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Kurzantwort: Tracking heißt verfolgen oder nachverfolgen. Es kommt vom englischen to track, einer Spur folgen. Im Alltag meint es zwei sehr verschiedene Dinge: die Sendungsverfolgung eines Pakets und das Erfassen deines Verhaltens im Internet. Für das zweite braucht ein Anbieter in Deutschland meist deine Einwilligung.
Das Wort steht auf der Paketbenachrichtigung und im Cookie-Banner. Beide Male geht es um dasselbe Prinzip: Etwas wird über die Zeit hinweg beobachtet und festgehalten.
Der Unterschied liegt im Gegenstand. Beim Paket verfolgst du selbst eine Sendung. Beim Web-Tracking wirst du verfolgt, häufig ohne es zu merken.
Hier findest du beide Bedeutungen, die Technik dahinter, die geltenden Regeln in Deutschland und konkrete Schritte, mit denen du Tracking begrenzt.
Wortherkunft und Grundbedeutung
Das englische Substantiv track heißt Spur, Pfad, Gleis. Das Verb to track bedeutet einer Spur folgen. Tracking ist die Substantivierung davon.
Im Deutschen gibt es passende Wörter: Verfolgung, Nachverfolgung, Erfassung. Sie klingen deutlicher als das englische Lehnwort und beschreiben genau, was passiert.
Paket-Tracking: die Sendungsverfolgung
Beim Versand bekommt jede Sendung eine Nummer. An jeder Station wird der Aufkleber gescannt, der Status landet in der Datenbank des Versanddienstleisters.
Daraus entsteht die Liste, die du online siehst: eingeliefert, im Paketzentrum, in Zustellung, zugestellt. Zwischen zwei Scans passiert nichts sichtbar, das Paket bewegt sich aber trotzdem. Ein Status, der einen Tag stillsteht, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Sendung liegen geblieben ist.
Praktisch nützlich ist das bei Reklamationen. Der Sendungsstatus ist der Nachweis dafür, wann und wo ein Paket zuletzt erfasst wurde. Bei Verlust braucht der Händler diese Nummer für den Nachforschungsauftrag. Als Käuferin wendest du dich dabei an den Händler, nicht an den Zusteller: Bis zur Übergabe trägt bei Verbraucherkäufen der Verkäufer das Risiko.
Diese Form des Trackings betrifft die Sendung, nicht deine Person. Sie ist der harmlose Teil des Wortes.
Web-Tracking: wie du im Netz erfasst wirst
Beim Surfen hinterlässt dein Gerät Spuren. Anbieter nutzen dafür mehrere Techniken.
Cookies
Kleine Textdateien im Browser. First-Party-Cookies stammen von der Seite, die du besuchst, und halten zum Beispiel deinen Warenkorb fest. Third-Party-Cookies stammen von fremden Anbietern, die auf vielen Seiten eingebunden sind, und erlauben es, dich seitenübergreifend wiederzuerkennen.
Zählpixel
Ein winziges Bild, oft ein einzelner Punkt, das beim Laden einer Seite oder beim Öffnen einer E-Mail abgerufen wird. Der Abruf verrät Zeitpunkt, ungefähren Ort und verwendetes Gerät. Deshalb laden viele Mailprogramme externe Bilder erst nach Nachfrage.
Fingerprinting
Hier werden Eigenschaften deines Geräts kombiniert: Bildschirmgröße, Schriftarten, Browserversion, Zeitzone. Zusammen ergibt das ein Muster, das oft erstaunlich eindeutig ist und ohne Cookies auskommt.
Was mit den Daten passiert
Aus vielen einzelnen Beobachtungen entstehen Profile. Sie steuern personalisierte Werbung, sie messen, welche Anzeige zu einem Kauf geführt hat, und sie fließen in Empfehlungen und Preistests ein.
Wichtig zu wissen: Ganz ohne Spuren geht es nicht. Jeder Aufruf einer Seite hinterlässt im Server-Log die IP-Adresse, den Zeitpunkt und die Browserkennung. Das gehört zur Technik des Internets. Der Unterschied zum Tracking liegt darin, ob diese Angaben nur kurz zur Auslieferung dienen oder dauerhaft gespeichert und zu einem Profil verknüpft werden.
Ein Teil des Trackings dient auch schlicht der Reichweitenmessung, also der Frage, wie viele Menschen einen Artikel gelesen haben. Dafür gibt es datensparsame Verfahren, die ohne persönliche Kennung auskommen.
Welche Regeln in Deutschland gelten
Zwei Regelwerke greifen ineinander. Die Datenschutz-Grundverordnung regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten und verlangt für jede Verarbeitung eine Rechtsgrundlage.
Daneben steht das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz. Es hieß bis Mai 2024 TTDSG und trägt seitdem die Abkürzung TDDDG. Sein Paragraf 25 verlangt: Wer Informationen auf deinem Gerät speichert oder ausliest, braucht dafür deine Einwilligung. Ausgenommen sind nur Zugriffe, die für den ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich sind, etwa der Warenkorb im Shop.
Daraus folgt die Praxis der Cookie-Banner. Die Aufsichtsbehörden verlangen, dass Ablehnen genauso leicht möglich sein muss wie Zustimmen. Eine vorangekreuzte Einwilligung ist unwirksam.
Tracking begrenzen
Diese Schritte wirken sofort:
Im Banner ablehnen. Nutze die Schaltfläche zum Ablehnen oder die Einstellungen, statt auf „Alle akzeptieren“ zu klicken.
Browser einstellen. Aktuelle Browser blockieren Third-Party-Cookies auf Wunsch und bringen einen Tracking-Schutz mit.
Externe Bilder in E-Mails sperren. Damit laufen Zählpixel ins Leere.
Werbe-ID zurücksetzen. Android und iOS erlauben das in den Einstellungen. Seit iOS 14.5 müssen Apps zudem ausdrücklich fragen, bevor sie dich über fremde Apps hinweg verfolgen.
Auskunft verlangen. Nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung kannst du bei jedem Anbieter erfragen, welche Daten er über dich gespeichert hat.
Häufige Fragen
Ist Tracking verboten?
Nein. Es ist ohne Einwilligung unzulässig, sobald es über das technisch Notwendige hinausgeht.
Was ist der Unterschied zwischen Tracking und Cookies?
Cookies sind eine Technik, Tracking ist der Zweck. Es gibt Cookies ohne Tracking und Tracking ohne Cookies.
Hilft der Inkognito-Modus gegen Tracking?
Nur begrenzt. Er löscht Verlauf und Cookies am Ende der Sitzung, verbirgt dich aber nicht vor der besuchten Seite oder deinem Anbieter.
Was ist Cross-Device-Tracking?
Die Verknüpfung deines Verhaltens über mehrere Geräte hinweg, etwa Handy und Laptop. Am einfachsten gelingt sie über ein Nutzerkonto, in dem du überall angemeldet bist.
Kann ich meine Tracking-Nummer verfolgen, ohne den Absender zu kennen?
Meist ja, über die Seite des Versanddienstleisters. Die Nummer steht in der Versandbestätigung des Händlers.
Was ist Do Not Track?
Ein Signal, das der Browser an Webseiten sendet und das Tracking ablehnt. Es ist freiwillig, viele Anbieter ignorieren es. Verlass dich nicht darauf.
Was heißt Tracking beim Sport?
Dort meint es das Aufzeichnen von Schritten, Puls oder Strecke durch Uhr oder App. Auch diese Daten sind personenbezogen und unterliegen dem Datenschutz.
Quellen
Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
Verbraucherzentrale – Datenschutz
Wikipedia – HTTP-Cookie
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Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






