedingungen.

Bei einer nicht autorisierten Lastschrift von Ihrem Bankkonto besteht ein Erstattungsanspruch gegenüber der Bank innerhalb von acht Wochen. Bei fehlender Einzugsermächtigung verlängert sich die Frist auf dreizehn Monate. Die Bank prüft den Vorgang.

Wichtig ist, beides nicht zu verwechseln: Ein Widerruf beim eigenen Konto löst den Streit mit PayPal nicht, sondern erzeugt das Minus. Bei echten Problemen mit einer Bestellung ist der Käuferschutz der geeignete Weg. Er ist dafür gemacht.

Vorbeugen

Sinnvoll ist, im PayPal-Konto mehrere Zahlungsquellen zu hinterlegen, etwa Bankkonto und Karte. Fällt eine aus, greift die andere. Die Reihenfolge lässt sich in den Einstellungen festlegen.

Ebenso hilfreich ist, Benachrichtigungen zu aktivieren und Kontobewegungen regelmäßig zu prüfen. Kleine Beträge fallen sonst erst auf, wenn eine Mahnung kommt. Auch Abonnements laufen über solche Einzüge.

Wer sein Bankkonto wechselt, sollte die Daten in allen Diensten aktualisieren, bevor das alte Konto geschlossen wird. Diese Reihenfolge erspart die meisten Fälle. Sie wird regelmäßig vergessen.

Der Unterschied zu Guthaben und Karte

Zahlt man aus vorhandenem PayPal-Guthaben, kann nichts platzen — der Betrag ist bereits vorhanden. Auch bei Kartenzahlung entsteht kein Vorschuss, weil die Karte unmittelbar belastet wird. Das Problem betrifft ausschließlich die Lastschrift.

Wer die Reihenfolge der Zahlungsquellen ändert und Karte oder Guthaben nach vorne stellt, umgeht den Vorschussmechanismus weitgehend. In den Einstellungen lässt sich das je Zahlung oder dauerhaft festlegen. Bei Abonnements gilt die hinterlegte Standardquelle.

Bei der Funktion Später bezahlen entsteht dagegen ein echtes Darlehen mit eigenen Bedingungen. Dort gelten andere Regeln für Mahnung und Verzug. Das sollte man vor der Nutzung lesen.

Häufige Fragen

Was passiert bei einer geplatzten Lastschrift?

Es entsteht ein negativer Saldo und das Konto wird gesperrt.

Bekommt der Verkäufer sein Geld?

Ja, PayPal hat bereits gezahlt.

Fallen Gebühren an?

Meist eine Rücklastschriftgebühr, dazu Bankentgelte.

Wie gleicht man das aus?

Per Überweisung mit dem angegebenen Verwendungszweck.

Kann man weiter Geld empfangen?

Ja, es wird mit dem Minus verrechnet.

Was passiert bei Nichtzahlung?

Mahnungen, dann Inkasso.

Was tun bei unberechtigter Abbuchung?

Käuferschutz beantragen.

Wie beugt man vor?

Mehrere Zahlungsquellen hinterlegen.

Kann auch bei Kartenzahlung ein Minus entstehen?

Nein, dort wird sofort belastet.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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