Wie viele Elefanten gibt es auf der Welt? Aktuelle Zahlen

Kurz gesagt: Weltweit leben schätzungsweise rund 415.000 Afrikanische Elefanten und etwa 40.000 bis 50.000 Asiatische Elefanten in freier Wildbahn. Vor hundert Jahren waren es in Afrika noch mehrere Millionen. Die Bestände entwickeln sich regional sehr unterschiedlich: Im südlichen Afrika wachsen sie, in Zentral- und Westafrika brechen sie ein.

Drei Arten, nicht zwei

Lange galten alle afrikanischen Elefanten als eine Art. Genetische Untersuchungen führten dazu, dass heute zwischen Afrikanischem Steppenelefanten und Afrikanischem Waldelefanten unterschieden wird.

Der Waldelefant lebt in den Regenwäldern Zentral- und Westafrikas, ist kleiner und hat geradere Stoßzähne. Sein Bestand ist deutlich stärker eingebrochen als der des Steppenelefanten.

Der Asiatische Elefant ist die dritte Art. Er ist kleiner, hat kleinere Ohren, und meist tragen nur die Bullen Stoßzähne.

Wie gezählt wird

In offenen Savannen erfolgt die Zählung aus dem Flugzeug entlang festgelegter Streifen. Die beobachteten Tiere werden auf die Gesamtfläche hochgerechnet.

Im Regenwald funktioniert das nicht. Dort wird über Kotzählungen gearbeitet: Aus der Dichte des Dungs und dessen Zerfallsrate lässt sich die Tierzahl abschätzen.

Beide Verfahren haben Fehlerspannen. Eine Zahl wie 415.000 ist deshalb eine Größenordnung mit einem Unsicherheitsbereich, keine exakte Kopfzahl.

Wo die Afrikanischen leben

Die größten Bestände finden sich im südlichen Afrika, vor allem in Botswana, Simbabwe, Namibia und im Norden Südafrikas.

Botswana allein beherbergt weit über hunderttausend Tiere. In manchen Schutzgebieten dort ist die Dichte so hoch, dass Bäume und Vegetation darunter leiden.

In Zentralafrika, etwa im Kongobecken, sind die Bestände dagegen über Jahrzehnte stark zurückgegangen. In Westafrika existieren nur noch versprengte kleine Gruppen.

Die Asiatischen Elefanten

Sie leben in dreizehn Staaten, von Indien über Sri Lanka und Thailand bis Indonesien. Indien beherbergt mit deutlichem Abstand die meisten.

Der Gesamtbestand liegt bei etwa 40.000 bis 50.000 Tieren. Das ist weniger als ein Zehntel der afrikanischen Zahl.

Hinzu kommen mehrere zehntausend Tiere in menschlicher Obhut, die in Tempeln, in der Forstwirtschaft und im Tourismus gehalten werden.

Die Elfenbeinwilderei

Zwischen 2007 und 2014 verlor Afrika nach Schätzungen etwa ein Drittel seiner Savannenelefanten, überwiegend durch Wilderei für den Elfenbeinhandel.

Der internationale Handel ist seit 1989 verboten. Nationale Märkte blieben teils länger offen und wurden erst später geschlossen, darunter der chinesische Markt Ende 2017.

Seither ist der Wilderei-Druck in mehreren Regionen zurückgegangen. In Gebieten mit schwacher staatlicher Kontrolle bleibt er hoch.

Der Konflikt mit Menschen

Wo Siedlungen und Felder in Wanderkorridore hineinwachsen, treffen Elefanten und Menschen aufeinander. Eine Herde kann eine Ernte in einer Nacht vernichten.

Solche Konflikte fordern jedes Jahr Menschenleben und führen zu Vergeltungstötungen. In Indien sterben dabei jährlich mehrere hundert Menschen.

Gegenmaßnahmen reichen von Bienenstockzäunen, die Elefanten meiden, bis zu Frühwarnsystemen und Ausgleichszahlungen für Ernteschäden.

Warum sie langsam zunehmen

Elefantenkühe tragen etwa 22 Monate und bekommen ein Kalb, danach vergehen mehrere Jahre bis zur nächsten Geburt.

Geschlechtsreif werden sie erst mit gut zehn Jahren. Eine Population kann sich deshalb nur langsam erholen.

Dieselbe Rechnung erklärt, warum in gut geschützten Gebieten die Zahlen trotzdem steigen: Ohne Wilderei erreichen fast alle Kälber das Erwachsenenalter.

Die Rolle im Ökosystem

Elefanten öffnen dichte Vegetation, verbreiten Samen über weite Strecken und graben in Trockenzeiten Wasserlöcher, die auch anderen Tieren dienen.

Waldelefanten sind für die Verbreitung großer Baumsamen im Kongobecken kaum ersetzbar. Fällt der Bestand, verändert sich langfristig die Zusammensetzung des Waldes.

Aus diesem Grund gelten sie als Schlüsselart: Ihr Verschwinden wirkt über die eigene Art hinaus.

Der Schutzstatus

Der Waldelefant gilt als vom Aussterben bedroht, der Steppenelefant als stark gefährdet. Der Asiatische Elefant wird ebenfalls als stark gefährdet geführt.

Alle drei stehen im Washingtoner Artenschutzübereinkommen, wobei einzelne südafrikanische Populationen in einer niedrigeren Schutzstufe geführt werden.

Diese Ungleichbehandlung ist umstritten, weil sie Ausnahmen für begrenzten Handel ermöglicht.

Elefanten in Zoos

In europäischen Zoos leben einige hundert Elefanten beider Arten. Die Haltung hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert, weg von der Einzelhaltung hin zu Herdenstrukturen.

Zuchtprogramme sollen die Bestände in menschlicher Obhut ohne Wildfänge erhalten. Der Erfolg ist bei Asiatischen Elefanten größer als bei Afrikanischen.

Eine Auswilderung findet praktisch nicht statt. Der Beitrag der Zoos liegt in Forschung, Bildung und der Finanzierung von Projekten vor Ort.

Der Streit um die Bestandsregulierung

In Botswana und Simbabwe gelten die Bestände in einzelnen Regionen als so hoch, dass die Vegetation Schaden nimmt und Konflikte mit Landwirtschaft zunehmen.

Die dortigen Regierungen fordern seit Jahren die Möglichkeit, Elfenbein aus natürlichen Todesfällen zu verkaufen und die Jagd auszuweiten.

Gegner argumentieren, dass jede Öffnung des Marktes die Nachfrage anheizt und die Kontrolle über die Herkunft von Elfenbein praktisch unmöglich macht.

Die Zahlen richtig lesen

Eine Weltzahl verdeckt gegenläufige Entwicklungen. Steigende Bestände im Süden und einbrechende in Zentralafrika ergeben zusammen ein scheinbar stabiles Bild.

Aussagekräftig sind deshalb regionale Zahlen und Trends über mehrere Zählungen hinweg, nicht die eine große Summe.

Wer eine Zahl zitiert, sollte Jahr und Erhebung dazu nennen. Die großen afrikaweiten Zählungen liegen mehrere Jahre auseinander.

Häufige Fragen

Wie viele Elefanten gibt es weltweit?

Rund 415.000 afrikanische und 40.000 bis 50.000 asiatische.

Wie viele Arten gibt es?

Drei: Steppen-, Wald- und Asiatischer Elefant.

Wo leben die meisten?

Im südlichen Afrika, besonders in Botswana.

Wie wird gezählt?

Aus dem Flugzeug oder über Kotzählungen im Wald.

Ist Elfenbeinhandel verboten?

Der internationale Handel seit 1989.

Wie lange sind Elefanten trächtig?

Etwa 22 Monate.

Warum sind sie wichtig fürs Ökosystem?

Sie verbreiten Samen und schaffen Wasserstellen.

Wie ist der Schutzstatus?

Von stark gefährdet bis vom Aussterben bedroht.

Warum wird über Bestandsregulierung gestritten?

Weil einzelne Regionen sehr hohe Dichten haben.

Wie liest man die Zahlen?

Regional, nicht als eine Weltsumme.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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