Wie viele Theorie Fragen gibt es? Der amtliche Fragenkatalog

Kurz gesagt: Der amtliche Fragenkatalog enthält für die Klasse B rund tausend Fragen, aufgeteilt in Grundstoff und klassenspezifischen Zusatzstoff. In der Prüfung werden davon 30 Fragen gestellt. Bestanden hat, wer höchstens zehn Fehlerpunkte sammelt und dabei nicht zwei Fragen mit je fünf Punkten falsch beantwortet.

Wer den Katalog erstellt

Der amtliche Fragenkatalog wird im Auftrag des Bundes von einer Arbeitsgemeinschaft der Technischen Prüfstellen erarbeitet und laufend gepflegt. Er ist damit bundesweit einheitlich und für alle Prüfstellen verbindlich. Fahrschulen und Lern-Apps arbeiten mit denselben Fragen.

Zweimal im Jahr, üblicherweise im April und Oktober, treten Änderungen in Kraft. Dann kommen neue Fragen dazu, andere werden gestrichen oder umformuliert. Wer über einen längeren Zeitraum lernt, sollte auf den Stand seiner Lernunterlagen achten.

Die Fragen sind nicht frei erfunden, sondern leiten sich aus Straßenverkehrsordnung, Zulassungsrecht und Fahrerlaubnisverordnung ab. Sie prüfen damit geltendes Recht. Änderungen im Verkehrsrecht schlagen entsprechend auf den Katalog durch.

Grundstoff und Zusatzstoff

Der Katalog gliedert sich in einen Grundstoff, der für alle Klassen gilt, und einen Zusatzstoff, der klassenspezifische Inhalte abdeckt. Für die Klasse B umfasst der Zusatzstoff etwa Fragen zu Anhängern, Ladung und Fahrzeugtechnik. Beide Teile werden in der Prüfung gemischt.

In der Prüfung zur Klasse B werden zwanzig Fragen aus dem Grundstoff und zehn aus dem Zusatzstoff gestellt. Diese Aufteilung ist fest vorgegeben. Die konkrete Auswahl erfolgt zufällig aus dem Katalog.

Wer eine weitere Klasse erwirbt, muss nur den zugehörigen Zusatzstoff nachholen, sofern der Grundstoff noch gültig ist. Das verkürzt Prüfung und Vorbereitung deutlich. Die Regeln dazu stehen in der Fahrerlaubnisverordnung.

Wie die Fragen bewertet werden

Jede Frage trägt zwei, drei, vier oder fünf Fehlerpunkte, je nach Bedeutung für die Verkehrssicherheit. Fragen zu Vorfahrt und Gefahrenlagen wiegen schwerer als solche zu Formalien. Die Punktzahl steht in den Lernunterlagen bei jeder Frage.

Bestanden ist die Prüfung mit höchstens zehn Fehlerpunkten. Werden zwei Fragen mit je fünf Punkten falsch beantwortet, gilt die Prüfung als nicht bestanden — auch wenn sonst alles richtig war. Diese Sonderregel überrascht regelmäßig.

Bei Mehrfachantworten muss jede zutreffende Antwort markiert sein; eine fehlende oder zusätzliche Markierung macht die ganze Frage falsch. Teilpunkte gibt es nicht. Genau daran scheitern viele Prüflinge.

Die Videofragen

Seit einigen Jahren enthält der Katalog Fragen mit kurzen Videosequenzen, die eine Verkehrssituation aus der Fahrerperspektive zeigen. Sie laufen maximal dreimal ab und lassen sich nicht anhalten. Erst danach erscheint die Frage.

Diese Aufgaben prüfen die Gefahrenwahrnehmung statt reines Auswendiglernen. Sie sind für viele die schwierigsten Fragen der Prüfung. Vorbereitung ist nur über wiederholtes Üben möglich.

In der Prüfung kommen mehrere solcher Fragen vor. Sie werden wie alle anderen mit Fehlerpunkten bewertet. Der Ablauf lässt sich in jeder gängigen Lern-App üben.

Die Prüfung im Ablauf

Die theoretische Prüfung findet am Computer bei einer Technischen Prüfstelle oder in dafür zugelassenen Räumen statt. Ein Ausweisdokument ist mitzubringen. Das Ergebnis liegt unmittelbar nach Abgabe vor.

Die Prüfung ist in mehreren Fremdsprachen verfügbar, darunter Englisch, Türkisch, Französisch und weitere. Die Auswahl erfolgt vorab über die Fahrschule. Inhaltlich sind die Fragen identisch.

Wer nicht besteht, kann die Prüfung nach einer Wartezeit von zwei Wochen wiederholen. Die Zahl der Versuche ist nicht begrenzt. Allerdings verfällt die Prüfung nach zwölf Monaten, wenn die praktische Prüfung nicht abgelegt wurde.

Warum viele Fragen unbekannt wirken

Viele Prüflinge lernen mit Apps, die vor allem häufig gestellte Fragen zeigen und seltene Fragen unterrepräsentieren. In der Prüfung erscheinen dann Fragen, die im Training kaum auftauchten. Das erklärt einen Teil der Durchfallquote.

Sinnvoll ist deshalb, den vollständigen Katalog mindestens einmal komplett durchzugehen statt nur Prüfungssimulationen zu wiederholen. Gute Apps bieten dafür eine Fortschrittsanzeige. Erst wenn alle Fragen einmal beantwortet wurden, ist die Vorbereitung vollständig.

Auch das reine Auswendiglernen von Antwortmustern führt bei Videofragen und umformulierten Aufgaben schnell an Grenzen. Verständnis schlägt hier Wiederholung. Die Prüfstellen ändern Formulierungen bewusst regelmäßig.

Wie sich der Katalog ändert

Neue Regelungen führen regelmäßig zu neuen Fragen, etwa zu Assistenzsystemen, Umweltzonen oder Elektromobilität. Gleichzeitig verschwinden Fragen zu Regelungen, die nicht mehr gelten. Der Umfang bleibt dabei ungefähr konstant.

Wer über Monate lernt, sollte sicherstellen, dass die verwendete App den aktuellen Stand hat. Seriöse Anbieter weisen das Datum des Katalogs aus. Ein veralteter Stand kostet in der Prüfung Punkte.

Fahrschulen erhalten die Aktualisierungen automatisch. Bei Selbstlernern ist das die häufigste Fehlerquelle. Ein Blick in die Einstellungen der App genügt.

Wie lange man lernen sollte

Als Faustregel gelten für die Klasse B etwa zwanzig bis vierzig Lernstunden, verteilt über mehrere Wochen. Wer alles in wenigen Tagen durchpaukt, behält deutlich weniger. Verteiltes Lernen ist bei diesem Stoff nachweislich wirksamer.

Sinnvoll ist, den Katalog in Themenblöcke zu unterteilen und diese nacheinander abzuarbeiten, statt immer wieder zufällige Prüfungssimulationen zu starten. Vorfahrt, Verkehrszeichen und Gefahrenlehre sind dabei die umfangreichsten Blöcke. Sie machen den größten Teil der Fehlerpunkte aus.

Die verpflichtenden Theoriestunden in der Fahrschule ersetzen das eigene Lernen nicht, sondern ergänzen es. Sie behandeln den Stoff thematisch, nicht in Frageform. Beides zusammen führt zum Ergebnis.

Kosten und Anmeldung

Die Gebühr für die theoretische Prüfung wird von der Technischen Prüfstelle erhoben und liegt im niedrigen zweistelligen Bereich. Dazu kommt eine Vorstellungsgebühr der Fahrschule. Beide Beträge fallen bei jeder Wiederholung erneut an.

Angemeldet wird über die Fahrschule, die den Antrag bei der Führerscheinstelle einreicht und den Prüftermin vereinbart. Voraussetzung ist, dass der Antrag auf die Fahrerlaubnis bereits genehmigt wurde. Ohne diese Genehmigung ist keine Prüfung möglich.

Frühestens drei Monate vor Erreichen des Mindestalters darf die Theorieprüfung abgelegt werden. Diese Frist steht in der Fahrerlaubnisverordnung. Die Fahrschule achtet in der Regel darauf.

Häufige Fragen

Wie viele Theoriefragen gibt es?

Für die Klasse B rund tausend im Katalog.

Wie viele kommen in der Prüfung dran?

Dreißig.

Wie viele Fehlerpunkte sind erlaubt?

Höchstens zehn.

Was passiert bei zwei Fünf-Punkte-Fehlern?

Die Prüfung gilt als nicht bestanden.

Was ist der Zusatzstoff?

Der klassenspezifische Teil des Katalogs.

Gibt es Videofragen?

Ja, sie laufen höchstens dreimal ab.

Wann ändert sich der Katalog?

Üblicherweise im April und Oktober.

Wie lange ist die Theorieprüfung gültig?

Zwölf Monate.

Wie lange sollte man lernen?

Etwa zwanzig bis vierzig Stunden über mehrere Wochen.

Wann darf man die Prüfung ablegen?

Frühestens drei Monate vor dem Mindestalter.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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