Wie viele Ozeane gibt es? Fünf und ihre Grenzen heute

Kurz gesagt: Es gibt fünf Ozeane: Pazifischer, Atlantischer, Indischer, Südlicher und Arktischer Ozean. Der Südliche Ozean wurde erst im Jahr 2000 als eigener Ozean benannt – davor wurden vier gezählt.

Physikalisch ist es ein einziges zusammenhängendes Wasser. Die Grenzen sind Konvention.

Die fünf Ozeane

Pazifischer Ozean. Der größte, rund 165 Millionen Quadratkilometer. Er ist größer als alle Landmassen der Erde zusammen. In ihm liegt mit dem Marianengraben die tiefste bekannte Stelle, etwa 11.000 Meter unter dem Meeresspiegel.

Atlantischer Ozean. Rund 82 Millionen Quadratkilometer. Er wächst, weil sich am Mittelatlantischen Rücken laufend neue Erdkruste bildet.

Indischer Ozean. Rund 73 Millionen Quadratkilometer und der wärmste der fünf.

Südlicher Ozean. Das Wasser rund um die Antarktis, etwa 20 Millionen Quadratkilometer.

Arktischer Ozean. Der kleinste und flachste, rund 14 Millionen Quadratkilometer, über weite Teile des Jahres von Eis bedeckt.

Warum der Südliche Ozean dazukam

Er hat keine Küsten im Norden, seine Grenze ist deshalb nicht durch Land bestimmt. Gezogen wird sie beim 60. Breitengrad Süd.

Der sachliche Grund für die Abgrenzung ist der Antarktische Zirkumpolarstrom: Er fließt ohne Unterbrechung um den Kontinent und trennt kaltes antarktisches Wasser von den wärmeren Wassermassen weiter nördlich. Damit ist dieses Gebiet ozeanografisch eigenständig.

Die Internationale Hydrographische Organisation nahm ihn im Jahr 2000 auf. Anerkannt ist er heute weitgehend, in älteren Karten und Schulbüchern fehlt er.

Meer oder Ozean?

Ozeane sind die großen Wasserbecken zwischen den Kontinenten. Meere sind kleinere, meist von Land umschlossene Teile davon – Nordsee, Mittelmeer, Ostsee.

Der Ozean ist die Kategorie, das Meer der Teil.

Ein paar Größenverhältnisse

Wasser bedeckt etwa 71 Prozent der Erdoberfläche. Rund 97 Prozent allen Wassers der Erde sind Salzwasser in den Ozeanen. Ihre mittlere Tiefe liegt bei etwa 3.700 Metern.

Wie Grenzen im Wasser gezogen werden

Ozeane sind zusammenhängend, ihre Grenzen also gedanklich gesetzt. Zuständig für die verbindliche Festlegung ist die Internationale Hydrographische Organisation, die Meeresgebiete in einem Standardwerk beschreibt. Staaten und Kartenverlage folgen diesen Definitionen meist, aber nicht immer.

Grenzen verlaufen entlang von Küsten, Meerengen, Breitengraden oder Meeresrücken. Zwischen Atlantik und Indischem Ozean etwa wird eine Linie am Südzipfel Afrikas gezogen. Solche Festlegungen sind Konvention, keine Naturgesetze.

Daraus folgt, dass unterschiedliche Länder unterschiedliche Zählungen verwenden können. In manchen Schulbüchern stehen weiterhin vier Ozeane. Beide Angaben lassen sich begründen.

Was die Ozeane antreibt

Große Strömungen verbinden alle Meeresgebiete zu einem System, das Wärme vom Äquator in Richtung Pole transportiert. Dieses System wird von Temperatur- und Salzgehaltsunterschieden angetrieben und als thermohaline Zirkulation bezeichnet. Ein Umlauf dauert Jahrhunderte.

Der bekannteste Teil davon ist die Strömung im Nordatlantik, die für das milde Klima in Nordwesteuropa mitverantwortlich ist. Ihre Stärke wird seit Jahrzehnten gemessen und ist Gegenstand intensiver Forschung. Veränderungen hätten erhebliche Folgen für das Wetter in Europa.

Oberflächenströmungen entstehen dagegen durch Wind und die Erddrehung. Sie bilden große Wirbel, in denen sich Treibgut sammelt. Die bekannten Müllansammlungen im Pazifik entstehen genau dort.

Die Tiefsee

Der größte Teil des Meeresbodens liegt tiefer als 3.000 Meter und ist damit dauerhaft ohne Licht. Trotz Dunkelheit, Kälte und Druck ist die Tiefsee besiedelt, unter anderem an heißen Quellen, deren Lebensgemeinschaften ohne Sonnenlicht auskommen. Ihre Entdeckung in den 1970er-Jahren gilt als Meilenstein der Meeresforschung.

Kartiert ist der Meeresboden bislang nur zu einem Teil in hoher Auflösung. Internationale Projekte arbeiten daran, ihn vollständig zu vermessen. Satelliten liefern nur grobe Werte, genaue Daten stammen von Schiffen.

Der tiefste bekannte Punkt liegt im westlichen Pazifik und reicht knapp elf Kilometer unter die Oberfläche. Er wurde mehrfach mit Tauchbooten erreicht. Solche Fahrten sind technisch aufwendiger als Raumflüge in die Erdumlaufbahn.

Warum die Ozeane das Klima bestimmen

Die Meere speichern den weitaus größten Teil der zusätzlichen Wärme im Klimasystem und nehmen einen erheblichen Anteil des ausgestoßenen Kohlendioxids auf. Dadurch dämpfen sie die Erwärmung der Atmosphäre. Beides hat Folgen für das Meer selbst.

Wärmeres Wasser dehnt sich aus, was neben schmelzendem Eis zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt. Die Aufnahme von Kohlendioxid senkt zugleich den pH-Wert, was als Versauerung bezeichnet wird. Für kalkbildende Organismen ist das ein Problem.

Messreihen dazu laufen seit Jahrzehnten an festen Stationen und über ein weltweites Netz treibender Messbojen. Die Daten sind öffentlich zugänglich. Sie gehören zu den bestbelegten Beobachtungen der Erdsystemforschung.

Wem das Meer gehört

Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen regelt, welche Rechte Staaten vor ihren Küsten haben. Das Küstenmeer reicht bis zwölf Seemeilen, die ausschließliche Wirtschaftszone bis 200 Seemeilen. Dahinter beginnt die Hohe See.

Der Meeresboden jenseits nationaler Zuständigkeit gilt als gemeinsames Erbe der Menschheit und wird von einer eigenen internationalen Behörde verwaltet. Sie entscheidet über Erkundung und mögliche Rohstoffgewinnung. Der Tiefseebergbau ist dort seit Jahren umstritten.

2023 wurde ein zusätzliches Abkommen zum Schutz der Meeresvielfalt auf Hoher See beschlossen. Es soll Schutzgebiete außerhalb nationaler Gewässer ermöglichen. Sein Inkrafttreten hängt an der Zahl der Ratifizierungen.

Wie viel Wasser die Erde hat

Rund 71 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, davon liegt der weitaus größte Teil in den Ozeanen. Süßwasser macht nur wenige Prozent des gesamten Wassers aus, und der größte Teil davon ist in Eis gebunden. Für Menschen unmittelbar nutzbar ist ein Bruchteil davon.

Die durchschnittliche Meerestiefe liegt bei etwa 3.700 Metern. Damit ist der Lebensraum Ozean in seinem Volumen um ein Vielfaches größer als alle Landlebensräume zusammen. Der überwiegende Teil davon ist bislang wenig erforscht.

Der Salzgehalt liegt im Mittel bei etwa 35 Gramm je Liter, schwankt aber regional deutlich. In der Ostsee ist er wegen der Flusszuflüsse viel niedriger, im Roten Meer höher. Diese Unterschiede treiben Strömungen mit an.

Häufige Fragen

Warum wurden früher vier Ozeane gezählt?

Weil der Südliche Ozean bis 2000 den drei angrenzenden Ozeanen zugerechnet wurde.

Welcher Ozean ist der größte?

Der Pazifik, mit Abstand.

Welcher ist der tiefste?

Ebenfalls der Pazifik, mit dem Marianengraben.

Sind alle Ozeane miteinander verbunden?

Ja. Man kann von jedem Punkt aus jeden anderen erreichen, ohne Land zu queren.

Wer legt die Grenzen fest?

Die Internationale Hydrographische Organisation.

Wie weit reicht die Wirtschaftszone eines Staates?

Bis 200 Seemeilen vor der Küste.

Warum sind Ozeane fürs Klima wichtig?

Sie speichern Wärme und nehmen Kohlendioxid auf.

Quellen

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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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