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Kurz gesagt: Italien wurde in der Qualifikationsgruppe hinter Norwegen nur Zweiter und musste in die Playoffs. Dort scheiterte die Mannschaft im Finale an Bosnien-Herzegowina — nach einer Roten Karte und dem späten Ausgleich verlor Italien das Elfmeterschießen. Damit fehlt der viermalige Weltmeister zum dritten Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft.
Die Qualifikationsgruppe
Entscheidend war die Gruppenphase, in der Italien beide Spiele gegen Norwegen verlor, mit 0:3 und 1:4. Diese beiden Niederlagen bestimmten am Ende die Tordifferenz und damit den Gruppensieg. Norwegen zog direkt in die Endrunde ein.
Nur der Gruppensieger qualifiziert sich in der europäischen Qualifikation direkt. Die Gruppenzweiten spielen in Playoffs die verbleibenden Startplätze aus. Italien landete damit erneut in diesem Modus.
Gegen die übrigen Gruppengegner gewann Italien seine Spiele, was jedoch nicht ausreichte. Der Rückstand aus den beiden Norwegen-Spielen war zu groß. Genau dort wurde die Qualifikation verloren, nicht erst im Playoff.
Das Playoff-Finale
Im Playoff-Finale in Bosnien-Herzegowina ging Italien früh in Führung, Moise Kean traf in der fünfzehnten Minute. Kurz vor der Pause sah Alessandro Bastoni die Rote Karte, wodurch Italien die zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten musste. Das veränderte das Spiel entscheidend.
In der Schlussphase gelang Bosnien-Herzegowina durch Haris Tabaković der Ausgleich. Nach Verlängerung folgte das Elfmeterschießen, das Bosnien mit 4:1 gewann. Damit war Italien ausgeschieden.
Für Italien war es das dritte Scheitern in Folge nach 2018 und 2022 — beide Male ebenfalls in Playoffs. Diese Serie ist für einen viermaligen Weltmeister ohne Beispiel. Sie prägt die Debatte im italienischen Fußball seit Jahren.
Wie das Playoff-System funktioniert
Die europäischen Gruppenzweiten spielen zusammen mit Mannschaften aus der Nations League in kleinen Turnieren mit Halbfinale und Finale um die verbleibenden Startplätze. Beide Runden werden in einem Spiel entschieden, ohne Rückspiel. Das Heimrecht wird ausgelost oder nach Setzung vergeben.
Dieses Format erhöht die Bedeutung einzelner Spiele erheblich, weil es keine zweite Chance gibt. Eine Rote Karte oder ein einzelner Fehler entscheidet über die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Genau das ist Italien nun dreimal widerfahren.
Kritiker halten das Format für zu hart für die Verlierer starker Gruppen, Befürworter verweisen auf Spannung und klare Entscheidungen. Der Weltverband hat es für 2026 beibehalten. Änderungen wurden diskutiert, aber nicht umgesetzt.
Die Folgen im Verband
Nach dem Ausscheiden traten Verbandspräsident Gabriele Gravina und Teamkoordinator Gianluigi Buffon zurück. Kurz darauf einigten sich Verband und Nationaltrainer auf eine Vertragsauflösung. Damit stand der Verband vor einem personellen Neuanfang.
In Italien wird seit Jahren über strukturelle Gründe diskutiert: den geringen Anteil italienischer Spieler in der Serie A, die Ausbildung im Nachwuchsbereich und den Zustand der Stadien. Diese Debatte begann bereits nach dem Scheitern 2018. Konkrete Reformen kamen nur langsam voran.
Sportlich bleibt festzuhalten, dass Italien 2021 Europameister wurde, also zwischen zwei verpassten Weltmeisterschaften. Das zeigt, dass Qualität vorhanden ist. Die Qualifikation hat eine eigene Logik.
Gibt es doch noch eine Chance?
In der Berichterstattung wurde die Möglichkeit erörtert, dass Italien nachrücken könnte, falls eine qualifizierte Mannschaft nicht antritt. Ob und wie ein Ersatz bestimmt würde, liegt im Ermessen des Weltverbands. Eine Regel, die einen bestimmten Nachrücker vorschreibt, gibt es nicht.
Solche Szenarien sind spekulativ und bislang ohne Grundlage. Sie beruhen auf Annahmen über politische Entwicklungen. Bis zu einer offiziellen Entscheidung gilt die ausgeloste Teilnehmerliste.
Für Italien bedeutet das derzeit: keine Teilnahme. Die nächste Chance ist die Weltmeisterschaft 2030. Die Qualifikation dafür beginnt einige Jahre vorher.
Die Weltmeisterschaft 2026
Das Turnier findet erstmals mit 48 Mannschaften statt und wird gemeinsam von den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ausgerichtet. Gespielt wird in zwölf Vierergruppen, aus denen 32 Teams die K.-o.-Runde erreichen. Damit ist es das größte Turnier der Geschichte.
Europa erhält 16 Startplätze, so viele wie nie zuvor. Trotz dieser Aufstockung reichte es für Italien nicht. Das war einer der meistkommentierten Punkte nach dem Ausscheiden.
Der Weltverbandspräsident äußerte sich öffentlich spöttisch über das erneute Fehlen Italiens, was in Italien für Verärgerung sorgte. Der Vorfall ist Teil der Nachberichterstattung. Am sportlichen Ergebnis ändert er nichts.
Die Serie der verpassten Turniere
2018 scheiterte Italien im Playoff an Schweden und verpasste erstmals seit 1958 eine Weltmeisterschaft. 2022 folgte das Aus gegen Nordmazedonien, damals durch ein Gegentor in der Nachspielzeit des Halbfinals. Beide Niederlagen lösten in Italien intensive Debatten aus.
Auffällig ist, dass zwischen diesen Ausfällen der Europameistertitel 2021 liegt, gewonnen im Finale gegen England im Elfmeterschießen. Dieselbe Generation scheiterte also kurz darauf in der WM-Qualifikation. Das spricht gegen eine einfache Erklärung über fehlende Qualität.
Fachleute verweisen stattdessen auf die Struktur der Qualifikation, in der ein einziges Playoff-Spiel über Jahre entscheidet, und auf die Kadertiefe. Italien hat in mehreren Positionen wenig Alternativen. Ausfälle wiegen dadurch schwerer als bei anderen Nationen.
Was Italien im Nachwuchs plant
Der italienische Verband arbeitet seit Jahren an Programmen zur Nachwuchsförderung, unter anderem mit Vorgaben für Jugendmannschaften der Profivereine. Ein wiederkehrender Punkt ist der geringe Anteil italienischer Spieler in der Serie A. Er liegt seit Jahren unter dem Wert vergleichbarer Ligen.
Diskutiert werden Anreize für den Einsatz eigener Talente sowie Investitionen in Stadien und Trainingszentren. Mehrere Vereine spielen in Anlagen aus den achtziger Jahren. Modernisierungen scheitern häufig an Eigentumsfragen der Kommunen.
Ob solche Maßnahmen wirken, zeigt sich erst über ein Jahrzehnt. Für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2030 kommen sie kaum rechtzeitig. Sie zielen auf die Zeit danach.
Häufige Fragen
Warum fehlt Italien bei der WM 2026?
Wegen des verlorenen Playoff-Finales gegen Bosnien-Herzegowina.
Wie endete das Spiel?
1:1 nach Verlängerung, 1:4 im Elfmeterschießen.
Warum war Italien überhaupt im Playoff?
Weil die Gruppe hinter Norwegen als Zweiter beendet wurde.
Zum wievielten Mal fehlt Italien?
Zum dritten Mal in Folge.
Was passierte im Spiel?
Eine Rote Karte gegen Bastoni und ein später Ausgleich.
Welche Folgen hatte das?
Rücktritte im Verband und die Trennung vom Trainer.
Kann Italien nachrücken?
Nur bei einem Ausfall und nach Entscheidung des Weltverbands.
Wie viele europäische Startplätze gibt es?
Sechzehn.
Wann verpasste Italien zuletzt Weltmeisterschaften?
2018, 2022 und nun 2026.
Gewann Italien zwischendurch Titel?
Ja, die Europameisterschaft 2021.
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