Inhalt
Kurz gesagt: Je nach Verband werden zwischen 40 und über 100 Katzenrassen anerkannt. Die europäische Dachorganisation FIFe führt rund 50, der amerikanische Verband TICA deutlich mehr. Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht – jeder Verband führt seine eigene Liste.
Zum Vergleich: Bei Hunden sind es rund 370 Rassen. Katzen wurden erst viel später planmäßig gezüchtet.
Warum die Zahlen auseinandergehen
Die FIFe ist der größte europäische Dachverband und erkennt rund 50 Rassen an. Die TICA aus den USA führt deutlich mehr, weil sie neue Rassen schneller aufnimmt.
Dazu kommt: Was in einem Verband als eigene Rasse gilt, ist im anderen eine Farbvariante. Die Perserkatze und die Colourpoint werden je nach Verband getrennt oder zusammen geführt.
Die verbreitetsten Rassen
Maine Coon. Eine der größten Hauskatzenrassen, langhaarig, sehr menschenbezogen.
Britisch Kurzhaar. Ruhig und robust, mit rundem Kopf und dichtem Fell.
Bengal. Sehr aktiv, mit gemustertem Fell.
Ragdoll. Groß, ruhig, mit blauen Augen.
Perser. Langhaarig mit verkürzter Nase – die Rasse mit den meisten zuchtbedingten Problemen.
Siam und Orientalisch Kurzhaar. Schlank, gesprächig, sehr anhänglich.
Die weitaus meisten Katzen in Deutschland sind allerdings keine Rassekatzen, sondern Hauskatzen ohne Stammbaum.
Das Thema Qualzucht
Bei einigen Rassen führt das Zuchtziel zu dauerhaftem Leiden – das Tierschutzgesetz verbietet solche Zuchten.
Verkürzte Nase. Bei extrem kurznasigen Persern und Exotic Shorthair entstehen Atemprobleme, tränende Augen und Zahnfehlstellungen.
Gefaltete Ohren. Bei der Scottish Fold beruht das Merkmal auf einer Knorpelfehlbildung, die Gelenkschmerzen verursacht. Mehrere Verbände haben die Zucht eingestellt.
Haarlosigkeit. Der Sphynx fehlen Schutz vor Kälte und Sonne sowie die Tasthaare.
Kurze Beine. Bei der Munchkin.
Wer eine Rassekatze sucht, sollte auf freie Nasenöffnung, klare Augen und normale Körperproportionen achten – und auf Züchter, die Gesundheitsuntersuchungen vorlegen.
Woran man seriöse Zucht erkennt
Mitgliedschaft in einem Verband, Abgabe frühestens mit zwölf Wochen, Impfungen und Entwurmung, Gesundheitstests der Elterntiere, Besichtigung beim Muttertier und Fragen an die Käufer.
Wer Rassen anerkennt
Es gibt keine weltweit einheitliche Instanz. In Europa ist die Fédération Internationale Féline maßgeblich, in Nordamerika unter anderem die Cat Fanciers‘ Association und die International Cat Association. Jeder Verband führt eine eigene Liste.
Deshalb schwankt die Zahl je nach Quelle zwischen etwa vierzig und deutlich über hundert. Manche Verbände erkennen Farbschläge als eigene Rassen an, andere fassen sie zusammen. Ohne Angabe des Verbands ist jede Zahl unvollständig.
Neue Rassen entstehen fortlaufend, meist aus gezielten Kreuzungen oder aus einer zufälligen Mutation. Bis zur Anerkennung vergehen in der Regel viele Jahre. Der Verband verlangt dafür einen Nachweis über mehrere Generationen.
Was ein Stammbaum aussagt
Ein Stammbaum dokumentiert die Abstammung über mehrere Generationen und wird von einem Verein ausgestellt. Er sagt nichts über Gesundheit oder Wesen aus, sondern nur über die Herkunft. Ohne Papiere ist eine Katze keine Rassekatze im Sinne der Verbände.
Seriöse Zuchten legen zusätzlich Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere vor, etwa Herzultraschall oder Gentests je nach Rasse. Diese Nachweise sind aussagekräftiger als der Stammbaum selbst. Wer sie nicht vorlegt, sollte gemieden werden.
Für den Alltag mit einer Katze spielt die Rasse ohnehin eine geringere Rolle als oft angenommen. Prägung in den ersten Wochen und Haltungsbedingungen wirken stärker. Das gilt für Rassekatzen wie für Hauskatzen.
Was das Tierschutzgesetz verbietet
Nach dem Tierschutzgesetz ist es untersagt, Tiere zu züchten, wenn bei den Nachkommen mit Schmerzen, Leiden oder Schäden zu rechnen ist. Darunter fallen Merkmale, die Atmung, Bewegung oder Sinnesleistungen einschränken. Die Überwachung liegt bei den Veterinärämtern der Länder.
In der Praxis betrifft das unter anderem stark verkürzte Gesichtsschädel und fehlende Tasthaare. Auch Rassen mit knorpelbedingten Ohrveränderungen stehen in der Kritik. Fachtierärztliche Gutachten benennen diese Merkmale ausdrücklich.
Wie viele Katzen in Deutschland leben
Die Katze ist das häufigste Haustier in Deutschland, deutlich vor dem Hund. Erhebungen des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe nennen regelmäßig Zahlen im zweistelligen Millionenbereich. Der weitaus größte Teil davon sind Hauskatzen ohne Papiere.
Rassekatzen machen nur einen kleinen Anteil aus. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil es keine Meldepflicht gibt. Schätzungen stützen sich auf Verbandsdaten und Umfragen.
Für Tierheime bedeutet das eine hohe Zahl abzugebender Hauskatzen, besonders nach der Wurfsaison im Frühjahr. Kastration freilaufender Tiere ist deshalb in vielen Kommunen vorgeschrieben. Die Regelungen unterscheiden sich örtlich.
Woran man eine gute Zucht erkennt
Seriöse Zuchten lassen Interessierte die Elterntiere und die Haltung sehen, geben Kitten frühestens mit zwölf Wochen ab und legen Impfpass, Entwurmungsnachweis und Untersuchungsergebnisse vor. Sie stellen selbst Fragen zur künftigen Haltung. Ein Verkauf ohne Gespräch ist ein Warnzeichen.
Unseriös sind Angebote über Kleinanzeigen mit wechselnden Rassen, Übergaben auf Parkplätzen und sehr junge Tiere. Häufig stammen diese Katzen aus dem Ausland und sind krank. Verbraucherzentralen und Tierschutzvereine warnen davor seit Jahren.
Was die Rasse über den Charakter sagt
Rassebeschreibungen nennen häufig Eigenschaften wie anhänglich, verspielt oder ruhig. Diese Angaben beruhen auf Beobachtungen von Züchtern, nicht auf systematischen Untersuchungen. Innerhalb einer Rasse sind die Unterschiede zwischen einzelnen Tieren groß.
Eine finnische Studie mit mehreren Tausend Katzen fand zwar messbare Unterschiede zwischen Rassen, aber ebenso deutliche Unterschiede innerhalb jeder Rasse. Wer eine bestimmte Wesensart erwartet, wird deshalb oft überrascht. Prägung und Haltung wiegen schwerer.
Wo die anerkannten Rassen nachzulesen sind
Die europäischen Rassestandards veröffentlicht die Fédération Internationale Féline auf ihrer Seite, geordnet nach Kategorien und mit Angaben zu Körperbau und Fell. Die nordamerikanischen Verbände führen eigene, teils abweichende Listen. Alle drei sind frei zugänglich.
Wer eine bestimmte Rasse sucht, findet dort auch die zugelassenen Farbschläge. Das hilft beim Vergleich von Angeboten. Abweichungen davon sind ein Hinweis auf fehlende Papiere.
Häufige Fragen
Welche Rasse ist die größte?
Maine Coon und Savannah gehören zu den größten.
Welche ist die älteste?
Zu den ältesten dokumentierten zählen Siam, Perser und Abessinier.
Sind Rassekatzen kränker als Hauskatzen?
Bei Rassen mit Extremmerkmalen ja; bei Rassen ohne Extremzucht nicht.
Wie viele Katzen leben in Deutschland?
Sie sind das häufigste Haustier – die Zahl liegt im zweistelligen Millionenbereich.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Simpsons Folgen gibt es? Über 780 in 36 Staffeln
- Wie viele Haiarten gibt es? Über 500 sind beschrieben
- Wie viele Apfelsorten gibt es? Über 20.000 – im Handel ein Dutzend
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






