Wie viele Sonnen gibt es? Eine – und Milliarden Sterne

Kurz gesagt: Es gibt genau eine Sonne — der Name bezeichnet unseren Stern. Fragt man dagegen nach Sternen, so enthält allein die Milchstraße hundert bis vierhundert Milliarden. Im beobachtbaren Universum sind es geschätzt mehr als hundert Trilliarden.

Warum es nur eine Sonne gibt

Sonne ist ein Eigenname, so wie Erde und Mond. Er bezeichnet den Stern, um den unser Planet kreist, und nicht eine Klasse von Objekten. Deshalb lautet die korrekte Antwort auf die Frage nach der Zahl: eine.

In der Umgangssprache wird das Wort trotzdem für andere Sterne verwendet, etwa wenn von einem Planeten mit zwei Sonnen die Rede ist. Gemeint sind dann zwei Sterne. Fachlich spricht man in diesem Fall von einem Doppelsternsystem.

Diese Unterscheidung ist keine Wortklauberei, sondern hilft beim Verständnis: Die Sonne ist ein durchschnittlicher Stern, weder besonders groß noch besonders klein. Ihre Besonderheit liegt allein in ihrer Nähe zu uns. Alles andere ist Konvention.

Was für ein Stern die Sonne ist

Die Sonne ist ein Hauptreihenstern vom Spektraltyp G, also ein gelblich leuchtender Stern mittlerer Größe. Sie ist rund viereinhalb Milliarden Jahre alt und hat etwa die Hälfte ihrer Lebensdauer hinter sich. In ihrem Kern verschmilzt Wasserstoff zu Helium.

Ihre Masse macht über neunundneunzig Prozent der Masse des gesamten Sonnensystems aus. Alle Planeten, Monde und Kleinkörper zusammen ergeben weniger als ein Prozent. Diese Verteilung ist typisch für Planetensysteme.

In etwa fünf Milliarden Jahren wird sie sich zu einem Roten Riesen aufblähen und danach als Weißer Zwerg enden. Eine Supernova wird es nicht geben, dafür fehlt ihr die Masse. Dieses Ende ist gut verstanden.

Wie viele Sterne es gibt

Die Milchstraße enthält nach gängigen Schätzungen hundert bis vierhundert Milliarden Sterne. Die Spanne ist groß, weil sich Sterne nicht einzeln zählen lassen, sondern aus der Gesamtmasse und der Helligkeitsverteilung hochgerechnet werden. Besonders kleine, schwach leuchtende Sterne sind schwer zu erfassen.

Im beobachtbaren Universum gibt es geschätzt hunderte Milliarden bis Billionen Galaxien. Multipliziert man beides, ergeben sich Zahlen im Bereich von zehn hoch zweiundzwanzig bis zehn hoch vierundzwanzig. Das ist mehr als die Zahl der Sandkörner auf allen Stränden der Erde.

Solche Zahlen sind Größenordnungen, keine exakten Werte. Sie ändern sich mit jeder neuen Durchmusterung. Die Größenordnung selbst ist aber stabil.

Systeme mit mehreren Sternen

Etwa die Hälfte aller sonnenähnlichen Sterne gehört zu einem Doppel- oder Mehrfachsystem, in dem zwei oder mehr Sterne einander umkreisen. Unser Sonnensystem mit einem einzelnen Stern ist damit nicht der häufigste Fall. Es ist aber auch keine Ausnahme.

Der uns nächste Nachbar ist ein solches System: Alpha Centauri besteht aus zwei sonnenähnlichen Sternen und dem lichtschwachen Proxima Centauri. Letzterer ist der uns nächstgelegene Stern überhaupt. Er besitzt mindestens einen Planeten.

Auch Systeme mit drei, vier oder mehr Sternen existieren. Die Bahnen sind dann meist hierarchisch geordnet, damit das System stabil bleibt. Chaotische Anordnungen lösen sich innerhalb weniger Millionen Jahre auf.

Planeten mit zwei Sonnen

Planeten, die zwei Sterne gemeinsam umkreisen, sind tatsächlich nachgewiesen worden. Auf ihrer Oberfläche gingen zwei Sonnen auf und unter, wenn auch nicht so eindrücklich wie in Filmen. Die Bezeichnung für solche Bahnen lautet zirkumbinär.

Solche Systeme sind stabil, wenn der Planet weit genug außerhalb der beiden Sterne kreist. Zu nahe Bahnen wären auf Dauer nicht möglich. Auch das Gegenteil kommt vor: Ein Planet umkreist einen Stern, während der zweite weit entfernt bleibt.

Die Entdeckung solcher Planeten war eine Überraschung, weil ihre Entstehung als schwierig galt. Inzwischen sind mehrere Dutzend bekannt. Sie zeigen, wie vielfältig Planetensysteme sein können.

Warum Sterne unterschiedlich aussehen

Die Farbe eines Sterns hängt an seiner Oberflächentemperatur: Blaue Sterne sind heiß, rote kühl. Die Sonne liegt mit rund 5.500 Grad im mittleren Bereich und erscheint weißlich-gelb. Von der Erde aus wirkt sie gelber, weil die Atmosphäre blaues Licht streut.

Die Masse bestimmt die gesamte Lebensgeschichte eines Sterns. Massereiche Sterne leuchten hell, verbrauchen ihren Brennstoff schnell und leben nur wenige Millionen Jahre. Kleine rote Zwerge leuchten schwach und existieren über hunderte Milliarden Jahre.

Rote Zwerge sind die mit Abstand häufigste Sternart, machen aber wegen ihrer geringen Helligkeit nur einen kleinen Teil des sichtbaren Lichts aus. Mit bloßem Auge ist kein einziger von ihnen zu sehen. Das verzerrt den Eindruck vom Nachthimmel erheblich.

Was man am Himmel sieht

Mit bloßem Auge sind bei sehr guten Bedingungen etwa zweitausendfünfhundert bis dreitausend Sterne gleichzeitig sichtbar, über das ganze Jahr verteilt rund sechstausend. In Städten sind es wegen der Lichtverschmutzung oft nur einige Dutzend. Der Unterschied ist dramatisch.

Alle mit bloßem Auge sichtbaren Sterne gehören zur Milchstraße und liegen astronomisch gesehen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Die Andromedagalaxie ist das fernste Objekt, das man ohne Hilfsmittel erkennen kann. Sie erscheint als schwacher Fleck.

Das milchige Band am Sommerhimmel ist die Scheibe unserer eigenen Galaxie von innen gesehen. Es besteht aus Milliarden einzelner Sterne. Erst ein Fernglas löst sie auf.

Die Sonne als Energiequelle

Praktisch die gesamte Energie auf der Erde stammt von der Sonne, sei es unmittelbar über Licht und Wärme oder mittelbar über Wind, Wasserkreislauf und Pflanzenwachstum. Selbst Kohle und Erdöl sind gespeicherte Sonnenenergie aus früheren Erdzeitaltern. Ausnahmen sind Erdwärme und Gezeitenenergie.

Die Erde empfängt dabei nur einen winzigen Bruchteil der abgestrahlten Leistung, weil sie aus Sonnensicht ein sehr kleines Ziel in großer Entfernung ist. Alles übrige verteilt sich in den Weltraum. Trotzdem reicht dieser Bruchteil für das gesamte Leben auf dem Planeten.

Die Strahlung braucht rund acht Minuten von der Sonnenoberfläche bis zur Erde. Wer die Sonne sieht, sieht sie also so, wie sie vor acht Minuten aussah. Bei anderen Sternen liegen zwischen Aussenden und Sehen Jahre bis Jahrmillionen.

Häufige Fragen

Wie viele Sonnen gibt es?

Genau eine, unseren Stern.

Wie viele Sterne hat die Milchstraße?

Hundert bis vierhundert Milliarden.

Wie alt ist die Sonne?

Rund viereinhalb Milliarden Jahre.

Gibt es Planeten mit zwei Sonnen?

Ja, mehrere Dutzend sind bekannt.

Sind Doppelsterne häufig?

Etwa die Hälfte der sonnenähnlichen Sterne.

Welcher Stern ist uns am nächsten?

Proxima Centauri.

Wie viele Sterne sieht man mit bloßem Auge?

Bei guten Bedingungen etwa dreitausend.

Wie endet die Sonne?

Als Weißer Zwerg, ohne Supernova.

Wie lange braucht das Sonnenlicht zur Erde?

Etwa acht Minuten.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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