Was bedeutet Android? Betriebssystem und Wortherkunft

Kurzantwort: Android hat zwei Bedeutungen. Wörtlich heißt es menschenähnlich und bezeichnet einen Roboter in Menschengestalt. Im Alltag ist damit fast immer das Betriebssystem von Google gemeint, das auf den meisten Smartphones weltweit läuft. Es basiert auf dem Linux-Kernel und ist in seinem Kern quelloffen.

Wer heute nach Android sucht, meint in aller Regel das Handy. Das Wort ist aber viel älter als jedes Smartphone.

Es stammt aus dem Griechischen und wurde lange nur in Technikgeschichte und Science-Fiction gebraucht.

Beide Bedeutungen lohnen einen Blick, weil der Name des Betriebssystems bewusst auf die ältere anspielt.

Woher das Wort kommt

Zugrunde liegen das griechische anér, Genitiv andrós, für Mann oder Mensch und die Endung -oid für ähnlich. Android heißt also menschenähnlich.

Belegt ist das Wort im Englischen schon 1728 in Ephraim Chambers‘ Cyclopaedia. Gemeint war eine mechanische Figur in Menschengestalt.

Bekannt gemacht hat die Form Villiers de l’Isle-Adam mit seinem Roman L’Ève future von 1886. Dort trägt eine künstliche Frau die Bezeichnung andréide.

Im Deutschen sind zwei Formen gebräuchlich: der Android und der Androide. Für weibliche Figuren wird gelegentlich Gynoid verwendet.

Der Roboter in Menschengestalt

Ein Android ist im engeren Sinn ein Roboter, der einem Menschen äußerlich gleicht. Ein Industrieroboter mit Greifarm fällt nicht darunter.

Abzugrenzen ist der Cyborg. Der ist ein biologisches Lebewesen mit technischen Erweiterungen, während der Android vollständig gebaut ist.

In der Science-Fiction ist die Figur ein fester Bestandteil: Data aus Star Trek, die Replikanten aus Blade Runner, Ash aus Alien.

Reale Beispiele bleiben Forschungsprojekte. Humanoide Roboter laufen, greifen und sprechen inzwischen, kommen im Alltag aber kaum vor.

Ein bekanntes Problem der Gestaltung ist das Uncanny Valley, auf Deutsch das unheimliche Tal. Der Robotiker Masahiro Mori beschrieb 1970, dass Figuren mit wachsender Menschenähnlichkeit zunächst sympathischer wirken und ab einem bestimmten Punkt unheimlich.

Deshalb bleiben viele Servicerobotermodelle bewusst stilisiert. Große Augen und glatte Flächen wirken freundlicher als eine möglichst echte Haut.

Android als Betriebssystem

Die Firma Android Inc. wurde im Oktober 2003 in Palo Alto gegründet. Beteiligt waren Andy Rubin, Rich Miner, Nick Sears und Chris White.

Google kaufte das Unternehmen im August 2005 für einen Kaufpreis, der in Berichten mit rund 50 Millionen US-Dollar angegeben wird.

2007 stellte Google die Open Handset Alliance vor, einen Zusammenschluss von Herstellern, Netzbetreibern und Chipfirmen.

Das erste Gerät mit Android kam am 22. Oktober 2008 auf den Markt: das HTC Dream, in den USA als T-Mobile G1 verkauft. Es hatte eine ausziehbare Tastatur und lief mit Android 1.0.

Heute läuft das System auf Smartphones, Tablets, Fernsehern, Uhren und in Autos. Nach Erhebungen von Marktforschern liegt der weltweite Anteil bei Smartphone-Betriebssystemen bei rund 70 Prozent.

Wie Android aufgebaut ist

Die Grundlage ist der Linux-Kernel. Darüber liegen Systemdienste, eine Laufzeitumgebung für Apps und die Benutzeroberfläche.

Der quelloffene Teil heißt Android Open Source Project, kurz AOSP. Sein Quelltext ist öffentlich einsehbar und darf angepasst werden.

Dazu kommen die Google-Play-Dienste. Sie sind nicht quelloffen und bringen Play Store, Karten, Anmeldung und Benachrichtigungen mit. Geräte ohne diese Dienste laufen technisch mit Android, verlieren aber viele gewohnte Funktionen.

Hersteller legen eigene Oberflächen darüber, etwa One UI bei Samsung. Deshalb sehen zwei Geräte mit derselben Android-Version unterschiedlich aus.

Apps werden meist in Kotlin oder Java geschrieben und als APK-Datei verteilt.

Was Android im Alltag bedeutet

Apps kommen normalerweise aus dem Play Store. Anders als bei iOS lassen sich Programme auch als APK-Datei aus anderen Quellen installieren. Das erweitert die Möglichkeiten und erhöht das Risiko.

Sicherheitsaktualisierungen kommen teils direkt von Google, teils vom Hersteller. Über Google Play System-Updates werden seit Android 10 einzelne Systemteile unabhängig vom großen Update ausgeliefert.

Wichtig für den Datenschutz sind die Berechtigungen. Seit Android 6 fragt das System einzeln nach Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Kontakte und Standort. Erteilte Rechte lassen sich in den Einstellungen jederzeit entziehen.

Ein Blick lohnt sich außerdem beim Kauf: Welche Android-Version ist installiert, und wie lange verspricht der Hersteller Aktualisierungen? Beides steht in den Produktangaben.

Die Versionen und ihre Namen

Lange trugen die Versionen Namen von Süßspeisen in alphabetischer Reihenfolge: Cupcake, Donut, Eclair, Froyo, Gingerbread und so weiter.

Mit Android 10 endete diese Praxis nach außen. Seitdem zählt Google nur noch Zahlen, intern bleiben die Namen bestehen.

Neue Hauptversionen erscheinen im Jahresrhythmus. Wie lange ein Gerät Aktualisierungen bekommt, entscheidet der Hersteller.

Für Käufer ist das ein handfestes Kriterium. Einige Hersteller sagen inzwischen sieben Jahre Sicherheitsaktualisierungen zu, andere deutlich weniger.

Die installierte Version steht in den Einstellungen unter „Über das Telefon“ oder „Telefoninfo“. Dort findest du außerdem den Stand der Sicherheitsaktualisierungen als Datum.

Neben den Hersteller-Versionen gibt es freie Varianten wie LineageOS oder /e/OS. Sie beruhen auf dem quelloffenen Teil und laufen auch auf Geräten, die vom Hersteller keine Aktualisierungen mehr bekommen.

Der Wechsel auf eine solche Variante ist technisch anspruchsvoll und kann die Herstellergarantie berühren. Für ältere Geräte ist er trotzdem eine Möglichkeit, sie länger sicher zu nutzen.

Häufige Fragen

Was heißt Android wörtlich?

Menschenähnlich, aus griechisch andrós für Mann und -oid für ähnlich.

Wem gehört Android?

Das Betriebssystem wird von Google entwickelt. Der Kern ist als Android Open Source Project frei verfügbar.

Wann kam das erste Android-Handy?

Am 22. Oktober 2008, das HTC Dream, in den USA als T-Mobile G1.

Ist Android dasselbe wie Samsung?

Nein. Samsung ist ein Hersteller, der Android mit eigener Oberfläche ausliefert.

Was ist der Unterschied zu iOS?

iOS läuft nur auf Geräten von Apple. Android wird von vielen Herstellern verwendet und ist im Kern quelloffen.

Was ist ein Android in der Science-Fiction?

Ein künstliches Wesen in Menschengestalt, etwa Data aus Star Trek.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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