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Kurz gesagt: Weltweit sind über 20.000 Apfelsorten bekannt, in Deutschland rund 2.000. Im Handel finden sich davon meist nur zehn bis fünfzehn. Der Grund ist nicht der Geschmack, sondern die Anforderungen des Handels: Lagerfähigkeit, Transportfestigkeit und gleichmäßiges Aussehen.
Die Vielfalt ist nicht verschwunden. Sie liegt nur nicht im Regal.
Warum es so viele gibt
Äpfel sind fremdbestäubend und vererben ihre Eigenschaften nicht an die Samen. Aus dem Kern eines Boskoop wächst kein Boskoop, sondern ein völlig neuer Apfel.
Deshalb werden Sorten durch Veredelung vermehrt – ein Zweig der gewünschten Sorte wird auf eine Unterlage aufgepfropft. Jeder Apfel einer Sorte stammt genetisch vom selben Ursprungsbaum ab.
Jeder ausgesäte Kern dagegen ist eine neue Sorte. So entstanden über Jahrhunderte tausende – die meisten davon zufällig.
Warum im Handel so wenige liegen
Der Handel braucht Sorten, die sich lange lagern lassen, den Transport überstehen, gleichmäßig aussehen und in großen Mengen verfügbar sind.
Alte Sorten erfüllen das oft nicht: Sie werden schnell mehlig, bekommen Druckstellen oder sehen ungleichmäßig aus. Geschmacklich sind viele überlegen.
Die im Handel dominierenden Sorten sind unter anderem Elstar, Braeburn, Gala, Jonagold, Pink Lady und Golden Delicious.
Alte Sorten und Allergien
Menschen mit Apfelallergie vertragen alte Sorten oft besser. Der Grund liegt in den Polyphenolen: Sie bauen das auslösende Eiweiß ab, und alte Sorten enthalten davon deutlich mehr.
Erkennbar sind polyphenolreiche Sorten daran, dass sich das Fruchtfleisch nach dem Anschneiden schnell braun färbt – genau das Merkmal, das der Handel wegzüchten wollte.
Sorten wie Alkmene, Goldparmäne, Roter Boskoop und Gravensteiner werden in diesem Zusammenhang häufig genannt. Wer eine Allergie hat, sollte das dennoch ärztlich abklären, bevor er es ausprobiert.
Wo man alte Sorten findet
Auf Streuobstwiesen, bei Obstbaumschulen, auf Sortenausstellungen im Herbst und bei regionalen Erhaltungsinitiativen.
Streuobstwiesen sind zugleich wertvolle Lebensräume; ihr Rückgang ist ein Grund für den Verlust von Sortenvielfalt.
Häufige Fragen
Wie viele Sorten liegen im Supermarkt?
Meist zehn bis fünfzehn.
Warum wird mein Apfel braun?
Durch Oxidation der Polyphenole – ein Zeichen für hohen Gehalt, nicht für schlechte Qualität.
Kann man aus einem Kern einen Apfelbaum ziehen?
Ja, aber die Frucht wird eine andere als die des Ursprungsapfels.
Welche Sorten sind für Allergiker geeignet?
Oft alte, polyphenolreiche Sorten – im Einzelfall ärztlich abklären.
Quellen
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






