Was bedeutet Hakuna Matata? Bedeutung und Herkunft

Kurzantwort: „Hakuna Matata“ ist Suaheli und heißt „es gibt keine Probleme“ oder „keine Sorgen“. „Hakuna“ bedeutet „es gibt kein“, „matata“ bedeutet „Probleme“. Weltweit bekannt wurde der Ausdruck durch den Disney-Film „Der König der Löwen“ von 1994. In Ostafrika ist er vor allem im Umgang mit Reisenden geläufig.

Der Satz aus dem Zeichentrickfilm hat es in den Alltag geschafft, auf T-Shirts, Tassen und Tattoos. Die meisten kennen die Übersetzung „keine Sorgen“ und hören dabei das Lied von Timon und Pumbaa.

Der Ausdruck ist älter als der Film und stammt aus einer echten Sprache mit Millionen Sprecherinnen und Sprechern.

Hier bekommst du die wörtliche Bedeutung, die Aussprache, die Geschichte vor Disney, den Markenstreit und Sätze, die in Ostafrika wirklich benutzt werden.

Die wörtliche Bedeutung

Suaheli, auf Suaheli selbst Kiswahili, baut Verneinungen anders als das Deutsche. „Kuna“ heißt „es gibt“, „hakuna“ ist die verneinte Form, also „es gibt kein“.

„Matata“ ist die Mehrzahl und steht für Probleme, Ärger oder Schwierigkeiten. Zusammengesetzt ergibt sich wörtlich „es gibt keine Probleme“.

Gesprochen wird der Ausdruck ha-KU-na ma-TA-ta, mit Betonung jeweils auf der vorletzten Silbe. Alle Vokale sind kurz und klar, das h am Anfang wird deutlich gehaucht.

Sinngemäß passen im Deutschen „kein Problem“, „passt schon“ und „mach dir keine Sorgen“. Je nach Situation ist es Antwort, Beruhigung oder Verabschiedung.

Grammatisch steckt in „hakuna“ eine feste Vorsilbe der Verneinung. Nach demselben Muster entstehen Wendungen wie „hakuna maji“ für „es gibt kein Wasser“ oder „hakuna mtu“ für „es ist niemand da“. Wer das Muster kennt, versteht viele Sätze mit.

Wo Suaheli gesprochen wird

Suaheli gehört zu den Bantusprachen und ist eine der am weitesten verbreiteten Sprachen Afrikas. Amtssprache ist es in Tansania, Kenia, Uganda und Ruanda.

Als Verkehrssprache reicht der Raum weiter, unter anderem in den Osten der Demokratischen Republik Kongo, nach Burundi und in Teile Mosambiks. Viele Menschen sprechen Suaheli als Zweitsprache neben ihrer regionalen Erstsprache.

Der Wortschatz zeigt die Geschichte der Küstenregion. Neben dem Bantu-Kern stehen viele Lehnwörter aus dem Arabischen, dazu einzelne aus dem Persischen, Portugiesischen und Englischen.

Suaheli ist außerdem eine der Arbeitssprachen der Afrikanischen Union. Für Reisende ist die Sprache vergleichsweise zugänglich, weil die Aussprache regelmäßig ist und die Wörter meist so klingen, wie sie geschrieben werden.

Vor Disney: Jambo Bwana

Bekannt war der Ausdruck in Ostafrika längst, bevor ein Zeichentrickfilm ihn aufgriff. Die kenianische Band Them Mushrooms veröffentlichte 1982 das Lied „Jambo Bwana“, in dem die Zeile „hakuna matata“ vorkommt.

Das Stück wurde zu einem Erfolg im Tourismus der Region und in verschiedenen Fassungen nachgespielt. Damit war die Wendung schon eine bekannte Begrüßungs- und Beruhigungsformel für Gäste.

Für Reisende hat sie bis heute diese Rolle. Sie signalisiert Gelassenheit und wird oft als freundliche Antwort auf eine Bitte oder ein Dankeschön benutzt.

Ähnliches gilt für weitere Wörter aus dem Film. Der Name Simba heißt auf Suaheli „Löwe“, Rafiki heißt „Freund“ und Pumbaa lässt sich mit „einfältig“ oder „begriffsstutzig“ übersetzen. Die Namen sind also Beschreibungen.

Der Song aus dem König der Löwen

1994 kam „Der König der Löwen“ in die Kinos. Timon und Pumbaa singen darin „Hakuna Matata“ und erklären die Formel zur Lebenshaltung ohne Sorgen.

Die Musik der Lieder stammt von Elton John, die Texte von Tim Rice. Bei der Oscar-Verleihung 1995 gewann der Film den Preis für den besten Song, ausgezeichnet wurde „Can You Feel the Love Tonight“.

Durch den Film wurde der Ausdruck weltweit bekannt und wanderte in viele Sprachen. In der deutschen Fassung blieb er unübersetzt stehen, weil der Klang zum Lied gehört.

1997 kam das Musical dazu, das den Ausdruck auf die Bühne brachte. 2019 folgte eine Neuverfilmung mit fotorealistischer Animation, in der das Lied ebenfalls vorkommt. Damit erreichte die Wendung eine zweite Generation.

Der Streit um die Marke

Disney meldete den Ausdruck 1994 als Marke an, eingetragen wurde sie 2003 für Kleidung und Schuhe in den USA. Damit ist der Aufdruck auf T-Shirts geschützt.

2018 sorgte das für Kritik. Eine Petition warf dem Konzern vor, sich einen Ausdruck aus dem allgemeinen Sprachgebrauch Ostafrikas anzueignen. Zehntausende unterschrieben.

Rechtlich betrifft die Marke nur die eingetragenen Waren. Sprechen, schreiben oder singen darf den Ausdruck weiterhin jeder. Die Debatte drehte sich um die Frage, ob Alltagssprache einer Region überhaupt kommerziell geschützt werden sollte.

Für die Praxis heißt das: Auf einem selbst gestalteten T-Shirt für den Eigengebrauch ist der Ausdruck unproblematisch. Wer damit im großen Stil Kleidung verkaufen möchte, bewegt sich in den USA im geschützten Bereich.

Suaheli für den Alltag

Suaheli Deutsch
Hakuna matata Es gibt keine Probleme
Jambo / Habari Hallo / Wie geht es?
Asante sana Vielen Dank
Karibu Willkommen / Gern geschehen
Pole pole Langsam, immer mit der Ruhe

Im täglichen Gebrauch hörst du in Kenia und Tansania häufiger „hakuna shida“ oder „hamna shida“ mit derselben Bedeutung. „Hakuna matata“ gilt vielen als die Fassung für Gäste.

Häufige Fragen

Was heißt Hakuna Matata auf Deutsch?

Wörtlich „es gibt keine Probleme“, sinngemäß „kein Problem“ oder „keine Sorgen“.

Aus welcher Sprache kommt der Ausdruck?

Aus dem Suaheli, einer Bantusprache und Amtssprache unter anderem in Tansania, Kenia und Uganda.

Hat Disney den Ausdruck erfunden?

Nein. Er war in Ostafrika verbreitet und kam bereits 1982 im Lied „Jambo Bwana“ der Band Them Mushrooms vor.

Wie spricht man Hakuna Matata aus?

Ha-KU-na ma-TA-ta, betont jeweils auf der vorletzten Silbe.

Darf man den Ausdruck frei verwenden?

Im Sprachgebrauch ja. Die US-Marke von Disney betrifft Kleidung und Schuhe, nicht das Sprechen oder Schreiben.

Sagt man das in Ostafrika wirklich?

Ja, vor allem im Umgang mit Reisenden. Unter Einheimischen sind „hakuna shida“ und „hamna shida“ häufiger.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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