Engelszahl berechnen: Quersumme aus dem Geburtsdatum

Kurz gesagt: Ein „Engelszahl-Rechner“ bildet die Quersumme des Geburtsdatums und reduziert sie auf eine Ziffer von 1 bis 9 – Ausnahme sind die Meisterzahlen 11, 22 und 33. Rechnen kann man das in zwei Minuten selbst; eine Vorhersagekraft hat das Ergebnis nicht.

Es gibt keinen geheimen Algorithmus. Es ist eine Quersumme.

Die Rechnung Schritt für Schritt

1. Geburtsdatum vollständig aufschreiben, etwa 14.03.1988.

2. Alle Ziffern addieren: 1+4+0+3+1+9+8+8 = 34.

3. Ergebnis erneut zusammenzählen, bis eine einzelne Ziffer übrig bleibt: 3+4 = 7.

4. Ergibt sich zwischendurch 11, 22 oder 33, wird nach den üblichen Regeln nicht weiter reduziert – das sind die Meisterzahlen.

Die so ermittelte Zahl heißt in der Numerologie Lebenszahl. Der Begriff „Engelszahl“ wird oft synonym verwendet, meint ursprünglich aber die Zahlen, die einem im Alltag begegnen.

Was den Ergebnissen zugeschrieben wird

1 Anfang und Eigenständigkeit · 2 Ausgleich und Partnerschaft · 3 Ausdruck und Kreativität · 4 Ordnung und Ausdauer · 5 Wandel und Freiheit · 6 Verantwortung und Fürsorge · 7 Analyse und Rückzug · 8 Struktur und Erfolg · 9 Abschluss und Großzügigkeit.

Die Zuordnungen unterscheiden sich je nach Quelle. Ein gemeinsames Regelwerk gibt es nicht.

Warum die Beschreibungen so gut passen

Die Deutungen sind allgemein gehalten und enthalten meist eine Stärke und eine dazu passende Schwäche. Solche Beschreibungen erkennen fast alle Menschen bei sich wieder.

Der Effekt heißt Barnum-Effekt und wurde erstmals 1948 in einem klassischen Experiment gezeigt: Studierende bekamen alle denselben Text als angeblich persönliche Auswertung und bewerteten ihn ganz überwiegend als treffend.

Was der Rechner nicht kann

Er sagt nichts über Charakter, Zukunft oder Beziehungen vorher. Zwei Menschen mit demselben Geburtsdatum bekommen dieselbe Zahl – ihre Lebensläufe unterscheiden sich trotzdem vollständig.

Als Selbstbeschreibung oder Gesprächsanlass kann das Ergebnis unterhaltsam sein. Als Entscheidungsgrundlage taugt es nicht.

Ein Beispiel zum Nachrechnen

Für den 14. Juli 1988 werden alle Ziffern addiert: 1 plus 4 plus 0 plus 7 plus 1 plus 9 plus 8 plus 8 ergibt 38. Die Quersumme von 38 ist 11. Nach der üblichen Konvention bleibt 11 stehen, weil es als sogenannte Meisterzahl gilt.

Ohne diese Sonderregel würde man weiter zu 2 reduzieren. Genau an dieser Stelle unterscheiden sich die im Netz kursierenden Anleitungen. Wer zwei Rechner vergleicht, erhält deshalb oft zwei Ergebnisse.

Als Meisterzahlen gelten üblicherweise 11, 22 und 33. Eine verbindliche Festlegung gibt es nicht. Sie ist eine Vereinbarung innerhalb der Deutungslehre.

Was die Quersumme mathematisch bedeutet

Die wiederholte Quersumme einer Zahl heißt in der Mathematik digitale Wurzel. Sie entspricht dem Rest bei der Division durch neun, wobei die Null durch neun ersetzt wird. Das Ergebnis liegt deshalb immer zwischen eins und neun.

Daraus folgt, dass alle Menschen weltweit auf nur neun mögliche Werte verteilt werden. Rechnerisch teilen sich also viele Hundert Millionen Menschen dieselbe Zahl. Eine individuelle Aussage lässt sich daraus nicht ableiten.

Hinzu kommt, dass die Verteilung nicht ganz gleichmäßig ist, weil Geburtsdaten nicht zufällig streuen. Bestimmte Monate und Wochentage sind häufiger. Der Effekt ist klein, aber messbar.

Woher diese Rechenweise stammt

Die heutige Form der Zahlendeutung mit Quersummen wurde um 1900 in den Vereinigten Staaten populär, maßgeblich durch Veröffentlichungen von L. Dow Balliett. Sie berief sich dabei auf Pythagoras, ohne dass sich diese Herleitung belegen lässt. Antike Quellen kennen das Verfahren in dieser Form nicht.

Verbreitet wurde es im 20. Jahrhundert über Ratgeberliteratur und später über das Internet. Die Deutungen der einzelnen Zahlen gehen dabei auf wenige Grundtexte zurück. Das erklärt ihre Ähnlichkeit über viele Webseiten hinweg.

Eine wissenschaftliche Prüfung dieser Zuschreibungen gibt es nicht. Wer sie als Anregung zur Selbstreflexion nutzt, kann das tun. Als Grundlage für Entscheidungen sind sie ungeeignet.

Andere Rechenwege im Umlauf

Neben der Quersumme aus dem vollständigen Geburtsdatum kursieren weitere Verfahren. Eines addiert nur Tag und Monat, ein anderes rechnet die Buchstaben des Namens in Zahlen um. Auch dabei gibt es mehrere konkurrierende Zuordnungstabellen.

Die verbreitetste Namenstabelle ordnet den Buchstaben A bis I die Ziffern eins bis neun zu und beginnt danach wieder von vorn. Umlaute und das ß sind darin nicht vorgesehen. Für deutsche Namen muss deshalb improvisiert werden.

Da jede Variante andere Ergebnisse liefert, lässt sich keine als die richtige bezeichnen. Wer mehrere ausprobiert, erhält mehrere Zahlen. Das allein zeigt schon, wie beliebig die Festlegungen sind.

Was der Rechner nicht leisten kann

Ein Geburtsdatum enthält keine Information über Charakter, Beruf oder Beziehungen. Die Zahl, die dabei herauskommt, ist eine reine Rechengröße. Sie sagt über die Person nichts aus, was nicht vorher hineingelegt wurde.

Untersuchungen zu ähnlichen Verfahren, etwa zur Astrologie, konnten keine Zusammenhänge mit Persönlichkeitsmerkmalen nachweisen. Für die Zahlendeutung liegen keine eigenen Studien vor. Ein Nachweis fehlt damit vollständig.

Wie viele Menschen dieselbe Zahl haben

Weil die digitale Wurzel nur neun Werte kennt, entfallen rechnerisch mehrere Hundert Millionen Menschen auf jeden Wert. Selbst mit den drei Meisterzahlen bleiben es zwölf Gruppen. Eine persönliche Aussage ist damit ausgeschlossen.

Zum Vergleich: Die zwölf Tierkreiszeichen teilen die Menschheit in ähnlich große Gruppen. Auch dort scheitert jede individuelle Zuschreibung an der schieren Zahl. Das Argument gilt für beide Verfahren gleichermaßen.

Was der Rechner nicht ersetzt

Wer vor einer beruflichen oder persönlichen Entscheidung steht, kommt mit einer Zahl nicht weiter. Hilfreicher sind Gespräche mit Menschen, die den Bereich kennen, und das Sammeln belastbarer Informationen. Beratungsstellen und Kammern bieten das häufig kostenfrei an.

Als spielerische Selbstbeschäftigung ist die Rechnung unbedenklich. Sie kostet nichts und schadet niemandem. Erst der Anspruch auf Wahrheit macht sie problematisch.

Häufige Fragen

Braucht man dafür ein Programm?

Nein. Es ist eine Addition mit Papier und Stift.

Was sind Meisterzahlen?

11, 22 und 33 – Zwischenergebnisse, die nach den gängigen Regeln nicht weiter reduziert werden.

Kann sich die Zahl ändern?

Nein, sie beruht auf dem Geburtsdatum.

Gibt es Studien dazu?

Zur Vorhersagekraft der Numerologie keine, die eine Wirkung zeigen. Zum Barnum-Effekt sehr viele.

Quellen

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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