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Kurz gesagt: Beschrieben sind über 500 Haiarten, je nach Quelle werden 520 bis 540 gezählt. Jedes Jahr kommen einige neue dazu, vor allem aus der Tiefsee. Die meisten Haie sind kleiner als eineinhalb Meter — das Bild vom großen Raubfisch trifft auf eine kleine Minderheit zu.
Die Zahl und ihre Grenzen
Datenbanken wie der Catalogue of Life und spezialisierte Verzeichnisse führen derzeit gut 500 anerkannte Arten. Die genaue Zahl schwankt, weil laufend Arten neu beschrieben oder zusammengelegt werden.
In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl deutlich gestiegen. Der Grund liegt weniger an neuen Fanggebieten als an genetischen Untersuchungen, die verborgene Arten sichtbar machen.
Rechnet man Rochen dazu, kommt man auf über 1.200 Arten. Beide gehören zu den Knorpelfischen und sind näher miteinander verwandt, als das Aussehen vermuten lässt.
Die großen Ordnungen
Haie gliedern sich in acht Ordnungen. Die artenreichste sind die Grundhaie mit über 270 Arten, darunter Katzenhaie, Hammerhaie und Requiemhaie.
Die Dornhaiartigen folgen mit über 120 Arten und leben überwiegend in der Tiefsee. Viele davon sind klein und selten.
Dazu kommen Makrelenhaie mit dem Weißen Hai und dem Makohai, Ammenhaiartige mit dem Walhai, sowie Sägehaie, Engelhaie, Stierkopfhaie und die urtümlichen Kammzähnerhaie.
Größe und Vielfalt
Der Walhai ist mit bis zu zwölf Metern der größte Fisch überhaupt. Er ernährt sich von Plankton und ist für Menschen ungefährlich.
Am anderen Ende steht der Zwerglaternenhai, der ausgewachsen kaum zwanzig Zentimeter erreicht und in eine Hand passt.
Die Mehrheit der Arten liegt bei unter anderthalb Metern. Große Raubhaie sind die Ausnahme, nicht der Normalfall.
Wo sie leben
- In allen Ozeanen, von der Arktis bis in tropische Riffe
- In der Tiefsee bis über 3.000 Meter
- In Küstengewässern und Mangroven
- Der Bullenhai auch in Flüssen und Süßwasserseen
- Der Grönlandhai unter arktischem Eis
Wie alt sie werden
Der Grönlandhai gilt als das langlebigste bekannte Wirbeltier. Altersbestimmungen an der Augenlinse ergaben Werte von deutlich über zweihundert Jahren.
Auch andere Arten werden alt: Dornhaie erreichen mehrere Jahrzehnte, Weiße Haie vermutlich siebzig Jahre und mehr.
Dieses hohe Alter hat eine Kehrseite. Wer spät geschlechtsreif wird und wenige Junge bekommt, erholt sich nach Bestandseinbrüchen sehr langsam.
Die Fortpflanzung
Haie legen entweder Eikapseln, die als Nixentaschen bekannt sind, oder bringen lebende Junge zur Welt. Beide Formen kommen innerhalb der Gruppe vor.
Die Zahl der Nachkommen ist gering, oft nur wenige pro Wurf. Manche Arten tragen über ein Jahr, der Dornhai sogar fast zwei Jahre.
Bei einigen Arten fressen die Embryonen im Mutterleib ihre Geschwister oder unbefruchtete Eier. Am Ende kommen wenige, aber große und überlebensfähige Junge zur Welt.
Die Sinne
Haie riechen außerordentlich gut und können winzige Konzentrationen im Wasser wahrnehmen. Das erklärt, warum sie Beute über große Entfernungen finden.
Zusätzlich besitzen sie elektrische Sinnesorgane in der Schnauze, die schwache Muskelströme anderer Tiere erfassen. Damit finden manche Arten Beute, die vollständig im Sand vergraben ist.
Das Seitenlinienorgan registriert Druckwellen. Zusammen ergeben diese Sinne ein Bild der Umgebung, das weit über das Sehen hinausgeht.
Der Bestand
Ein erheblicher Teil der Hai- und Rochenarten gilt als bedroht. Untersuchungen zeigen für die offene See starke Rückgänge über die letzten Jahrzehnte.
Die Hauptursachen sind Überfischung, Beifang in der Langleinen- und Netzfischerei sowie der Handel mit Flossen.
Weil Haie langsam wachsen und wenige Junge bekommen, wirken sich Verluste über Jahrzehnte aus. Ein einmal zusammengebrochener Bestand kehrt nicht in wenigen Jahren zurück.
Gefahr für Menschen
Weltweit werden pro Jahr einige Dutzend unprovozierte Angriffe registriert, von denen ein kleiner Teil tödlich endet. Beteiligt sind fast immer dieselben wenigen Arten.
Weißer Hai, Tigerhai und Bullenhai stehen in den Statistiken vorn. Über 500 andere Arten spielen praktisch keine Rolle.
Gemessen an der Zahl der Menschen im Wasser ist das Risiko sehr gering. Die öffentliche Wahrnehmung hängt stark an einzelnen Filmen und Schlagzeilen.
Haie in Nord- und Ostsee
Auch vor der deutschen Küste leben Haie. Der Kleingefleckte Katzenhai und der Dornhai kommen in der Nordsee vor.
Gelegentlich verirren sich Heringshaie in die Deutsche Bucht. Für Badende sind diese Arten ungefährlich.
In der Ostsee sind Haie selten, weil der niedrige Salzgehalt für die meisten Arten ungeeignet ist.
Der Schutz
Mehrere Arten stehen im Washingtoner Artenschutzübereinkommen, das den internationalen Handel reglementiert. Für einige gelten Fangverbote in europäischen Gewässern.
Das Abtrennen der Flossen an Bord ist in der EU verboten; Haie müssen mit anhängenden Flossen angelandet werden.
Die Wirkung solcher Regeln hängt an der Kontrolle auf hoher See, und genau dort ist die Datenlage am dünnsten.
Neu beschriebene Arten
Jedes Jahr kommen mehrere neue Haiarten dazu. Viele stammen aus der Tiefsee, wo Fangschiffe und Forschungstauchboote Tiere finden, die vorher nie erfasst wurden.
Andere Neubeschreibungen entstehen im Labor: Was jahrzehntelang als eine weit verbreitete Art galt, entpuppt sich im Genvergleich als mehrere getrennte Arten.
Besonders die Katzen- und Laternenhaie liefern regelmäßig solche Fälle. Sie sind klein, unauffällig und leben in Tiefen, die selten systematisch untersucht werden.
Haie in der Forschung
Satellitensender an der Rückenflosse zeigen, dass einzelne Weiße Haie ganze Ozeane durchqueren und dabei jedes Jahr denselben Routen folgen.
Solche Daten verändern das Bild vom Standorttreuen Räuber grundlegend und sind die Grundlage für grenzüberschreitende Schutzabkommen.
Sie zeigen auch, warum nationale Schutzgebiete allein nicht ausreichen: Ein Tier, das zwischen Kontinenten wandert, verlässt jedes Schutzgebiet regelmäßig.
Häufige Fragen
Wie viele Haiarten gibt es?
Über 500 sind beschrieben.
Wie groß wird der größte Hai?
Der Walhai bis etwa zwölf Meter.
Wie klein ist der kleinste?
Der Zwerglaternenhai bleibt unter zwanzig Zentimetern.
Wie alt werden Haie?
Der Grönlandhai über zweihundert Jahre.
Welche Arten sind gefährlich?
Vor allem Weißer Hai, Tigerhai und Bullenhai.
Gibt es Haie in der Nordsee?
Ja, etwa Katzenhai und Dornhai.
Wie viele Junge bekommen sie?
Meist nur wenige pro Wurf.
Sind Haie bedroht?
Ein erheblicher Teil der Arten ja.
Kommen neue Arten dazu?
Ja, jedes Jahr mehrere.
Wie weit wandern Haie?
Einzelne Weiße Haie durchqueren ganze Ozeane.
Quellen
Das passt dazu
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






