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Kurz gesagt: Rechnerisch teilt sich die Erde in 24 Zeitzonen zu je 15 Längengraden. Tatsächlich sind weltweit 38 verschiedene Ortszeiten in Gebrauch, weil manche Länder halbe oder viertel Stunden versetzt sind.
Die Abweichungen sind keine Fehler, sondern politische Entscheidungen.
Die Theorie
Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst, also 15 Längengrade pro Stunde. Teilt man die 360 Grad durch 15, ergeben sich 24 gleich breite Streifen.
Nullpunkt ist der Meridian von Greenwich. Die koordinierte Weltzeit UTC ist der Bezug, alle anderen Zonen werden als Abweichung davon angegeben – Deutschland liegt bei UTC+1, im Sommer bei UTC+2.
Die Praxis
Zeitzonengrenzen folgen selten den Längengraden. Sie verlaufen entlang von Staats- und Verwaltungsgrenzen, weil niemand ein Land in zwei Zeiten teilen möchte.
Dazu kommen die Halb- und Viertelstundenzonen:
- Indien liegt bei UTC+5:30 – eine einzige Zeit für ein Land, das rechnerisch zwei Zonen umfasst
- Iran bei UTC+3:30
- Nepal bei UTC+5:45 – eine der wenigen Viertelstundenzonen
- Teile Australiens bei UTC+9:30
- Chatham-Inseln bei UTC+12:45
Damit kommt man auf 38 tatsächlich verwendete Zeiten.
Die Extremfälle
China erstreckt sich über fünf rechnerische Zonen, nutzt aber landesweit nur eine – die Pekinger Zeit. Im äußersten Westen geht die Sonne dadurch erst um zehn Uhr auf.
Russland hat elf Zeitzonen, die meisten aller Länder.
Frankreich hat wegen seiner Überseegebiete zwölf – mehr als jedes andere Land, wenn man die Territorien mitzählt.
Die Datumsgrenze
Auf der dem Nullmeridian gegenüberliegenden Seite verläuft die Datumsgrenze. Wer sie nach Westen überquert, überspringt einen Tag; nach Osten erlebt er ihn zweimal.
Sie verläuft nicht gerade, sondern macht Bögen um Inselgruppen, damit Staaten nicht auf zwei Kalendertage verteilt werden. Kiribati verlegte sie 1995 sogar, um im ganzen Land dasselbe Datum zu haben.
Häufige Fragen
Warum gibt es überhaupt Zeitzonen?
Wegen der Eisenbahn. Vorher hatte jede Stadt ihre eigene Sonnenzeit – für Fahrpläne über größere Strecken unbrauchbar. Die internationale Einteilung wurde 1884 beschlossen.
Welche Zeitzone hat Deutschland?
Mitteleuropäische Zeit, UTC+1. Von Ende März bis Ende Oktober gilt die Sommerzeit mit UTC+2.
Gibt es Länder ohne Zeitzone?
In der Antarktis gibt es keine verbindliche Regelung. Forschungsstationen nutzen meist die Zeit ihres Heimatlandes.
Wie viele Zeitzonen haben die USA?
Sechs, wenn man Alaska und Hawaii mitzählt.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Zeitzonen gibt es? 24 in der Theorie, 38 in der Praxis
- Wie viele Theorie Fragen gibt es? Der amtliche Fragenkatalog
- Wie viele Schwule gibt es in Deutschland? Die Zahlen
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






