Wie viele Elefantenarten gibt es? Es sind drei

Kurz gesagt: Es gibt drei Elefantenarten: den Afrikanischen Steppenelefanten, den Afrikanischen Waldelefanten und den Asiatischen Elefanten. Der Waldelefant gilt erst seit genetischen Untersuchungen als eigene Art – zuvor wurde er als Unterart geführt.

Bis vor wenigen Jahren war die richtige Antwort zwei. Die Genetik hat das geändert.

Die drei Arten

Afrikanischer Steppenelefant. Das größte Landtier der Erde – Bullen erreichen über drei Meter Schulterhöhe und mehrere Tonnen. Große Ohren, nach außen gebogene Stoßzähne. Lebt in Savannen südlich der Sahara.

Afrikanischer Waldelefant. Deutlich kleiner, mit rundlicheren Ohren und geraden, nach unten weisenden Stoßzähnen. Lebt in den Regenwäldern Zentral- und Westafrikas.

Asiatischer Elefant. Kleiner als beide afrikanischen Arten, mit kleineren Ohren und gewölbtem Rücken. Meist tragen nur die Bullen Stoßzähne. Verbreitet von Indien bis Südostasien.

Warum die Trennung erst spät kam

Genetische Untersuchungen zeigten, dass sich Steppen- und Waldelefant vor mehreren Millionen Jahren getrennt haben – ein Abstand, der dem zwischen Asiatischem Elefanten und dem ausgestorbenen Mammut nahekommt.

2021 zog die Weltnaturschutzunion die Konsequenz und führt beide seither getrennt in ihrer Roten Liste.

Wie man sie unterscheidet

Ohren. Afrikanische Arten haben große Ohren, deren Umriss an den Kontinent erinnert. Asiatische Elefanten haben deutlich kleinere.

Rücken. Bei afrikanischen Arten durchgebogen, bei asiatischen gewölbt.

Rüsselspitze. Afrikanische Elefanten haben zwei Greiffortsätze, asiatische einen.

Wie bedroht sie sind

Alle drei Arten stehen auf der Roten Liste. Der Waldelefant gilt als vom Aussterben bedroht, der Steppenelefant als stark gefährdet, der Asiatische Elefant als gefährdet.

Die Hauptursachen sind Lebensraumverlust und Wilderei wegen des Elfenbeins. Der internationale Handel mit Elfenbein ist seit 1989 weitgehend verboten.

Wie Arten unterschieden werden

Ob zwei Populationen als eigene Arten gelten, wird heute vor allem über genetische Unterschiede und die Frage entschieden, ob sie sich in freier Wildbahn regelmäßig vermischen. Früher standen Körpermerkmale im Vordergrund. Der Methodenwechsel hat viele Einteilungen verändert.

Bei Elefanten zeigten genetische Untersuchungen, dass sich Steppen- und Waldelefant seit Millionen Jahren getrennt entwickelt haben. Der Unterschied ist damit größer als zwischen manchen anerkannten Arten anderer Gruppen. Diese Ergebnisse führten zur Trennung.

Formal wird die Einordnung von wissenschaftlichen Kommissionen und Fachgesellschaften geführt. Naturschutzorganisationen übernehmen sie für ihre Roten Listen. Die Umstellung dauert jeweils einige Jahre.

Warum die Trennung praktisch wichtig ist

Für den Naturschutz macht es einen erheblichen Unterschied, ob eine Population als eigene Art gilt. Bestandszahlen, Schutzstatus und Fördermittel werden je Art vergeben. Eine zusammengefasste Betrachtung kann Rückgänge verdecken.

Beim Waldelefanten wurde deutlich, dass die Bestände stärker eingebrochen sind, als es die Gesamtzahl vermuten ließ. Erst die getrennte Betrachtung machte das sichtbar. Der Schutzstatus wurde entsprechend angepasst.

Auch für den Handel mit Elfenbein hat die Einordnung Folgen, weil internationale Abkommen artbezogen gelten. Kontrollen setzen an der Artbestimmung an. Genetische Methoden helfen inzwischen bei der Herkunftsbestimmung beschlagnahmter Ware.

Lebensweise und Sozialverhalten

Elefanten leben in Familienverbänden aus verwandten Weibchen und deren Jungtieren, angeführt von einer erfahrenen Leitkuh. Bullen verlassen die Gruppe mit der Geschlechtsreife und leben einzeln oder in lockeren Gruppen. Diese Struktur ist bei allen Arten ähnlich.

Das Wissen der Leitkuh über Wasserstellen und Wanderwege entscheidet in Trockenzeiten über das Überleben der Gruppe. Untersuchungen zeigen, dass Gruppen mit älteren Leitkühen erfolgreicher sind. Der Verlust alter Tiere wirkt deshalb besonders schwer.

Elefanten verständigen sich über Laute im tiefen Frequenzbereich, die über mehrere Kilometer wahrnehmbar sind. Ein Teil davon liegt unterhalb der menschlichen Hörschwelle. Diese Kommunikation wurde erst in den 1980er-Jahren beschrieben.

Ihre Rolle im Ökosystem

Elefanten verbreiten Samen über weite Strecken, öffnen dichte Vegetation und schaffen damit Lebensraum für andere Arten. In Waldgebieten sind sie für die Verbreitung großer Baumsamen teils unersetzlich. Fachleute bezeichnen sie deshalb als Schlüsselart.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass Waldelefanten durch ihr Fressverhalten die Zusammensetzung des Waldes verändern und damit dessen Kohlenstoffspeicherung beeinflussen. Ihr Rückgang hat entsprechende Folgen. Solche Zusammenhänge werden derzeit intensiv erforscht.

Zugleich entstehen Konflikte mit Landwirtschaft, wenn Herden Felder durchqueren. Schutzprojekte arbeiten deshalb mit Wanderkorridoren, Zäunen und Ausgleichszahlungen. Ohne Beteiligung der lokalen Bevölkerung funktioniert Schutz nicht.

Wie stark sie bedroht sind

Die Weltnaturschutzunion führt die afrikanischen Arten getrennt und stuft den Waldelefanten als vom Aussterben bedroht ein, den Steppenelefanten als stark gefährdet. Der Asiatische Elefant gilt ebenfalls als stark gefährdet. Diese Einstufungen werden regelmäßig überprüft.

Hauptursachen sind Wilderei für Elfenbein und der Verlust von Lebensraum durch Landwirtschaft und Infrastruktur. Beide wirken zusammen. Der Handel mit Elfenbein ist international verboten, wird aber weiterhin betrieben.

Erfolge gibt es dort, wo Schutzgebiete gut ausgestattet sind und die Bevölkerung eingebunden ist. In einzelnen Regionen wachsen die Bestände wieder. Diese Beispiele sind gut dokumentiert.

Elefanten in Zoos

Die Haltung in Zoos wird kontrovers diskutiert, weil Elefanten in freier Wildbahn große Strecken zurücklegen und komplexe Sozialstrukturen haben. Moderne Anlagen setzen deshalb auf große Flächen, Gruppenhaltung und beschäftigungsreiche Fütterung. Die Anforderungen sind in Gutachten festgelegt.

Befürworter verweisen auf Erhaltungszucht, Forschung und Umweltbildung. Kritiker halten eine artgerechte Haltung für kaum erreichbar. Beide Argumente sind dokumentiert und werden fachlich vertreten.

Wer sich informieren will, findet die Haltungsvorgaben in den Säugetiergutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Sie beschreiben Mindestanforderungen im Detail. Sie sind frei zugänglich.

Häufige Fragen

Sind Mammuts Elefanten?

Sie gehören zur selben Familie und sind mit dem Asiatischen Elefanten näher verwandt als dieser mit den afrikanischen Arten.

Wie alt werden Elefanten?

In freier Wildbahn etwa 60 bis 70 Jahre.

Warum haben nur manche Stoßzähne?

Bei asiatischen Elefanten tragen meist nur Bullen welche. Bei afrikanischen Arten haben beide Geschlechter Stoßzähne.

Wie lange dauert eine Elefantenschwangerschaft?

Rund 22 Monate – die längste Tragzeit aller Landsäugetiere.

Warum wurden es drei Arten?

Genetische Untersuchungen zeigten große Unterschiede.

Warum ist die Einordnung wichtig?

Schutzstatus und Bestandszahlen gelten je Art.

Wie verständigen sich Elefanten?

Unter anderem über sehr tiefe Laute.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

Nach oben scrollen