Was bedeutet validieren? Bedeutung einfach erklärt

Kurzantwort: Validieren heißt: prüfen, ob etwas gültig ist und seinen Zweck wirklich erfüllt. Das Wort geht auf das lateinische „validus“ für „stark, wirksam“ zurück. Im Qualitätsmanagement ist eine Validierung der dokumentierte Nachweis, dass ein Verfahren das gewünschte Ergebnis liefert. Im Alltag begegnet dir das Wort beim Entwerten von Fahrscheinen und beim Prüfen von Formulareingaben.

Du liest „validieren“ in einer Arbeitsanweisung, in einer Fehlermeldung deines Browsers oder auf einem Automaten am Bahnsteig. Der Kern bleibt jedes Mal gleich. Etwas wird auf Gültigkeit geprüft.

Der Unterschied steckt im Maßstab. Ein Prüflabor misst gegen eine festgelegte Anforderung. Ein Formular misst gegen erlaubte Zeichen. Ein Gespräch misst gegen das, was dein Gegenüber gerade erlebt.

Hier bekommst du die Bedeutung nach Fachgebiet, die Herkunft des Wortes und eine klare Abgrenzung zum ähnlich klingenden „verifizieren“.

Herkunft und Grundbedeutung

Validieren stammt vom lateinischen Verb „validare“. Das heißt „kräftigen“ oder „gültig machen“. Dahinter steht das Adjektiv „validus“ — stark, gesund, wirksam. Über das Französische und das Englische kam das Wort in die deutsche Fachsprache.

Der Duden führt zwei Lesarten: „für gültig erklären“ und „die Gültigkeit von etwas prüfen“. Beide Richtungen sind gebräuchlich. Ein Prüfer erklärt ein Verfahren für gültig. Ein Programm prüft, ob eine Eingabe gültig ist.

Verwandt sind „valide“ und „Validität“. Valide heißt belastbar oder stichhaltig. Validität meint in der Statistik, ob ein Test wirklich das misst, was er messen soll. Ein Fragebogen kann jedes Mal denselben Wert liefern und trotzdem am Ziel vorbeimessen. Zuverlässigkeit und Gültigkeit sind zwei getrennte Eigenschaften.

Validieren im Qualitätsmanagement

Die Normenreihe ISO 9000 beschreibt Validierung als Bestätigung durch objektiven Nachweis, dass die Anforderungen für einen bestimmten beabsichtigten Gebrauch erfüllt sind. Der Maßstab ist der Zweck, nicht nur das Papier.

In der Arzneimittel- und Lebensmittelherstellung ist das tägliche Praxis. Eine Prozessvalidierung belegt schriftlich, dass eine Anlage unter festgelegten Bedingungen wiederholbar Ware in der geforderten Qualität liefert. Dazu gehören mehrere aufeinanderfolgende Chargen, feste Messpunkte, Grenzwerte und ein Bericht, den eine benannte Person freigibt.

Validiert werden auch Reinigungsverfahren, Analysemethoden und Computersysteme. Fehlen diese Nachweise, beanstanden Aufsichtsbehörden die Herstellung. Die Validierung ist damit eine Genehmigungsvoraussetzung, keine freiwillige Fleißarbeit.

Der Zeitpunkt unterscheidet die Validierung von der laufenden Kontrolle. Validiert wird vor dem Regelbetrieb und erneut nach jeder wesentlichen Änderung, etwa nach einem Anlagenumbau oder einem Lieferantenwechsel. Die tägliche Überwachung läuft danach mit Stichproben weiter.

Validieren oder verifizieren

Beide Wörter stehen in denselben Normen und werden trotzdem oft vertauscht. Die Verifizierung prüft gegen die festgelegte Spezifikation. Die Validierung prüft gegen den beabsichtigten Gebrauch.

Im Software-Engineering hat sich dafür ein Merksatz eingebürgert, der auf Barry Boehm zurückgeht. Verifizierung beantwortet die Frage: Bauen wir das Produkt richtig? Validierung beantwortet die Frage: Bauen wir das richtige Produkt?

Ein Beispiel macht es greifbar. Ein Team programmiert ein Formular genau nach Lastenheft. Die Verifizierung ist damit bestanden. Wenn die Fachabteilung mit dem Formular ihre Arbeit trotzdem nicht erledigen kann, scheitert die Validierung.

Validieren in der IT

In der Programmierung meint Validierung meist die Eingabeprüfung. Ein Feld erwartet eine Postleitzahl, also fünf Ziffern. Alles andere wird abgelehnt oder markiert.

Dahinter steckt eine Sicherheitsfrage. Ungeprüfte Eingaben sind die Grundlage vieler Angriffe, etwa wenn Datenbankbefehle in ein Textfeld geschrieben werden. Deshalb gilt die Regel, jede Eingabe auf dem Server erneut zu prüfen, auch wenn der Browser sie schon geprüft hat. Prüfungen im Browser dienen dem Komfort und lassen sich umgehen.

Daneben gibt es Validatoren für Dateiformate. Der Markup-Validator des W3C prüft, ob eine Webseite den HTML-Regeln folgt. Ein XML-Dokument lässt sich gegen ein Schema validieren, eine JSON-Datei gegen ein JSON-Schema. Das Ergebnis ist eine Liste von Abweichungen mit Zeilennummer.

Praktisch heißt das: Die Verifizierung kann ein Team allein erledigen. Für die Validierung brauchst du die Menschen, die das Ergebnis später benutzen. Deshalb stehen am Ende einer Validierung oft Abnahmetests mit echten Anwendern und echten Daten.

Fahrschein validieren

In Österreich, der Schweiz und Italien liest du an Automaten und in Bussen „validieren“. Gemeint ist das Entwerten. Der Fahrschein bekommt Datum und Uhrzeit aufgedruckt und wird für diese Fahrt gültig.

Ein gekaufter, aber nicht entwerteter Fahrschein gilt bei vielen Verkehrsbetrieben als ungültig. In Italien heißt der Vorgang „convalidare“, in Frankreich „composter“. Wer ohne Entwertung kontrolliert wird, zahlt in der Regel ein erhöhtes Beförderungsentgelt.

Beim elektronischen Ticket gibt es denselben Schritt. Am Kartenleser wird die Fahrtberechtigung geprüft und für die Fahrt gültig gesetzt.

Gefühle validieren

In der Psychologie hat das Wort eine eigene Bedeutung. Validierung heißt dort, die Wahrnehmung und die Gefühle des Gegenübers als nachvollziehbar anzuerkennen. Ob du die Bewertung teilst, spielt dabei keine Rolle.

Der Begriff ist eng mit der Dialektisch-Behavioralen Therapie verbunden, die Marsha Linehan entwickelt hat. Validierung ist dort eine eigene Technik und steht vor jedem Änderungsvorschlag. Ein validierender Satz klingt etwa so: „Ich verstehe, dass dich das wütend gemacht hat.“

Der Gegenpol ist die Entwertung, also Sätze wie „Stell dich nicht so an“. Die Unterscheidung wird auch in der Pflege und in der Arbeit mit demenzkranken Menschen genutzt, wo Validation als eigener Ansatz beschrieben ist.

Häufige Fragen

Was bedeutet validieren auf Deutsch?

Für gültig erklären oder die Gültigkeit von etwas prüfen. Der Zusammenhang entscheidet, welche der beiden Lesarten gemeint ist.

Was ist der Unterschied zwischen validieren und verifizieren?

Verifizieren prüft gegen die Spezifikation. Validieren prüft gegen den beabsichtigten Zweck. Ein Produkt kann alle Vorgaben erfüllen und trotzdem für die Praxis untauglich sein.

Was heißt „Fahrschein validieren“?

Entwerten. Das Ticket bekommt am Automaten Datum und Uhrzeit und wird damit für die Fahrt gültig.

Was bedeutet valide?

Belastbar, stichhaltig, gültig. Valide Daten halten einer Prüfung stand. In der Statistik heißt valide, dass ein Test wirklich die Eigenschaft misst, die er messen soll.

Was ist eine Validierung in der Produktion?

Der dokumentierte Nachweis, dass ein Verfahren unter festgelegten Bedingungen wiederholbar das geforderte Ergebnis liefert.

Was heißt „Gefühle validieren“?

Anerkennen, dass das Erleben des anderen nachvollziehbar ist, bevor über Lösungen gesprochen wird.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

Nach oben scrollen