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Kurz gesagt: Die Obergrenze liegt bei 21 Millionen Bitcoin und steht fest im Protokoll. Erzeugt sind davon bereits über 19,5 Millionen. Der Rest kommt bis etwa zum Jahr 2140 in immer kleineren Schritten hinzu.
Die Grenze ist kein Versprechen, sondern eine Rechenregel im Programmcode.
Wie neue Bitcoin entstehen
Etwa alle zehn Minuten wird ein Block an die Kette angehängt. Wer ihn findet, erhält eine feste Belohnung in neu erzeugten Bitcoin plus die Gebühren der enthaltenen Überweisungen.
Diese Belohnung ist die einzige Quelle neuer Bitcoin. Es gibt keine Stelle, die zusätzlich Einheiten ausgeben könnte.
Das Halving
Alle 210.000 Blöcke – rechnerisch etwa alle vier Jahre – halbiert sich die Belohnung.
Sie begann 2009 bei 50 Bitcoin je Block, sank 2012 auf 25, 2016 auf 12,5, 2020 auf 6,25 und 2024 auf 3,125.
Weil sich jede Halbierung auf die vorherige bezieht, nähert sich die Summe der Obergrenze an, ohne sie zu überschreiten. Über 90 Prozent aller Bitcoin waren bereits vor dem Halving 2024 erzeugt.
Wie viele davon verloren sind
Wer seinen privaten Schlüssel verliert, verliert den Zugriff endgültig. Es gibt keine Stelle, die ihn zurücksetzen könnte.
Schätzungen zu dauerhaft unzugänglichen Beständen bewegen sich im Bereich von zwei bis vier Millionen Bitcoin. Belegen lässt sich das nicht: Ob eine Adresse verloren oder nur seit Jahren unangetastet ist, sieht man ihr nicht an.
Dazu zählen auch die Bestände, die dem unbekannten Gründer unter dem Namen Satoshi Nakamoto zugerechnet werden und sich seit den Anfangsjahren nicht bewegt haben.
Die kleinste Einheit
Ein Bitcoin lässt sich in 100 Millionen Teile zerlegen. Die kleinste Einheit heißt Satoshi. Man muss also nie einen ganzen Bitcoin kaufen.
Was nach 2140 passiert
Dann werden keine neuen Bitcoin mehr erzeugt. Wer Blöcke bestätigt, wird ausschließlich über Transaktionsgebühren bezahlt. Ob das den Betrieb dauerhaft trägt, ist eine offene Frage.
Wie die Obergrenze abgesichert ist
Die Begrenzung auf 21 Millionen ergibt sich aus dem Programmcode, der die Belohnung für neue Blöcke festlegt und regelmäßig halbiert. Eine Änderung setzt voraus, dass eine überwältigende Mehrheit der Betreiber sie übernimmt. Ohne diese Mehrheit entstünden zwei getrennte Netzwerke.
Genau das ist in der Vergangenheit bei Streitfragen mehrfach geschehen und wird als Abspaltung bezeichnet. Die daraus entstandenen Netzwerke existieren teilweise bis heute parallel. Sie haben eigene Regeln und eigene Kurse.
Die Obergrenze ist damit keine physikalische Grenze, sondern eine soziale Übereinkunft. Sie gilt, solange die Beteiligten sie akzeptieren. Bisher ist sie unangetastet geblieben.
Wie das Netzwerk gesichert wird
Neue Blöcke entstehen, indem Rechner eine aufwendige Rechenaufgabe lösen. Dieser Nachweis erbrachter Arbeit macht es sehr teuer, vergangene Transaktionen nachträglich zu ändern. Darauf beruht die Sicherheit des Systems.
Die Schwierigkeit der Aufgabe wird etwa alle zwei Wochen angepasst, sodass im Schnitt alle zehn Minuten ein Block entsteht. Steigt die Rechenleistung im Netz, steigt auch die Schwierigkeit. Dieser Mechanismus hält den Takt konstant.
Der Stromverbrauch dieses Verfahrens ist erheblich und wird international kritisiert. Schätzungen bewegen sich in der Größenordnung des Verbrauchs mittelgroßer Staaten. Alternative Verfahren mit deutlich geringerem Verbrauch existieren bei anderen Netzwerken.
Was mit den Gebühren passiert
Neben der Blockbelohnung erhalten Betreiber die Transaktionsgebühren der enthaltenen Überweisungen. Diese Gebühren richten sich nach Angebot und Nachfrage nach Platz im Block. In Zeiten hoher Auslastung steigen sie deutlich.
Mit jeder Halbierung sinkt der Anteil der Blockbelohnung, während Gebühren an Bedeutung gewinnen. Langfristig sollen sie die Sicherung allein tragen. Ob das gelingt, ist eine offene Frage.
Für Nutzer bedeutet das schwankende Kosten je Überweisung, unabhängig vom übertragenen Betrag. Kleine Beträge lohnen sich bei hohen Gebühren nicht. Ergänzende Netzwerke sollen dieses Problem lösen.
Verlorene Bestände
Ein erheblicher Teil der erzeugten Einheiten gilt als dauerhaft unzugänglich, weil Zugangsschlüssel verloren gingen. Schätzungen bewegen sich im Bereich von einigen Millionen. Sie beruhen auf Analysen von Adressen, die seit vielen Jahren keine Bewegung zeigen.
Solche Analysen sind nicht eindeutig, weil ein ruhendes Guthaben auch schlicht langfristig gehalten werden kann. Die Zahlen sind deshalb Näherungen. Sie werden regelmäßig aktualisiert.
Verlorene Bestände verringern die tatsächlich verfügbare Menge. Auf die Obergrenze hat das keinen Einfluss. Sie bleibt unverändert.
Wie man Zahlen selbst prüft
Die Zahl der bislang erzeugten Einheiten ergibt sich unmittelbar aus der Blockchain und ist über frei zugängliche Explorer abrufbar. Diese Werkzeuge zeigen jeden Block, jede Transaktion und die aktuelle Gesamtmenge. Sie sind kostenlos nutzbar.
Auch der Zeitpunkt der nächsten Halbierung lässt sich daraus ableiten, weil sie nach einer festen Zahl von Blöcken erfolgt. Entsprechende Zähler sind im Netz verfügbar. Die Angaben stimmen zwischen den Anbietern überein.
Zahlen aus Artikeln ohne Datum sind mit Vorsicht zu genießen, weil sich der Bestand laufend erhöht. Ein Blick auf einen Explorer liefert den aktuellen Stand in Sekunden. Das ist zuverlässiger als jede Sekundärquelle.
Rechtliche Einordnung in Deutschland
Gewinne aus dem Verkauf gelten in Deutschland als private Veräußerungsgeschäfte. Nach einer Haltedauer von einem Jahr sind sie steuerfrei, darunter steuerpflichtig, sofern eine Freigrenze überschritten wird. Die Einzelheiten regelt das Einkommensteuergesetz.
Handelsplattformen unterliegen der Finanzaufsicht und benötigen eine Erlaubnis. Anbieter ohne Erlaubnis sind ein erhebliches Risiko. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht veröffentlicht Warnhinweise.
Verbraucherzentralen weisen regelmäßig auf Betrugsmaschen rund um Kryptowerte hin, von gefälschten Handelsplattformen bis zu angeblichen Gewinnversprechen. Wer investiert, sollte nur Beträge einsetzen, deren Verlust verkraftbar ist. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Kurs.
Häufige Fragen
Kann die Obergrenze geändert werden?
Theoretisch durch eine Änderung der Software – praktisch müssten fast alle Betreiber zustimmen, was als unwahrscheinlich gilt.
Wie viele Bitcoin gibt es heute genau?
Der Stand lässt sich jederzeit in der Blockchain nachsehen; er wächst bei jedem Block.
Sind alle 21 Millionen im Umlauf?
Nein. Erzeugt ist nur ein Teil, und davon gilt ein weiterer Teil als verloren.
Warum sind es genau 21 Millionen?
So ist die Blockbelohnung im Code festgelegt.
Wie viele Einheiten gelten als verloren?
Schätzungen nennen einige Millionen.
Wann sind Gewinne steuerfrei?
Nach einer Haltedauer von einem Jahr.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Kirchen gibt es in Deutschland? Der Bestand
- Wie viele Satelliten gibt es? Bestand, Bahnen, Schrott
- Wie viele Schwule gibt es in Deutschland? Die Zahlen
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






