Was bedeutet DIY? Abkürzung, Herkunft und Beispiele

Kurzantwort: DIY ist die Abkürzung für das englische do it yourself, auf Deutsch „mach es selbst“. Gemeint ist alles, was du selbst herstellst, reparierst oder umbaust, statt es zu kaufen oder machen zu lassen. Die deutschen Entsprechungen sind Heimwerken und Selbermachen.

Die drei Buchstaben stehen auf Verpackungen im Baumarkt, unter Videos und über ganzen Regalen mit Bastelbedarf. Der Bogen reicht dabei vom neuen Küchenregal über selbst gerührte Handcreme bis zur reparierten Waschmaschine.

Der gemeinsame Nenner ist nicht das Material, sondern die Haltung: Du machst es selbst und nimmst dafür Zeit und Lernaufwand in Kauf.

Hier findest du Herkunft und Bedeutung, die Bereiche, in denen DIY heute stattfindet, eine ehrliche Rechnung zum Sparen und die Arbeiten, die du keinesfalls selbst erledigen darfst.

Wofür DIY steht

Ausgeschrieben heißt es do it yourself. Im Deutschen wird die Abkürzung meist englisch ausgesprochen, also „di-ai-wai“, und als Substantiv oder als Zusatz gebraucht: das DIY, ein DIY-Projekt, DIY-Möbel.

Verwandte Ausdrücke sind Heimwerken für Arbeiten an Haus und Wohnung, Basteln für kleinere Gestaltungsprojekte und Upcycling, wenn aus Altem etwas Neues von höherem Wert entsteht. Wer das beruflich täte, wäre Handwerkerin. DIY meint ausdrücklich die Arbeit außerhalb des Berufs.

Woher der Begriff kommt

Selbst gebaut wurde immer. Der Ausdruck selbst verbreitete sich in den 1950er-Jahren in den USA und in Großbritannien. Eigene Häuser mit Garten, wachsender Wohlstand und bezahlbare Werkzeuge machten das Heimwerken zum Freizeitvergnügen einer breiten Schicht. In Deutschland folgten die Baumärkte ab den 1960er- und 1970er-Jahren.

Eine zweite Wurzel liegt in der Musik. Die Punkbewegung der späten 1970er-Jahre machte DIY zur Haltung: eigene Platten pressen, eigene Hefte drucken, Konzerte selbst organisieren, ohne auf Firmen zu warten. Von dort stammt der politische Beiklang, den das Kürzel bis heute manchmal hat.

Die dritte Welle kam mit dem Internet. Videoanleitungen, Foren und offene Werkstätten senkten die Einstiegshürde. Was früher jemanden brauchte, der es dir zeigt, findest du heute als Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Was heute alles dazugehört

Die häufigsten Bereiche:

Wohnen und Werkstatt: Regale bauen, streichen, Fliesen legen, Möbel aufarbeiten.
Textil: Nähen, Stricken, Häkeln, Ausbessern.
Küche und Vorrat: Brot backen, einkochen, fermentieren.
Kosmetik und Haushalt: Seife, Cremes, Reinigungsmittel.
Technik: Elektronik, 3D-Druck, Kleincomputer. Hier ist auch von Makern die Rede.
Reparieren: Geräte instand setzen statt ersetzen, oft in Repair-Cafés mit Unterstützung von Ehrenamtlichen.

Vorsicht bei selbst gemachter Kosmetik: Ohne Konservierung sind wasserhaltige Cremes nur kurz haltbar, und Rezepte aus dem Netz sind nicht geprüft. Wer solche Produkte verkauft, unterliegt zudem den Vorschriften für Kosmetik und braucht eine Sicherheitsbewertung.

Spart Selbermachen wirklich Geld?

Manchmal. Die ehrliche Rechnung hat vier Posten: Material, Werkzeug, Zeit und Fehler.

Beim Streichen sparst du deutlich, weil der Anteil der Arbeitszeit hoch und das Werkzeug billig ist. Beim Fliesen einer Dusche kann es teuer werden, weil ein Fehler in der Abdichtung erst nach Monaten auffällt und dann den ganzen Aufbau kostet.

Am Bau gibt es dafür einen eigenen Begriff. Eigenleistung wird Muskelhypothek genannt, weil sie den Kreditbedarf senkt. Banken erkennen sie an, allerdings nur begrenzt und nur, wenn du realistisch angibst, was du in welcher Zeit schaffst. Wer sich verschätzt, verzögert den Einzug und zahlt doppelt Miete.

Eine brauchbare Faustregel: Selbst machen, was sich ohne Spezialwerkzeug erledigen lässt und wo ein Fehler sichtbar und billig zu beheben ist.

Wo Fachleute Pflicht sind

Bei einigen Arbeiten endet DIY, und zwar nicht aus Vorsicht, sondern wegen der Rechtslage.

Elektrische Anlage: Nach Paragraf 13 der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Arbeiten an der festen Elektroinstallation hinter dem Hausanschluss nur von einem Installationsunternehmen ausgeführt werden, das im Verzeichnis des Netzbetreibers eingetragen ist. Eine Lampe anschließen ist die eine Sache, neue Leitungen verlegen die andere.
Gas: Arbeiten an Gasleitungen und Gasgeräten gehören ausschließlich in Fachhand.
Statik: Wände ohne Prüfung zu entfernen, kann tragende Bauteile betreffen und ist baurechtlich genehmigungspflichtig.
Schornstein und Heizung: Hier gelten Prüfpflichten des Schornsteinfegers.
Mietwohnung: Bauliche Veränderungen brauchen die Zustimmung der Vermieterseite. Ohne sie drohen Rückbau und Schadenersatz.

Dazu kommt die Versicherung. Bei Schäden durch unsachgemäße Eigenleistung kann der Versicherungsschutz eingeschränkt sein. Frag im Zweifel vorher nach.

Prüfe außerdem vor Beginn, ob eine Genehmigung nötig ist. Für Gauben, Anbauten, Balkone und den Ausbau des Dachgeschosses gilt in den Bauordnungen der Länder häufig eine Anzeigepflicht, unabhängig davon, wer die Arbeit ausführt.

Sicher arbeiten

Die häufigsten Unfälle beim Heimwerken passieren mit Leitern und mit schnell drehenden Werkzeugen. Beides ist vermeidbar.

Trag eine Schutzbrille bei allem, was Späne oder Staub erzeugt, und Gehörschutz bei lauten Maschinen. Stell die Leiter auf festen Grund und steig nicht auf die obersten Sprossen. Zieh den Netzstecker, bevor du an einer Maschine etwas wechselst. Und arbeite bei Staub mit Absaugung oder Maske, besonders in Altbauten, wo alte Baustoffe eine Rolle spielen können.

Häufige Fragen

Wofür steht die Abkürzung DIY genau?

Für do it yourself, englisch für „mach es selbst“.

Was heißt DIY auf Deutsch?

Selbermachen. Bei Arbeiten an Haus und Wohnung sagt man Heimwerken.

Was ist der Unterschied zwischen DIY und Upcycling?

DIY ist der Oberbegriff für alles Selbstgemachte. Upcycling meint speziell, aus Altem etwas Neues mit höherem Wert zu machen.

Darf ich in der Mietwohnung selbst renovieren?

Streichen und Tapezieren ist meist erlaubt. Alles, was in die Substanz eingreift, braucht die Zustimmung der Vermieterseite.

Lohnt sich DIY finanziell?

Bei arbeitsintensiven Aufgaben mit einfachem Werkzeug ja. Bei Arbeiten mit hohem Folgeschaden bei Fehlern selten.

Woher bekomme ich verlässliche Anleitungen?

Am besten aus Herstellerunterlagen, Fachbüchern und offenen Werkstätten. Videos schwanken stark in der Qualität und zeigen selten die Vorschriften.

Was heißt DIY-Kit?

Ein Bausatz mit allen Teilen und einer Anleitung. Du erledigst nur den Zusammenbau.

Quellen

Wikipedia – Do it yourself
Niederspannungsanschlussverordnung, Paragraf 13 – Elektrische Anlage
Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

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Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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