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Kurz gesagt: Der Mensch hat etwa 650 Skelettmuskeln. Die Angaben schwanken zwischen 400 und 850, weil nicht einheitlich festgelegt ist, was als eigener Muskel zählt und was als Teil eines größeren.
Anders als bei den Knochen gibt es hier keine feste Zahl – und der Grund liegt in der Anatomie selbst.
Warum die Zahl schwankt
Viele Muskeln bestehen aus mehreren Köpfen oder Bäuchen. Der Bizeps hat zwei Köpfe, der Trizeps drei, der vierköpfige Oberschenkelmuskel vier. Zählt man sie einzeln oder als einen?
Dazu kommen Muskeln, die nicht bei jedem Menschen vorhanden sind – etwa der Palmaris longus im Unterarm, der bei rund 15 Prozent fehlt, oder die Ohrmuskeln, die kaum jemand bewegen kann.
Auch die Zählung paariger Muskeln ist uneinheitlich: Was links und rechts vorkommt, wird mal als einer, mal als zwei gezählt.
Die drei Muskelarten
Skelettmuskulatur. Willkürlich steuerbar, für Bewegung zuständig, quergestreift. Sie macht rund 40 Prozent des Körpergewichts aus und ist gemeint, wenn von 650 Muskeln die Rede ist.
Glatte Muskulatur. Nicht willkürlich steuerbar, in Magen, Darm, Blase und Blutgefäßen. Sie arbeitet langsam und ausdauernd.
Herzmuskulatur. Ein Sonderfall – quergestreift wie die Skelettmuskulatur, aber unwillkürlich wie die glatte. Sie schlägt lebenslang ohne Pause.
Die Rekorde
Größter Muskel: der große Gesäßmuskel. Er streckt die Hüfte und ist der Grund, warum Menschen aufrecht gehen können.
Kleinster Muskel: der Steigbügelmuskel im Mittelohr, etwa einen Millimeter lang. Er dämpft laute Geräusche.
Längster Muskel: der Schneidermuskel, der über den Oberschenkel von der Hüfte zum Knie zieht.
Stärkster Muskel: umstritten. Gemessen an der Kraft pro Fläche gilt der Kaumuskel als Spitzenreiter, gemessen an der absoluten Kraft der Gesäß- oder Wadenmuskel.
Wie Muskeln arbeiten
Muskeln können nur ziehen, nicht schieben. Deshalb arbeiten sie in Gegenspielerpaaren: Der Bizeps beugt den Arm, der Trizeps streckt ihn wieder.
Bewegt wird über Sehnen, die den Muskel mit dem Knochen verbinden. Der Reiz kommt vom Nervensystem und löst eine Verkürzung der Muskelfasern aus.
Häufige Fragen
Wie viele Muskeln braucht man zum Lächeln?
Die oft genannten Zahlen – 17 zum Lächeln, 43 zum Stirnrunzeln – sind nicht belegt. Wie viele Muskeln beteiligt sind, hängt vom Gesichtsausdruck ab.
Was ist Muskelkater?
Feine Risse in den Muskelfasern nach ungewohnter Belastung. Die früher vermutete Milchsäure ist nicht die Ursache.
Kann man Muskeln in Fett umwandeln?
Nein. Es sind verschiedene Gewebearten. Bei Inaktivität schrumpft Muskelmasse, gleichzeitig kann Fett zunehmen – umgewandelt wird nichts.
Wie schnell baut Muskulatur ab?
Messbar nach etwa zwei bis drei Wochen ohne Training.
Quellen
- gesundheitsinformation.de – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
- DWDS: Muskel
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Organe hat der Mensch? Rund 78 – und was davon lebenswichtig ist
- Wie viele Sinne hat der Mensch? Weit mehr als fünf
- Wie viele Knochen hat ein Mensch? 206 beim Erwachsenen
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






