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Kurz gesagt: Von den über 8 Milliarden Menschen sind knapp 4 Milliarden Frauen. Weltweit gibt es einen leichten Männerüberschuss von etwa 0,5 bis 1 Prozent. In höheren Altersgruppen kehrt sich das Verhältnis deutlich um – dort sind Frauen klar in der Mehrheit.
Global sind es mehr Männer. In Deutschland sind es mehr Frauen. Beides stimmt.
Das weltweite Verhältnis
Auf 100 Frauen kommen weltweit etwa 101 Männer. Der Unterschied entsteht durch zwei gegenläufige Effekte.
Bei der Geburt kommen von Natur aus etwas mehr Jungen zur Welt – etwa 105 Jungen auf 100 Mädchen. Das ist ein biologisches Muster.
Im Lebensverlauf sterben Männer im Schnitt früher. Ab dem mittleren Alter kippt das Verhältnis, bei den über 80-Jährigen sind Frauen deutlich in der Überzahl.
Wo die Unterschiede groß sind
In einigen Ländern Asiens ist der Männerüberschuss deutlich stärker ausgeprägt als biologisch erklärbar. Fachleute führen das auf geschlechtsselektive Praktiken und auf Benachteiligung von Mädchen zurück.
Umgekehrt gibt es in mehreren osteuropäischen Ländern einen ausgeprägten Frauenüberschuss – dort ist die Lebenserwartung von Männern besonders niedrig.
In den Golfstaaten entsteht ein extremer Männerüberschuss durch Arbeitsmigration, nicht durch Geburten.
Deutschland
Hier leben etwas mehr Frauen als Männer. Der Grund ist die höhere Lebenserwartung: Frauen werden im Schnitt rund fünf Jahre älter.
Bei den unter 50-Jährigen sind Männer leicht in der Mehrheit, bei den über 65-Jährigen kehrt sich das Verhältnis um.
Warum Frauen länger leben
Es wirken biologische und verhaltensbezogene Faktoren zusammen. Diskutiert werden hormonelle Unterschiede, das zweite X-Chromosom sowie riskanteres Verhalten, mehr Rauchen und Alkohol und seltenere Arztbesuche bei Männern.
Der Abstand hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Ländern verringert – ein Hinweis darauf, dass Verhalten eine erhebliche Rolle spielt.
Wie solche Zahlen entstehen
Weltweite Bevölkerungszahlen beruhen auf nationalen Volkszählungen, Melderegistern und Stichprobenerhebungen, die von den Vereinten Nationen zusammengeführt werden. Für Länder ohne aktuelle Zählung werden Werte fortgeschrieben. Deshalb sind alle Angaben Schätzungen mit Unsicherheitsbereich.
Die zugehörigen Datensätze werden regelmäßig überarbeitet, weshalb sich Zahlen zwischen zwei Ausgaben ändern können. Die Methodik ist jeweils dokumentiert. Sie ist frei zugänglich.
Für Deutschland liefert das Statistische Bundesamt die maßgeblichen Zahlen, die auf der Fortschreibung des Zensus beruhen. Auch hier gibt es Korrekturen nach jeder neuen Zählung. Der letzte Zensus hat mehrere Werte spürbar verändert.
Warum mehr Jungen geboren werden
Weltweit kommen auf hundert Mädchen etwa hundertfünf Jungen zur Welt. Dieses Verhältnis ist biologisch stabil und in nahezu allen Ländern ähnlich. Als Erklärung gilt die höhere Sterblichkeit männlicher Föten und Säuglinge.
Im Lauf des Lebens gleicht sich das Verhältnis an und kehrt sich in höheren Altersgruppen um. In Deutschland liegt der Umschlagpunkt etwa im mittleren Erwachsenenalter. Ab dann sind Frauen in der Mehrheit.
In einigen Ländern liegt das Geburtenverhältnis deutlich über dem biologischen Wert. Fachleute führen das auf geschlechtsselektive Praktiken zurück. Diese Abweichungen sind statistisch gut sichtbar.
Warum Frauen länger leben
Die höhere Lebenserwartung von Frauen ist weltweit zu beobachten und liegt in Deutschland bei mehreren Jahren. Diskutiert werden biologische Faktoren wie hormonelle Unterschiede und ein zweites X-Chromosom sowie Verhaltensfaktoren. Beides wirkt zusammen.
Männer rauchen und trinken im Mittel mehr, sterben häufiger durch Unfälle und nehmen Vorsorgeangebote seltener wahr. Diese Unterschiede erklären einen erheblichen Teil der Lücke. Sie haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verringert.
Entsprechend ist der Abstand in Ländern mit ähnlichem Verhalten kleiner. Er ist also nicht naturgegeben festgelegt. Prognosen gehen von weiterer Angleichung aus.
Was der Frauenüberschuss im Alter bedeutet
In den höheren Altersgruppen leben deutlich mehr Frauen als Männer, was Folgen für Pflege, Wohnen und Alterssicherung hat. Viele ältere Frauen leben allein. Das erhöht das Risiko von Einsamkeit und Armut.
Bei den Renten wirken sich Erwerbsunterbrechungen und Teilzeit besonders aus, weshalb Frauen im Mittel geringere Ansprüche haben. Diese Lücke ist statistisch gut dokumentiert. Sie verringert sich nur langsam.
Kommunen und Verbände richten deshalb Angebote gezielt auf ältere Frauen aus. Statistische Angaben dazu veröffentlichen die Statistischen Landesämter. Sie sind für Planung nutzbar.
Regionale Unterschiede
In einigen Golfstaaten liegt der Männeranteil weit über dem Durchschnitt, weil viele Arbeitsmigranten dort ohne Familie leben. In Teilen Osteuropas überwiegen dagegen Frauen deutlich, vor allem wegen niedriger männlicher Lebenserwartung. Beide Abweichungen haben klare Ursachen.
Auch innerhalb von Ländern gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie zwischen Regionen mit Abwanderung. In Deutschland zeigen einzelne ländliche Kreise einen Männerüberschuss im jungen Erwachsenenalter. Dahinter steht die Abwanderung junger Frauen.
Solche Verschiebungen wirken sich auf Arbeitsmarkt, Vereinsleben und Familiengründung aus. Regionalstatistiken machen sie sichtbar. Sie sind eine wichtige Grundlage für kommunale Planung.
Wie sich die Weltbevölkerung entwickelt
Die Weltbevölkerung wächst weiter, allerdings mit sinkender Geschwindigkeit, weil die Kinderzahl je Frau in fast allen Regionen zurückgeht. Prognosen der Vereinten Nationen sehen einen Höhepunkt im Lauf dieses Jahrhunderts. Der genaue Zeitpunkt ist umstritten.
Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter, weil Menschen länger leben und weniger Kinder geboren werden. Diese Alterung betrifft inzwischen auch Schwellenländer. Sie ist die bedeutendste demografische Entwicklung der Gegenwart.
Für die Geschlechterverteilung bedeutet das einen wachsenden Frauenanteil in den oberen Altersgruppen. Insgesamt bleibt das Verhältnis nahezu ausgeglichen. Die Verschiebung findet innerhalb der Altersstruktur statt.
Häufige Fragen
Gibt es mehr Männer oder Frauen?
Weltweit knapp mehr Männer, in Deutschland mehr Frauen.
Warum werden mehr Jungen geboren?
Das Verhältnis von etwa 105 zu 100 ist biologisch angelegt; die Ursache ist nicht abschließend geklärt.
Wie viele Frauen leben in Deutschland?
Etwas mehr als 42 Millionen bei rund 83 Millionen Einwohnern.
Wo findet man aktuelle Zahlen?
Bei den Vereinten Nationen und für Deutschland beim Statistischen Bundesamt.
Werden mehr Jungen geboren?
Ja, etwa 105 auf 100 Mädchen.
Ab wann überwiegen Frauen?
Etwa ab dem mittleren Erwachsenenalter.
Warum leben Frauen länger?
Biologische und verhaltensbedingte Faktoren wirken zusammen.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Menschen gibt es auf der Welt? Über 8 Milliarden
- Wie viele Türken gibt es auf der Welt? Zahlen und Diaspora
- Wie viele Chinesen gibt es? Rund 1,4 Milliarden Menschen
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






