Was heißt smart? Bedeutung, Herkunft und Abkürzung

Kurzantwort: „Smart“ ist ein Lehnwort aus dem Englischen. Der Duden nennt zwei Bedeutungen: clever und gewitzt, außerdem modisch elegant. In Gerätenamen wie Smartphone oder Smart Home steht der Zusatz dafür, dass ein Gerät rechnet, Software ausführt und meist am Netz hängt. Groß geschrieben ist SMART eine Abkürzung — bekannt aus der Zielformulierung und aus der Festplattenüberwachung.

Kaum ein Wort steht auf so vielen Verpackungen. Fernseher sind smart, Heizungsthermostate auch, Stromzähler sowieso.

Nur bedeutet das Wort je nach Zusammenhang etwas anderes. Über einen Menschen gesagt meint es etwas völlig anderes als auf einem Karton im Elektromarkt.

Dieser Text sortiert die Bedeutungen: die Wörterbuchdefinition, die überraschende Herkunft, den Gebrauch in der Technik und die drei bekanntesten Abkürzungen.

Was smart im Deutschen heißt

Der Duden führt „smart“ als Adjektiv mit zwei Bedeutungen. Die erste lautet clever, gewitzt. Die zweite: von modischer und auffallend erlesener Eleganz, fein.

Als Beispiele nennt das Wörterbuch „ein smarter Kurdirektor“, „eine smarte Marketingleiterin“ und „smart aussehen“.

Über Menschen gesagt greifen beide Bedeutungen oft ineinander. Wer als smart beschrieben wird, gilt als gewandt im Auftreten und schnell im Kopf. Das Lob hat dabei einen leichten Beigeschmack. Gemeint ist eher Geschäftstüchtigkeit als Tiefgang.

Die Aussprache gibt der Duden mit [smaːɐ̯t] an, daneben steht die Variante [smart]. Geschrieben wird das Adjektiv klein. In Zusammensetzungen rückt es an das Substantiv heran: Smartphone, Smartwatch.

Die Herkunft: von „Schmerz“ zu „clever“

Die Wortgeschichte ist ungewöhnlich. Laut Duden geht „smart“ auf das englische Verb „to smart“ zurück. Das heißt schmerzen oder verletzen.

Ursprünglich bedeutete das Adjektiv also schmerzend oder schmerzlich. Daraus wurde scharf, beißend, schneidend — und erst über diesen Umweg scharfsinnig.

Das englische „to smart“ und das deutsche „Schmerz“ gehören zur selben Wortfamilie. Wer heute ein smartes Gerät kauft, benutzt also ein Wort, dessen älteste Bedeutung „wehtun“ war.

Smart in Gerätenamen

Smartphone, Smart TV, Smartwatch, Smart Speaker, Smart Home: Der Vorsatz signalisiert, dass ein Gerät einen eigenen Prozessor besitzt, Programme ausführt und meist mit dem Internet verbunden ist.

Ein Fernseher ohne diesen Zusatz zeigt Bilder. Ein Smart TV lädt zusätzlich Apps, verbindet sich mit dem WLAN und bekommt Updates.

Eine verbindliche Definition, ab wann ein Gerät smart heißen darf, gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch nicht. Jeder Hersteller entscheidet selbst. Das Wort ist Werbung, kein Prüfsiegel.

An einer Stelle ist das anders. Beim Stromzähler hat der Gesetzgeber genau festgelegt, was gemeint ist.

Smart Meter: hier steht die Bedeutung im Gesetz

Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) gilt seit September 2016. Es kennt zwei Stufen. Die „moderne Messeinrichtung“ ist ein digitaler Zähler ohne Anschluss ans Datennetz. Das „intelligente Messsystem“ ist derselbe Zähler plus ein Smart-Meter-Gateway, das die Werte übermittelt.

Wer eines bekommt, regelt § 29 MsbG. Pflicht ist das intelligente Messsystem bei Letztverbrauchern mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden. Ebenfalls Pflicht, dann zusammen mit einer Steuerungseinrichtung: Anlagen mit mehr als 7 Kilowatt installierter Leistung, also etwa größere Photovoltaikanlagen.

Wer darunter liegt, bekommt mindestens eine moderne Messeinrichtung. Die Frist dafür nennt § 29 Absatz 3: der 31. Dezember 2032.

Den Zeitplan für den Pflichteinbau hat der Gesetzgeber im Mai 2023 mit dem Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende neu gefasst. Vorgesehen sind 20 Prozent bis Ende 2025, 50 Prozent bis Ende 2028 und 95 Prozent bis Ende 2030. Ob ein Einbau überhaupt kommt, hängt zusätzlich daran, dass er nach § 30 MsbG wirtschaftlich vertretbar ist.

SMART als Abkürzung

SMART-Ziele

Groß geschrieben steht SMART für eine Methode, Ziele so zu formulieren, dass sich später prüfen lässt, ob sie erreicht wurden.

Die Abkürzung stammt von George T. Doran. Er veröffentlichte sie im November 1981 in der Zeitschrift Management Review, unter dem Titel „There’s a S.M.A.R.T. way to write management’s goals and objectives“.

Doran löste die Buchstaben so auf: Specific, Measurable, Assignable, Realistic, Time-related. Heute kursieren Varianten, häufig mit Achievable und Relevant an dritter und vierter Stelle.

Doran schränkte selbst ein, dass sich nicht jedes Ziel auf jeder Führungsebene in Zahlen fassen lässt.

SMART bei Festplatten

In der Technik meint S.M.A.R.T. etwas ganz anderes: Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology.

Festplatten und SSDs überwachen sich damit selbst. Sie protokollieren Lesefehler, Temperatur und Betriebsstunden, um einen drohenden Ausfall früh zu melden. Seit dem ATA-3-Standard von 1996 gehört das zur Standardausstattung. Den Vorläufer entwickelte IBM 1992 unter dem Namen Predictive Failure Analysis.

Smart als Markenname und Kleidungsstil

Die Automarke smart schreibt sich klein. Der Name ist ein Kunstwort aus Swatch, Mercedes und dem englischen „art“.

Gegründet wurde das Unternehmen 1994 als Micro Compact Car AG, ein Gemeinschaftsprojekt von Daimler-Benz und der Schweizer SMH, dem heutigen Swatch-Konzern. Die Idee eines sehr kleinen Stadtautos ging auf Swatch-Gründer Nicolas Hayek zurück. 1998 verkaufte er seinen Anteil an Daimler-Benz.

Seit 2019 ist smart ein Gemeinschaftsunternehmen von Mercedes-Benz und dem chinesischen Hersteller Geely, je zur Hälfte. Die Fertigung wanderte ab 2022 nach China, die europäische Produktion endete 2024. Die Modelle tragen seither Nummern statt Namen: #1, #3, #5.

Auch in Dresscodes taucht das Wort auf. „Smart casual“ knüpft an die zweite Duden-Bedeutung an: gepflegt und modisch, aber unterhalb des klassischen Anzugs mit Krawatte.

Häufige Fragen

Heißt smart einfach nur intelligent?

Nicht genau. Der Duden nennt clever und gewitzt. Das zielt auf Gewandtheit und Geschäftssinn, weniger auf Bildung.

Was heißt smart bei einem Fernseher?

Das Gerät hat einen eigenen Prozessor, führt Apps aus und geht ins Internet. Eine Norm, die den Begriff festlegt, gibt es nicht.

Wofür steht SMART bei Zielen?

Für Specific, Measurable, Assignable, Realistic und Time-related — so die Urfassung von George T. Doran aus dem Jahr 1981.

Ab wann bekomme ich ein intelligentes Messsystem?

Pflicht ist es ab 6.000 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch oder bei Anlagen über 7 Kilowatt Leistung, geregelt in § 29 MsbG.

Warum wird die Automarke smart kleingeschrieben?

Die Marke tritt seit ihrer Gründung so auf. Der Name setzt sich aus Swatch, Mercedes und „art“ zusammen.

Kann smart auch abwertend gemeint sein?

Ja. „Ein smarter Verkäufer“ kann bewundernd klingen oder misstrauisch. Der Tonfall entscheidet.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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