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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Der Euro kam in zwei Schritten nach Deutschland. Am 1. Januar 1999 wurde er zunächst als reines Buchgeld eingeführt, für Überweisungen, Aktienkurse und Verträge. Das echte Euro-Bargeld, Scheine und Münzen, folgte erst drei Jahre später am 1. Januar 2002 und löste die D-Mark endgültig ab.
Kurzantwort: Der Euro wurde am 1. Januar 1999 als Buchgeld eingeführt. Das Euro-Bargeld kam am 1. Januar 2002 dazu, seither ist die D-Mark kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr.
Das Wichtigste in Kürze
- 1. Januar 1999: Start des Euro als Buchgeld in elf EU-Staaten
- 1. Januar 2002: Ausgabe der ersten Euro-Scheine und -Münzen
- Fester Umrechnungskurs: 1 Euro entspricht 1,95583 D-Mark
- Bis 28. Februar 2002 galten D-Mark und Euro parallel als Zahlungsmittel
Der erste Schritt: Euro als Buchgeld ab 1999
Am 1. Januar 1999 trat die Europäische Währungsunion in ihre dritte Stufe. Elf von damals fünfzehn EU-Staaten führten den Euro als gemeinsame Währung ein, darunter Deutschland, Frankreich und Italien. Sichtbares Geld gab es dabei noch nicht. Der Euro existierte nur als Buchgeld, also bei Überweisungen, auf Kontoauszügen und an der Börse. Gleichzeitig gab die Deutsche Bundesbank die geldpolitische Verantwortung an die neu gegründete Europäische Zentralbank in Frankfurt ab. Der Wechselkurs zwischen D-Mark und Euro wurde an diesem Tag unwiderruflich festgelegt: Ein Euro entsprach fortan 1,95583 D-Mark. Diese Zahl blieb bis zur Bargeldeinführung die Rechengrundlage für Preise, Löhne und Verträge.
Wann kam das Euro-Bargeld nach Deutschland
Die Scheine und Münzen, die heute jeder kennt, gab es erst ab dem 1. Januar 2002. Zwölf europäische Länder stellten an diesem Stichtag gleichzeitig auf Euro-Bargeld um. In Deutschland verloren D-Mark-Scheine und -Münzen damit ihre Funktion als gesetzliches Zahlungsmittel. Schon im September 2001 hatte die Bundesbank begonnen, Banken und Handel vorab mit Euro-Bargeld zu beliefern, damit am Stichtag genug Münzen und Scheine im Umlauf waren. Viele Menschen erinnern sich noch an die ersten Wochen mit der neuen Währung, an das Umrechnen von Preisen im Kopf und an die runden neuen Münzen in ungewohnten Größen.
Übergangsfrist: Wie lange galten D-Mark und Euro parallel
Zwischen Januar und Ende Februar 2002 konnten Kundinnen und Kunden in deutschen Geschäften noch mit D-Mark bezahlen. Herausgegeben wurde das Wechselgeld allerdings ausschließlich in Euro. Ab dem 1. März 2002 war der Euro dann das alleinige gesetzliche Zahlungsmittel in Deutschland. Die parallele Nutzung beider Währungen dauerte also knapp zwei Monate.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 1. Januar 1999 | Euro startet als Buchgeld, Wechselkurs wird fixiert |
| September 2001 | Bundesbank beliefert Banken und Handel vorab mit Euro-Bargeld |
| 1. Januar 2002 | Erste Euro-Scheine und -Münzen werden ausgegeben |
| 28. Februar 2002 | Letzter Tag mit D-Mark als Zahlungsmittel im Handel |
| 1. März 2002 | Euro wird alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel |
Kann man alte D-Mark noch umtauschen
Ja, und das zeitlich unbegrenzt. Die Deutsche Bundesbank tauscht D-Mark-Banknoten und -Münzen bis heute kostenlos in Euro um, ohne Höchstbetrag. Wer also noch einen alten Geldschein in einer Schublade findet, kann ihn bei einer Bundesbank-Filiale gegen Euro eintauschen. Der Umrechnungskurs bleibt dabei immer 1,95583 D-Mark je Euro.
Kurzantwort: D-Mark-Scheine und -Münzen lassen sich bis heute unbegrenzt und kostenlos bei der Deutschen Bundesbank in Euro umtauschen.
Warum wurde der Euro überhaupt eingeführt
Die gemeinsame Währung sollte den Handel zwischen den europäischen Staaten erleichtern. Ohne Wechselkursrisiken und Umtauschgebühren wurde der grenzüberschreitende Handel einfacher und günstiger. Politisch stand hinter dem Projekt auch der Wunsch, Europa enger zusammenzuführen, nach den Erfahrungen zweier Weltkriege. Fragen rund um Steuern in Deutschland hängen eng mit der gemeinsamen Wirtschaftspolitik der Eurozone zusammen. Wirtschaftlich profitierten vor allem Exportnationen wie Deutschland von stabilen Preisen im europäischen Binnenmarkt. Diskussionen über hohe Preise für Sprit oder Gold begleiten den Euro bis heute, meist unabhängig von der Währung selbst.
Welche Länder führten den Euro als erste ein
1999 gehörten neben Deutschland auch Belgien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien zu den Gründungsmitgliedern der Eurozone. Griechenland kam 2001 hinzu, noch vor der Bargeldumstellung. Bis heute sind weitere Staaten der Eurozone beigetreten, zuletzt Kroatien im Jahr 2023. Dänemark, Schweden und einige osteuropäische Staaten behielten dagegen bewusst ihre eigene Währung, aus wirtschaftlichen und politischen Gründen. In Deutschland selbst löste die Umstellung damals viel Diskussion aus, manche Bürger sprachen abwertend vom „Teuro“, weil sie das Gefühl hatten, Händler würden Preise beim Umrechnen aufrunden. Belegen ließ sich diese gefühlte Verteuerung im Nachhinein nur für wenige Warengruppen wie Gastronomie und Friseurdienstleistungen.
Fazit
Der Euro kam in zwei klar getrennten Schritten nach Deutschland, nicht an einem einzigen Stichtag. 1999 startete er unsichtbar als Buchgeld, 2002 wurde er mit den ersten Scheinen und Münzen für jeden greifbar. Wer heute noch alte D-Mark besitzt, kann sie weiterhin bei der Bundesbank eintauschen.
FAQ – Häufige Fragen
Wann genau wurde der Euro in Deutschland eingeführt?
Als Buchgeld am 1. Januar 1999, als Bargeld am 1. Januar 2002.
Wie lange durfte man noch mit D-Mark bezahlen?
Bis zum 28. Februar 2002 konnten Geschäfte D-Mark als Zahlung annehmen, Wechselgeld gab es nur in Euro.
Welchen Kurs hatte die D-Mark zum Euro?
Ein Euro entsprach fest 1,95583 D-Mark.
Kann ich alte D-Mark heute noch umtauschen?
Ja, die Deutsche Bundesbank tauscht D-Mark-Bargeld zeitlich unbegrenzt und kostenlos in Euro um.
Welche Länder hatten den Euro 1999 als Erste?
Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Irland und Finnland.
Warum gab es 1999 noch keine Euro-Scheine?
Die Herstellung und Verteilung von Milliarden neuer Scheine und Münzen für ganz Europa brauchte mehrere Jahre Vorbereitung.
Wer war für die Euro-Einführung in Deutschland zuständig?
Die Deutsche Bundesbank organisierte die Verteilung des Bargelds, die Geldpolitik ging an die Europäische Zentralbank über.
Was passierte mit alten D-Mark-Ersparnissen?
Guthaben auf Konten wurden automatisch zum festen Kurs in Euro umgerechnet, ohne dass Kunden etwas veranlassen mussten.
Gab es Probleme bei der Bargeldumstellung?
Die Umstellung verlief in Deutschland weitgehend reibungslos, viele Preise wurden in den Monaten danach noch doppelt ausgezeichnet.
Welches Land führte den Euro als Zwölftes ein?
Griechenland trat der Eurozone 2001 bei, noch vor der Bargeldeinführung 2002.
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Quellen
- Deutsche Bundesbank: Das Euro-Bargeld wird 20
- Bundeszentrale für politische Bildung: Deutschland Chronik, 1. Januar 1999

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