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Kurz gesagt: Neben den fünf Ozeanen werden je nach Quelle 60 bis über 100 Meere gezählt. Eine feste Zahl gibt es nicht, weil die Abgrenzung eine Frage der Konvention ist. Die Internationale Hydrographische Organisation führt die maßgebliche Liste.
Wo ein Ozean aufhört und ein Meer anfängt, entscheidet keine Naturgrenze, sondern eine Vereinbarung.
Die Einteilung
Ozeane. Die fünf großen Becken: Pazifik, Atlantik, Indischer, Südlicher und Arktischer Ozean.
Randmeere. Teile eines Ozeans, die durch Inseln, Halbinseln oder Untiefen abgetrennt sind, aber breite Verbindung zum offenen Wasser haben – etwa Nordsee, Karibisches Meer, Japanisches Meer.
Binnenmeere. Weitgehend von Land umschlossen, nur über eine schmale Verbindung angebunden – Mittelmeer, Ostsee, Schwarzes Meer, Rotes Meer.
Nord- und Ostsee
Die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantiks: flach, mit starken Gezeiten und einem Salzgehalt nahe dem des Ozeans.
Die Ostsee ist ein Binnenmeer und einer der größten Brackwasserbereiche der Erde. Durch die vielen Zuflüsse und die enge Verbindung zur Nordsee liegt der Salzgehalt weit unter dem des Ozeans – im Bottnischen Meerbusen ist das Wasser fast süß.
Deshalb leben in beiden Meeren völlig unterschiedliche Arten, obwohl sie nur wenige hundert Kilometer trennen.
Meere ohne Küste zum Ozean
Das Kaspische Meer ist trotz seines Namens ein See – der größte der Erde, ohne Verbindung zum Weltmeer. Wegen seines Salzgehalts und seiner Größe wird es aber wie ein Meer behandelt; völkerrechtlich war der Status jahrzehntelang umstritten.
Das Tote Meer ist ebenfalls ein See, mit extrem hohem Salzgehalt.
Die Sargassosee ist eine Besonderheit: ein Meeresgebiet ohne jede Landgrenze, definiert allein durch die Meeresströmungen, die es umgeben.
Warum die Zahl schwankt
Manche Gewässer werden je nach Quelle als eigenes Meer oder als Teil eines größeren geführt. Auch politische Namensstreitigkeiten spielen hinein – etwa beim Japanischen Meer, das in Korea anders bezeichnet wird.
Die Internationale Hydrographische Organisation legt Grenzen und Namen in einem Standardwerk fest, das mehrfach überarbeitet wurde.
Größenverhältnisse
Das größte Randmeer ist das Korallenmeer vor Australien, das größte Binnenmeer das Mittelmeer.
Alle Meere zusammen machen nur einen kleinen Teil der Wasserfläche aus – der weit überwiegende Teil entfällt auf die offenen Ozeane.
Der Südliche Ozean
Ob das Meer rund um die Antarktis ein eigener Ozean ist, war lange umstritten. Die Internationale Hydrographische Organisation schlug 2000 eine Abgrenzung bis zum sechzigsten südlichen Breitengrad vor. Eine förmliche Bestätigung durch alle Mitgliedstaaten steht bis heute aus.
Unabhängig davon führen viele Institutionen ihn inzwischen als fünften Ozean, darunter seit 2021 die National Geographic Society. In deutschen Schulatlanten taucht er unterschiedlich auf. Genau daraus entstehen die abweichenden Antworten auf die Ausgangsfrage.
Fachlich spricht für die eigene Kategorie, dass ihn eine ringförmige Meeresströmung vom übrigen Wasser abgrenzt. Diese Strömung ist die stärkste der Erde. Sie beeinflusst das Klima weit über die Antarktis hinaus.
Wer die Grenzen festlegt
Zuständig ist die Internationale Hydrographische Organisation mit Sitz in Monaco. Ihre Veröffentlichung mit dem Kürzel S-23 beschreibt Namen und Grenzen der Meeresgebiete. Die letzte vollständig verabschiedete Fassung stammt aus dem Jahr 1953.
Eine Neufassung wird seit Jahrzehnten diskutiert, scheitert aber an politischen Namensstreitigkeiten. Der bekannteste betrifft die Bezeichnung des Meeres zwischen Korea und Japan. Solange keine Einigung besteht, gilt der alte Stand.
Für die Praxis heißt das: Kartenwerke folgen unterschiedlichen Konventionen. Eine amtliche Weltliste mit fester Zahl gibt es deshalb nicht. Jede Angabe braucht die Quelle dazu.
Wie tief die Ozeane sind
Die tiefste bekannte Stelle liegt im Marianengraben im westlichen Pazifik und wird Challengertiefe genannt. Messungen ergeben rund 10.900 Meter, je nach Verfahren mit einigen Metern Abweichung. Der Mount Everest hätte dort vollständig Platz.
Die mittlere Tiefe aller Ozeane liegt dagegen bei etwa 3.700 Metern. Der weitaus größte Teil des Meeresbodens ist also Tiefsee. Küstennahe Flachwasserzonen machen nur einen kleinen Anteil aus.
Erreicht wurde die Challengertiefe erstmals 1960 mit dem Tauchboot Trieste. Seither gab es nur wenige bemannte Tauchgänge. Die meisten Daten stammen von unbemannten Geräten.
Wie viel des Meeresbodens kartiert ist
Ein internationales Vorhaben mit dem Namen Seabed 2030 will den gesamten Meeresboden bis zum Jahr 2030 vermessen. Zu Beginn 2017 lagen für weniger als ein Fünftel der Fläche brauchbare Tiefendaten vor. Inzwischen ist der Anteil auf gut ein Viertel gestiegen.
Gemessen wird mit Fächerecholoten, die vom Schiff aus einen Streifen des Bodens abtasten. Weil Schiffe langsam sind, dauert die Erfassung entsprechend lange. Auch Handelsschiffe und Forschungsboote liefern Daten zu.
Der Nutzen reicht von der Vorhersage von Flutwellen bis zur Planung von Seekabeln. Die Ergebnisse sind frei zugänglich. Sie fließen in ein weltweit einheitliches Kartenwerk ein.
Warum Meere unterschiedlich salzig sind
Der Salzgehalt hängt davon ab, wie viel Süßwasser zufließt und wie viel Wasser verdunstet. Die Ostsee ist deshalb salzarm, weil viele Flüsse münden und der Austausch mit der Nordsee eng ist. Das Rote Meer ist aus dem umgekehrten Grund besonders salzreich.
Im offenen Ozean liegt der Wert meist zwischen 34 und 36 Gramm pro Kilogramm Wasser. Große Abweichungen treten vor allem in Randmeeren auf. Sie beeinflussen dort auch, welche Arten leben können.
Für die Ostsee bedeutet das eine Mischung aus Süß- und Salzwasserarten, die anderswo nicht vorkommt. Fachleute sprechen von einem Brackwassermeer. Es ist eines der größten der Erde.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Meer und Ozean?
Ozeane sind die großen Becken, Meere kleinere, meist von Land begrenzte Teile davon.
Ist die Ostsee ein Meer?
Ja, ein Binnenmeer mit brackigem Wasser.
Ist das Kaspische Meer ein Meer?
Geografisch ein See, wegen Größe und Salzgehalt aber wie ein Meer behandelt.
Wie viele Meere gibt es in Europa?
Je nach Zählung rund ein Dutzend, darunter Nordsee, Ostsee, Mittelmeer, Schwarzes Meer und Adria.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Weltmeere gibt es? Fünf Ozeane im Überblick
- Wie viele Ozeane gibt es? Fünf und ihre Grenzen heute
- Wie viele Länder gibt es? 193, 195 oder mehr – je nach Zählung
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






