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Kurz gesagt: Von der Internationalen Astronomischen Union anerkannt sind fünf Zwergplaneten: Pluto, Eris, Ceres, Makemake und Haumea. Als Kandidaten gelten mehrere Dutzend bis über hundert weitere Objekte.
Die Zahl fünf ist keine Aussage über das Sonnensystem. Sie ist eine Aussage darüber, wie viele Objekte bislang formal eingeordnet wurden.
Die drei Kriterien
Ein Zwergplanet muss:
1. die Sonne umkreisen,
2. massereich genug sein, dass die eigene Schwerkraft ihn annähernd rund formt,
3. seine Bahn nicht von anderen Objekten freigeräumt haben.
Punkt drei unterscheidet ihn vom Planeten. Genau daran scheiterte Pluto 2006: Er teilt sich seine Bahnregion mit vielen weiteren Objekten des Kuipergürtels.
Die fünf anerkannten
Pluto. 1930 entdeckt, bis 2006 als neunter Planet geführt. Durchmesser rund 2.380 Kilometer.
Eris. 2005 entdeckt. Etwa so groß wie Pluto, aber massereicher – seine Entdeckung stieß die Debatte um die Planetendefinition erst an.
Ceres. Der einzige im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, rund 940 Kilometer Durchmesser. Nach seiner Entdeckung 1801 galt er jahrzehntelang als Planet.
Makemake und Haumea. Beide 2005 im Kuipergürtel entdeckt. Haumea ist auffällig länglich, weil er sich extrem schnell dreht – eine Umdrehung dauert weniger als vier Stunden.
Warum die Zahl wachsen kann
Kriterium zwei – die runde Form – lässt sich bei weit entfernten, lichtschwachen Objekten nur schwer nachweisen. Solange Größe und Form nicht sicher bestimmt sind, bleibt ein Objekt Kandidat.
Zu den aussichtsreichsten zählen Gonggong, Quaoar, Sedna und Orcus. Manche Schätzungen gehen davon aus, dass allein im Kuipergürtel über hundert Objekte die Bedingungen erfüllen.
Die Umlaufzeiten
Pluto braucht rund 248 Jahre für eine Runde um die Sonne, Eris etwa 557. Seit Plutos Entdeckung 1930 hat er noch nicht einmal die Hälfte seiner Bahn zurückgelegt.
Wie die Entscheidung 2006 zustande kam
Anlass für die Neudefinition war die Entdeckung von Objekten jenseits der Neptunbahn, die Pluto in der Größe nahekamen oder ihn übertrafen. Ohne neue Regel hätte die Zahl der Planeten laufend wachsen müssen. Die Internationale Astronomische Union beschloss deshalb 2006 eine Definition mit drei Bedingungen.
Entscheidend ist die dritte Bedingung: Ein Planet muss die Umgebung seiner Bahn freigeräumt haben. Pluto teilt seine Bahnregion mit vielen anderen Objekten des Kuipergürtels und erfüllt das nicht. Deshalb wurde er der neuen Kategorie zugeordnet.
Die Entscheidung war und ist umstritten, weil sie auf einer Abstimmung unter anwesenden Mitgliedern beruhte und die dritte Bedingung nicht scharf quantifiziert ist. Einzelne Forschungsgruppen verwenden abweichende Definitionen. Die offizielle Zählung folgt aber der Beschlusslage.
Der Kuipergürtel
Jenseits der Neptunbahn liegt eine Scheibe aus eisigen Körpern, die als Kuipergürtel bezeichnet wird. Sie reicht etwa vom Dreißigfachen bis zum Fünfzigfachen des Abstands zwischen Erde und Sonne. Pluto ist eines ihrer größten bekannten Mitglieder.
Die Objekte dort gelten als Überreste der Entstehungszeit des Sonnensystems, die nie zu einem größeren Körper zusammenwuchsen. Ihre Zusammensetzung liefert deshalb Hinweise auf die Frühzeit. Genau deswegen sind sie wissenschaftlich interessant.
Noch weiter außen wird eine kugelförmige Wolke aus Kometenkernen vermutet, die bislang nur indirekt erschlossen ist. Direkt beobachtet wurde sie nicht. Sie gilt als Quelle langperiodischer Kometen.
Wie solche Objekte entdeckt werden
Gefunden werden ferne Körper, indem Aufnahmen desselben Himmelsausschnitts zu verschiedenen Zeiten verglichen werden. Was sich vor dem Sternenhintergrund bewegt, ist ein Kandidat. Die Auswertung erfolgt heute weitgehend automatisch.
Aus mehreren Beobachtungen wird die Bahn berechnet, aus Helligkeit und Entfernung ein Durchmesser geschätzt. Ob ein Objekt rund genug für die Einstufung als Zwergplanet ist, lässt sich aus der Entfernung oft nicht sicher sagen. Deshalb gilt eine ganze Reihe von Körpern nur als Kandidat.
Genauere Werte liefern Sternbedeckungen: Zieht ein Objekt vor einem Stern vorbei, lässt sich aus der Dauer des Lichtabfalls an mehreren Beobachtungsorten die Form ableiten. Solche Ereignisse werden gezielt vorhergesagt. Amateurastronomen tragen dazu wesentlich bei.
Was Raumsonden gezeigt haben
2015 flog eine Raumsonde an Pluto vorbei und lieferte erstmals hochaufgelöste Bilder. Sie zeigten Eisgebirge, Ebenen aus gefrorenem Stickstoff und Hinweise auf geologische Aktivität. Damit war klar, dass auch kleine, ferne Körper nicht tot sein müssen.
Eine andere Sonde umkreiste zuvor den größten Körper des Asteroidengürtels und fand dort helle Ablagerungen aus Salzen sowie Hinweise auf früheres flüssiges Wasser. Auch dieser Körper wird als Zwergplanet geführt. Beide Missionen haben das Bild dieser Objektklasse verändert.
Weitere Missionen zu fernen Zwergplaneten sind vorgeschlagen, aber wegen der langen Flugzeiten aufwendig. Ein Flug in den äußeren Kuipergürtel dauert etwa ein Jahrzehnt. Solche Vorhaben binden Ressourcen über Generationen von Forschenden.
Warum die Zahl weiter wachsen dürfte
Neue Durchmusterungen mit großen Teleskopen erfassen den Himmel systematisch und wiederholt. Dabei werden regelmäßig neue Objekte jenseits der Neptunbahn gefunden. Ein Teil davon dürfte groß genug für die Einstufung sein.
Ob ein Kandidat offiziell anerkannt wird, hängt von belastbaren Angaben zu Größe und Form ab. Diese Prüfung dauert oft Jahre. Deshalb liegt die Zahl der Kandidaten weit über der Zahl der anerkannten Objekte.
Wer die aktuelle Zählung sucht, findet sie bei der Internationalen Astronomischen Union und beim Minor Planet Center. Diese Stellen führen die verbindlichen Listen. Angaben in älteren Artikeln sind schnell überholt.
Häufige Fragen
Warum ist Pluto kein Planet mehr?
Weil er seine Bahnregion nicht freigeräumt hat. Alle anderen Kriterien erfüllt er.
Wie viele Planeten gibt es dann?
Acht: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.
Haben Zwergplaneten Monde?
Ja. Pluto hat fünf bekannte, darunter Charon, der fast halb so groß ist wie Pluto selbst.
Ist Ceres ein Asteroid oder ein Zwergplanet?
Beides trifft zu: Er liegt im Asteroidengürtel und erfüllt zugleich die Kriterien eines Zwergplaneten.
Warum wurde die Definition 2006 geändert?
Weil immer neue Objekte in Plutogröße gefunden wurden.
Was ist der Kuipergürtel?
Eine Scheibe eisiger Körper jenseits der Neptunbahn.
Wo steht die verbindliche Liste?
Bei der Internationalen Astronomischen Union.
Quellen
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






