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Kurz gesagt: Täglich Tomaten zu essen ist für die meisten Menschen unbedenklich und eher günstig. Sie liefern Lycopin, Kalium, Vitamin C und wenig Kalorien. Beschwerden entstehen vor allem bei Reflux, Histaminunverträglichkeit und bei sehr großen Mengen. Grüne, unreife Tomaten enthalten Solanin und gehören nicht auf den Teller.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden ist die Hausarztpraxis die richtige Adresse.
Was in einer Tomate steckt
Tomaten bestehen zu über neunzig Prozent aus Wasser und enthalten je hundert Gramm nur rund achtzehn Kilokalorien. Dazu kommen Kalium, Vitamin C, Folsäure, Vitamin K und Ballaststoffe. Für die Menge an Nährstoffen sind sie außerordentlich kalorienarm.
Der bekannteste Inhaltsstoff ist Lycopin, ein roter Pflanzenfarbstoff aus der Gruppe der Carotinoide. Er gibt der Frucht ihre Farbe und wirkt im Körper als Antioxidans. Beobachtungsstudien verbinden eine hohe Lycopinaufnahme mit einem geringeren Risiko für bestimmte Erkrankungen.
Ein Beweis für eine ursächliche Schutzwirkung ist das nicht, weil Menschen mit hohem Gemüsekonsum sich insgesamt anders ernähren. Die Datenlage rechtfertigt keine Heilsversprechen. Sie spricht aber für regelmäßigen Verzehr.
Gekocht oder roh
Lycopin wird durch Erhitzen besser verfügbar, weil die Zellstrukturen aufbrechen. Tomatenmark, Passata und Soßen liefern deshalb mehr davon als rohe Tomaten. Fett verbessert die Aufnahme zusätzlich, weil Lycopin fettlöslich ist.
Ein Löffel Olivenöl in der Tomatensoße ist damit keine reine Geschmacksfrage. Vitamin C dagegen leidet beim Erhitzen. Wer beides will, kombiniert rohe und gekochte Zubereitung.
Auch Tomatensaft und Ketchup enthalten Lycopin, Ketchup allerdings mit erheblichem Zuckerzusatz. Für die tägliche Aufnahme sind Mark und Passata die günstigere Wahl. Sie enthalten außer Tomaten meist nichts.
Wie viel unbedenklich ist
Für gesunde Menschen gibt es keine festgelegte Obergrenze. Zwei bis drei mittelgroße Tomaten am Tag sind ohne weiteres möglich und entsprechen etwa einer Portion Gemüse. Die Empfehlung der Fachgesellschaft lautet ohnehin drei Portionen Gemüse täglich.
Bei sehr großen Mengen kann der Kaliumgehalt für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion relevant werden. Für gesunde Nieren ist das kein Thema. Wer eine Nierenerkrankung hat, sollte die Menge ärztlich abstimmen.
Auch die Säure spielt eine Rolle: Große Mengen können bei empfindlichem Magen Beschwerden auslösen. Das betrifft vor allem rohe Tomaten und Tomatensaft auf nüchternen Magen. Gekocht sind sie oft besser verträglich.
Wann Beschwerden auftreten
Bei Sodbrennen und Refluxkrankheit gehören Tomaten zu den häufig genannten Auslösern, weil sie sauer sind und den Schließmuskel der Speiseröhre entspannen können. Betroffene sollten austesten, wie viel sie vertragen. Verzichten muss nicht jeder.
Tomaten enthalten außerdem biogene Amine und gelten bei Histaminunverträglichkeit als kritisch, besonders in verarbeiteter Form wie Ketchup oder Passata. Reife und Lagerung beeinflussen den Gehalt. Auch hier hilft nur individuelles Ausprobieren.
Echte Tomatenallergien sind selten, kommen aber vor, häufig in Verbindung mit Birkenpollen- oder Latexallergie. Symptome sind Kribbeln im Mund, Schwellungen oder Hautreaktionen. Bei Verdacht ist eine allergologische Abklärung sinnvoll.
Grüne Tomaten und Solanin
Unreife, grüne Tomaten enthalten Solanin und das verwandte Tomatin, Stoffe aus der Gruppe der Glykoalkaloide. Sie schmecken bitter und können in größeren Mengen Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auslösen. Beim Reifen bauen sich diese Stoffe weitgehend ab.
Auch grüne Stellen an sonst reifen Früchten sowie Stielansatz und Grün sollten entfernt werden. Kochen zerstört Solanin nicht. Eingelegte grüne Tomaten aus dem Handel stammen aus Sorten mit geringem Gehalt.
Es gibt grün bleibende Sorten, die vollreif und unbedenklich sind. Sie lassen sich an der weichen Konsistenz und am Geschmack erkennen. Die Farbe allein ist bei ihnen kein Kriterium.
Der Nachtschatten-Mythos
Immer wieder wird behauptet, Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln und Paprika förderten Entzündungen und Gelenkbeschwerden. Für diese Behauptung gibt es keine belastbare wissenschaftliche Grundlage. Kontrollierte Studien konnten den Zusammenhang nicht bestätigen.
Einzelne Menschen berichten dennoch von Beschwerden nach dem Verzehr. Das kann individuelle Unverträglichkeit sein und ist ernst zu nehmen. Eine allgemeine Empfehlung zum Verzicht lässt sich daraus nicht ableiten.
Bei rheumatischen Erkrankungen empfehlen Fachgesellschaften eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung — Tomaten eingeschlossen. Ausschlussdiäten ohne Nachweis schaden mehr, als sie nutzen. Sie sollten nur begleitet erfolgen.
Lagerung und Geschmack
Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank, weil unter etwa zwölf Grad Aromastoffe verloren gehen und das Fruchtfleisch mehlig wird. Am besten lagern sie bei Raumtemperatur, luftig und getrennt von anderem Obst und Gemüse. Sie geben Ethylen ab und lassen Nachbarn schneller reifen.
Der Stielansatz sollte beim Lagern nach unten zeigen, damit weniger Feuchtigkeit entweicht. Angeschnittene Tomaten gehören dagegen abgedeckt in den Kühlschrank. Sie sollten binnen ein bis zwei Tagen verbraucht werden.
Geschmack entsteht durch Sorte, Reifegrad und Sonneneinstrahlung, nicht durch Größe. Frühzeitig geerntete Ware reift nach, entwickelt aber weniger Aroma. Das erklärt den Unterschied zwischen Garten- und Supermarkttomate.
Tomaten und Gewicht
Mit rund achtzehn Kilokalorien je hundert Gramm gehören Tomaten zu den kalorienärmsten Gemüsearten überhaupt. Sie sättigen durch Wasser und Ballaststoffe, ohne nennenswert Energie zu liefern. Wer sie regelmäßig in Mahlzeiten einbaut, ersetzt damit dichtere Lebensmittel.
Als Diätwunder taugen sie trotzdem nicht. Entscheidend ist die Gesamtbilanz über den Tag, nicht ein einzelnes Lebensmittel. Wer die Tomate in einer Sahnesoße isst, hat davon wenig.
Sinnvoll ist die Kombination mit Eiweiß und guten Fetten, etwa als Salat mit Käse und Olivenöl. Das sättigt länger und verbessert zugleich die Lycopinaufnahme. Beides zusammen ist mehr wert als jede Einzelmaßnahme.
Herkunft und Saison
Ein großer Teil der in Deutschland verkauften Tomaten stammt aus Spanien, den Niederlanden und Marokko und wächst dort ganzjährig in Gewächshäusern. Deutsche Freilandtomaten haben von Juli bis Oktober Saison. Regionale Ware aus dem Gewächshaus gibt es auch früher.
Der Unterschied betrifft vor allem Geschmack und Klimabilanz. Beheizte Gewächshäuser im Winter verbrauchen erheblich Energie, unbeheizte südeuropäische Produktion weniger, dafür kommt der Transport hinzu. Eine pauschale Regel gibt es nicht.
Wer Wert auf Aroma legt, kauft im Sommer regional und verarbeitet den Überschuss zu Passata. Im Winter sind Dosentomaten geschmacklich oft besser als frische Importware. Sie sind zudem günstiger.
Häufige Fragen
Sind Tomaten täglich unbedenklich?
Für die meisten Menschen ja.
Was ist Lycopin?
Ein roter Pflanzenfarbstoff mit antioxidativer Wirkung.
Roh oder gekocht besser?
Gekocht für Lycopin, roh für Vitamin C.
Wie viele Tomaten am Tag?
Zwei bis drei sind problemlos.
Warum sind grüne Tomaten problematisch?
Sie enthalten Solanin.
Fördern Nachtschattengewächse Entzündungen?
Dafür gibt es keine Belege.
Wer sollte vorsichtig sein?
Menschen mit Reflux oder Histaminunverträglichkeit.
Gehören Tomaten in den Kühlschrank?
Nein, sie verlieren dort Aroma.
Machen Tomaten schlank?
Sie sind sehr kalorienarm, ersetzen aber keine Gesamtbilanz.
Wann haben deutsche Tomaten Saison?
Von Juli bis Oktober.
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






