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Kurz gesagt: Täglicher Konsum bedeutet vor allem viel Koffein und viel Zucker. Eine 250-Milliliter-Dose enthält etwa 80 Milligramm Koffein – so viel wie eine Tasse Kaffee – und rund 27 Gramm Zucker, also fast neun Stück Würfelzucker. Die Folgen reichen von Schlafstörungen über Herzrasen bis zu Karies und Gewichtszunahme.
Das Problem ist selten eine Dose. Es sind die Mengen, in denen Energydrinks getrunken werden.
Was drin ist
Koffein. Rechtlich sind bis zu 32 Milligramm je 100 Milliliter erlaubt – bei einer 500-Milliliter-Dose also bis zu 160 Milligramm.
Zucker. Meist um die 11 Gramm je 100 Milliliter.
Taurin, Glucuronolacton, B-Vitamine. Ihr Beitrag zur Wirkung ist nicht belegt; die spürbare Wirkung kommt vom Koffein.
Die Grenzwerte
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält für gesunde Erwachsene 400 Milligramm Koffein am Tag für unbedenklich, als Einzeldosis bis 200 Milligramm.
Für Schwangere gilt die Hälfte. Für Kinder und Jugendliche wird eine Obergrenze von etwa 3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht genannt – bei einem 50 Kilogramm schweren Jugendlichen also rund 150 Milligramm, also weniger als eine große Dose.
Die Folgen bei täglichem Konsum
Schlaf. Koffein hat eine Halbwertszeit von mehreren Stunden. Ein Drink am Nachmittag verschlechtert die Schlafqualität in der Nacht – auch wenn man einschläft.
Herz-Kreislauf. Blutdruck- und Herzfrequenzanstieg. Bei hohen Mengen sind Herzrhythmusstörungen beschrieben, vor allem in Kombination mit Sport oder Alkohol.
Zähne. Die Kombination aus Säure und Zucker greift den Schmelz an. Zahnärzte sehen bei regelmäßigem Konsum charakteristische Erosionen.
Gewicht. Eine Dose täglich entspricht über ein Jahr einer erheblichen zusätzlichen Zuckermenge.
Gewöhnung. Der Körper passt sich an; die anregende Wirkung lässt nach, beim Weglassen kommen Kopfschmerzen und Müdigkeit.
Die riskanten Kombinationen
Mit Alkohol. Koffein überdeckt die Müdigkeit, ohne die Wirkung des Alkohols zu verringern. Man fühlt sich nüchterner, als man ist – ein bekanntes Risiko.
Beim Sport. Große Mengen bei starker körperlicher Belastung und Flüssigkeitsverlust sind die Konstellation, aus der die meisten dokumentierten Zwischenfälle stammen.
Wer besonders vorsichtig sein sollte
Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende, Menschen mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Angststörungen oder Schlafproblemen.
In mehreren Ländern gibt es eine Altersgrenze für den Verkauf; in Deutschland besteht sie bisher nicht.
Wie Koffein im Körper wirkt
Koffein blockiert im Gehirn die Andockstellen für Adenosin, einen Stoff, der Müdigkeit signalisiert. Die Müdigkeit verschwindet dadurch nicht, sie wird nur nicht mehr wahrgenommen. Sobald die Wirkung nachlässt, meldet sie sich verstärkt zurück.
Die Halbwertszeit liegt bei Erwachsenen bei etwa drei bis fünf Stunden, bei Schwangeren und bei Einnahme bestimmter Medikamente deutlich länger. Ein Getränk am Nachmittag wirkt deshalb bis in die Nacht. Das ist einer der Hauptgründe für gestörten Schlaf.
Bei täglichem Konsum gewöhnt sich der Körper an die Blockade und bildet mehr Andockstellen. Dieselbe Menge wirkt dann schwächer. Genau daraus entsteht die Neigung, die Dosis zu erhöhen.
Was beim Absetzen passiert
Wer täglich größere Mengen trinkt und plötzlich aufhört, bekommt häufig Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme. Die Beschwerden beginnen meist nach zwölf bis vierundzwanzig Stunden und dauern einige Tage. Sie sind unangenehm, aber ungefährlich.
Wer sie vermeiden möchte, reduziert die Menge über ein bis zwei Wochen schrittweise. Ein Ersatz durch koffeinfreie Getränke hilft gegen die Gewohnheit. Der Effekt lässt sich damit deutlich abmildern.
Diese Entzugserscheinungen sind in der internationalen Klassifikation psychischer Störungen ausdrücklich beschrieben. Sie treten auch bei Kaffee auf. Der Unterschied liegt vor allem in der Dosierung.
Zucker und Zähne
Eine Dose der üblichen Größe enthält häufig um die dreißig Gramm Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen höchstens fünfzig Gramm freien Zucker pro Tag, besser fünfundzwanzig. Eine Dose schöpft diesen Rahmen also weitgehend aus.
Hinzu kommt der niedrige pH-Wert vieler dieser Getränke. Die enthaltenen Säuren greifen den Zahnschmelz an, ein Vorgang, der Erosion heißt. Zahnärztliche Fachgesellschaften weisen seit Jahren darauf hin.
Nach dem Trinken sollte deshalb nicht sofort geputzt werden, weil der angelöste Schmelz dann abgetragen wird. Besser ist, mit Wasser zu spülen und eine halbe Stunde zu warten. Zuckerfreie Varianten enthalten dieselben Säuren.
Was Taurin und die übrigen Zusätze tun
Taurin ist eine Aminosulfonsäure, die der Körper selbst bildet und die auch in Fleisch und Fisch vorkommt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die üblichen Mengen in diesen Getränken bewertet und keine Sicherheitsbedenken festgestellt. Eine belegte anregende Wirkung hat der Stoff dabei nicht.
Ähnliches gilt für Glucuronolacton und die zugesetzten B-Vitamine. Ein Mangel an B-Vitaminen ist in Deutschland selten. Die Wirkung dieser Getränke geht praktisch vollständig auf Koffein und Zucker zurück.
Das ist auch der Grund, warum sich mit Kaffee derselbe Effekt zu einem Bruchteil des Preises erzielen lässt. Der Unterschied liegt im Geschmack und in der Vermarktung. Pharmakologisch gibt es keinen.
Was das Etikett vorschreibt
Getränke mit mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter müssen den Hinweis tragen, dass sie für Kinder sowie schwangere und stillende Frauen nicht empfohlen werden. Zusätzlich ist der Koffeingehalt anzugeben. Diese Pflicht folgt aus der europäischen Lebensmittelinformationsverordnung.
Eine Altersgrenze für den Verkauf gibt es in Deutschland nicht, anders als etwa in Litauen oder Polen. Verbraucherverbände fordern eine solche Grenze seit Jahren. Der Gesetzgeber ist dem bislang nicht gefolgt.
Häufige Fragen
Wie viele Dosen sind unbedenklich?
Für gesunde Erwachsene liegt die Koffeingrenze bei 400 Milligramm täglich – das sind etwa zwei bis fünf Dosen, je nach Größe. Wegen des Zuckers ist täglicher Konsum trotzdem nicht empfehlenswert.
Sind zuckerfreie Varianten besser?
Beim Zucker ja. Das Koffein bleibt.
Macht Taurin gefährlich?
Für die enthaltenen Mengen gibt es keine Hinweise auf eine schädliche Wirkung.
Was passiert beim Absetzen?
Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizbarkeit für einige Tage – typische Entzugserscheinungen bei Koffein.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






