Warum ist Italien nicht bei der WM 2026? Das Playoff-Aus

Kurz gesagt: Italien wurde in der Qualifikationsgruppe hinter Norwegen nur Zweiter und musste in die Playoffs. Dort scheiterte die Mannschaft im Finale an Bosnien-Herzegowina — nach einer Roten Karte und dem spĂ€ten Ausgleich verlor Italien das Elfmeterschießen. Damit fehlt der viermalige Weltmeister zum dritten Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft.

Die Qualifikationsgruppe

Entscheidend war die Gruppenphase, in der Italien beide Spiele gegen Norwegen verlor, mit 0:3 und 1:4. Diese beiden Niederlagen bestimmten am Ende die Tordifferenz und damit den Gruppensieg. Norwegen zog direkt in die Endrunde ein.

Nur der Gruppensieger qualifiziert sich in der europÀischen Qualifikation direkt. Die Gruppenzweiten spielen in Playoffs die verbleibenden StartplÀtze aus. Italien landete damit erneut in diesem Modus.

Gegen die ĂŒbrigen Gruppengegner gewann Italien seine Spiele, was jedoch nicht ausreichte. Der RĂŒckstand aus den beiden Norwegen-Spielen war zu groß. Genau dort wurde die Qualifikation verloren, nicht erst im Playoff.

Das Playoff-Finale

Im Playoff-Finale in Bosnien-Herzegowina ging Italien frĂŒh in FĂŒhrung, Moise Kean traf in der fĂŒnfzehnten Minute. Kurz vor der Pause sah Alessandro Bastoni die Rote Karte, wodurch Italien die zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten musste. Das verĂ€nderte das Spiel entscheidend.

In der Schlussphase gelang Bosnien-Herzegowina durch Haris Tabaković der Ausgleich. Nach VerlĂ€ngerung folgte das Elfmeterschießen, das Bosnien mit 4:1 gewann. Damit war Italien ausgeschieden.

FĂŒr Italien war es das dritte Scheitern in Folge nach 2018 und 2022 — beide Male ebenfalls in Playoffs. Diese Serie ist fĂŒr einen viermaligen Weltmeister ohne Beispiel. Sie prĂ€gt die Debatte im italienischen Fußball seit Jahren.

Wie das Playoff-System funktioniert

Die europĂ€ischen Gruppenzweiten spielen zusammen mit Mannschaften aus der Nations League in kleinen Turnieren mit Halbfinale und Finale um die verbleibenden StartplĂ€tze. Beide Runden werden in einem Spiel entschieden, ohne RĂŒckspiel. Das Heimrecht wird ausgelost oder nach Setzung vergeben.

Dieses Format erhöht die Bedeutung einzelner Spiele erheblich, weil es keine zweite Chance gibt. Eine Rote Karte oder ein einzelner Fehler entscheidet ĂŒber die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Genau das ist Italien nun dreimal widerfahren.

Kritiker halten das Format fĂŒr zu hart fĂŒr die Verlierer starker Gruppen, BefĂŒrworter verweisen auf Spannung und klare Entscheidungen. Der Weltverband hat es fĂŒr 2026 beibehalten. Änderungen wurden diskutiert, aber nicht umgesetzt.

Die Folgen im Verband

Nach dem Ausscheiden traten VerbandsprĂ€sident Gabriele Gravina und Teamkoordinator Gianluigi Buffon zurĂŒck. Kurz darauf einigten sich Verband und Nationaltrainer auf eine Vertragsauflösung. Damit stand der Verband vor einem personellen Neuanfang.

In Italien wird seit Jahren ĂŒber strukturelle GrĂŒnde diskutiert: den geringen Anteil italienischer Spieler in der Serie A, die Ausbildung im Nachwuchsbereich und den Zustand der Stadien. Diese Debatte begann bereits nach dem Scheitern 2018. Konkrete Reformen kamen nur langsam voran.

Sportlich bleibt festzuhalten, dass Italien 2021 Europameister wurde, also zwischen zwei verpassten Weltmeisterschaften. Das zeigt, dass QualitÀt vorhanden ist. Die Qualifikation hat eine eigene Logik.

Gibt es doch noch eine Chance?

In der Berichterstattung wurde die Möglichkeit erörtert, dass Italien nachrĂŒcken könnte, falls eine qualifizierte Mannschaft nicht antritt. Ob und wie ein Ersatz bestimmt wĂŒrde, liegt im Ermessen des Weltverbands. Eine Regel, die einen bestimmten NachrĂŒcker vorschreibt, gibt es nicht.

Solche Szenarien sind spekulativ und bislang ohne Grundlage. Sie beruhen auf Annahmen ĂŒber politische Entwicklungen. Bis zu einer offiziellen Entscheidung gilt die ausgeloste Teilnehmerliste.

FĂŒr Italien bedeutet das derzeit: keine Teilnahme. Die nĂ€chste Chance ist die Weltmeisterschaft 2030. Die Qualifikation dafĂŒr beginnt einige Jahre vorher.

Die Weltmeisterschaft 2026

Das Turnier findet erstmals mit 48 Mannschaften statt und wird gemeinsam von den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ausgerichtet. Gespielt wird in zwölf Vierergruppen, aus denen 32 Teams die K.-o.-Runde erreichen. Damit ist es das grĂ¶ĂŸte Turnier der Geschichte.

Europa erhĂ€lt 16 StartplĂ€tze, so viele wie nie zuvor. Trotz dieser Aufstockung reichte es fĂŒr Italien nicht. Das war einer der meistkommentierten Punkte nach dem Ausscheiden.

Der WeltverbandsprĂ€sident Ă€ußerte sich öffentlich spöttisch ĂŒber das erneute Fehlen Italiens, was in Italien fĂŒr VerĂ€rgerung sorgte. Der Vorfall ist Teil der Nachberichterstattung. Am sportlichen Ergebnis Ă€ndert er nichts.

Die Serie der verpassten Turniere

2018 scheiterte Italien im Playoff an Schweden und verpasste erstmals seit 1958 eine Weltmeisterschaft. 2022 folgte das Aus gegen Nordmazedonien, damals durch ein Gegentor in der Nachspielzeit des Halbfinals. Beide Niederlagen lösten in Italien intensive Debatten aus.

AuffĂ€llig ist, dass zwischen diesen AusfĂ€llen der Europameistertitel 2021 liegt, gewonnen im Finale gegen England im Elfmeterschießen. Dieselbe Generation scheiterte also kurz darauf in der WM-Qualifikation. Das spricht gegen eine einfache ErklĂ€rung ĂŒber fehlende QualitĂ€t.

Fachleute verweisen stattdessen auf die Struktur der Qualifikation, in der ein einziges Playoff-Spiel ĂŒber Jahre entscheidet, und auf die Kadertiefe. Italien hat in mehreren Positionen wenig Alternativen. AusfĂ€lle wiegen dadurch schwerer als bei anderen Nationen.

Was Italien im Nachwuchs plant

Der italienische Verband arbeitet seit Jahren an Programmen zur Nachwuchsförderung, unter anderem mit Vorgaben fĂŒr Jugendmannschaften der Profivereine. Ein wiederkehrender Punkt ist der geringe Anteil italienischer Spieler in der Serie A. Er liegt seit Jahren unter dem Wert vergleichbarer Ligen.

Diskutiert werden Anreize fĂŒr den Einsatz eigener Talente sowie Investitionen in Stadien und Trainingszentren. Mehrere Vereine spielen in Anlagen aus den achtziger Jahren. Modernisierungen scheitern hĂ€ufig an Eigentumsfragen der Kommunen.

Ob solche Maßnahmen wirken, zeigt sich erst ĂŒber ein Jahrzehnt. FĂŒr die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2030 kommen sie kaum rechtzeitig. Sie zielen auf die Zeit danach.

HĂ€ufige Fragen

Warum fehlt Italien bei der WM 2026?

Wegen des verlorenen Playoff-Finales gegen Bosnien-Herzegowina.

Wie endete das Spiel?

1:1 nach VerlĂ€ngerung, 1:4 im Elfmeterschießen.

Warum war Italien ĂŒberhaupt im Playoff?

Weil die Gruppe hinter Norwegen als Zweiter beendet wurde.

Zum wievielten Mal fehlt Italien?

Zum dritten Mal in Folge.

Was passierte im Spiel?

Eine Rote Karte gegen Bastoni und ein spÀter Ausgleich.

Welche Folgen hatte das?

RĂŒcktritte im Verband und die Trennung vom Trainer.

Kann Italien nachrĂŒcken?

Nur bei einem Ausfall und nach Entscheidung des Weltverbands.

Wie viele europÀische StartplÀtze gibt es?

Sechzehn.

Wann verpasste Italien zuletzt Weltmeisterschaften?

2018, 2022 und nun 2026.

Gewann Italien zwischendurch Titel?

Ja, die Europameisterschaft 2021.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier ĂŒber Alltagsfragen und ihre Antworten.

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