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Kurz gesagt: In freier Wildbahn leben noch etwa 20.000 bis 25.000 Löwen, fast ausschließlich in Afrika südlich der Sahara. In Indien existiert eine kleine, isolierte Population Asiatischer Löwen im Gir-Wald mit einigen hundert Tieren. Vor rund fünfzig Jahren war der afrikanische Bestand noch um ein Vielfaches größer.
Der Rückgang
Schätzungen für die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gehen von deutlich über hunderttausend Löwen in Afrika aus. Der heutige Bestand liegt bei einem Bruchteil davon.
Der Löwe hat den größten Teil seines historischen Verbreitungsgebiets verloren. Er kommt heute nur noch auf einem kleinen Teil der Fläche vor, die er einmal besiedelte.
In Nordafrika ist er seit langem ausgerottet, in Westafrika existieren nur noch wenige hundert Tiere in versprengten Vorkommen.
Wo die meisten leben
Die größten Bestände befinden sich im östlichen und südlichen Afrika: Tansania, Kenia, Botswana, Sambia, Simbabwe, Mosambik und Südafrika.
Tansania beherbergt einen erheblichen Anteil des Weltbestands, vor allem in der Serengeti und im Ruaha-Gebiet.
In den Kernschutzgebieten sind die Zahlen weitgehend stabil oder steigend. Außerhalb dieser Gebiete sinken sie fast überall.
Der Asiatische Löwe
Er lebt ausschließlich im Gir-Wald im indischen Bundesstaat Gujarat und in dessen Umgebung. Der Bestand liegt bei einigen hundert Tieren.
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war die Population auf wenige Dutzend zusammengeschrumpft. Konsequenter Schutz führte zu einer bemerkenswerten Erholung.
Das Risiko liegt in der Konzentration: Eine Seuche oder ein Großbrand könnte den gesamten Weltbestand dieser Unterart treffen. Pläne für eine zweite Population sind seit Jahren in Diskussion.
Warum die Zahl unsicher ist
Löwen leben in Rudeln über große Flächen, oft in schwer zugänglichen Gebieten. Eine vollständige Zählung ist nicht möglich.
Gearbeitet wird mit Hochrechnungen aus Stichproben, mit Rufzählungen und mit der Wiedererkennung einzelner Tiere anhand der Schnurrhaarpunkte.
Die Spanne von 20.000 bis 25.000 spiegelt genau diese Unsicherheit. Einzelne Studien nennen auch niedrigere Werte.
Die Ursachen des Rückgangs
- Verlust von Lebensraum durch Landwirtschaft und Siedlungen
- Rückgang der Beutetiere durch Buschfleischjagd
- Vergeltungstötungen nach Angriffen auf Vieh
- Handel mit Knochen und Körperteilen
- Zerschneidung der Bestände in kleine, isolierte Gruppen
Der Konflikt mit Viehhaltern
Wo Rinderherden an Schutzgebiete grenzen, kommt es zu Verlusten. Für eine Familie kann ein gerissenes Rind eine erhebliche wirtschaftliche Einbuße bedeuten.
Vergiftungen sind eine häufige Reaktion und töten neben Löwen auch Geier und andere Aasfresser.
Wirksam sind stabile Nachtgehege und Ausgleichszahlungen. Beides ist billiger als der Verlust und funktioniert dort, wo es verlässlich organisiert ist.
Wie Löwen leben
Löwen sind die einzigen Großkatzen, die dauerhaft in Gruppen leben. Ein Rudel besteht meist aus verwandten Weibchen mit Jungtieren und ein bis wenigen Männchen.
Die Weibchen bleiben lebenslang im Geburtsrudel, junge Männchen wandern ab und übernehmen später selbst ein Rudel.
Bei einer solchen Übernahme töten neue Männchen häufig die vorhandenen Jungtiere. Die Weibchen werden dadurch schneller wieder empfängnisbereit.
Die Jagd
Gejagt wird überwiegend von den Weibchen, oft gemeinsam. Beute sind Huftiere wie Gnus, Zebras, Antilopen und Büffel.
Männchen beteiligen sich seltener, sind aber bei großer Beute wie Büffeln von Bedeutung. Ihre Hauptaufgabe ist die Verteidigung des Reviers.
Ein erheblicher Teil der Nahrung stammt aus abgejagter Beute anderer Räuber. Hyänen und Löwen wechseln sich dabei je nach Kräfteverhältnis ab.
Der Schutzstatus
Die Weltnaturschutzunion führt den Löwen als gefährdet, den Asiatischen Löwen in einer eigenen, strengeren Einstufung.
Der internationale Handel unterliegt Beschränkungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Für Trophäen gelten je nach Land unterschiedliche Regeln.
Die Einfuhr von Löwentrophäen ist in mehreren europäischen Staaten eingeschränkt worden, was die Diskussion über Jagdtourismus verschärft hat.
Zucht in Gefangenschaft
In Südafrika existieren Zuchtbetriebe mit mehreren tausend Löwen. Ein Teil dieser Tiere wird für Streichelangebote, ein Teil für die Gatterjagd genutzt.
Für den Schutz wildlebender Löwen leisten diese Betriebe nichts. Die Regierung hat angekündigt, die kommerzielle Zucht auslaufen zu lassen.
Der Knochenhandel aus solchen Betrieben steht im Verdacht, die Nachfrage nach Großkatzenprodukten in Asien am Leben zu halten.
Die Mähne
Nur Männchen tragen eine Mähne, und ihre Ausprägung hängt von Alter, Hormonhaushalt und Klima ab. In heißen, trockenen Regionen fällt sie kleiner aus.
Dunkle, volle Mähnen gelten als Zeichen für ein gesundes, starkes Tier und beeinflussen sowohl die Partnerwahl als auch das Verhalten anderer Männchen.
In Teilen Kenias und Ugandas gibt es Männchen mit kaum sichtbarer Mähne — ein Beispiel dafür, wie stark das Erscheinungsbild regional variiert.
Löwen in Zoos
In europäischen Zoos werden Löwen im Rahmen koordinierter Erhaltungszuchtprogramme gehalten. Ziel ist eine genetisch gesunde Reservepopulation, keine Auswilderung.
Für den Asiatischen Löwen existiert ein eigenes Programm, das die wenigen außerhalb Indiens gehaltenen Tiere zusammenführt.
Der praktische Beitrag der Zoos liegt in Forschung, Bildung und der Finanzierung von Projekten in den Herkunftsländern.
Das Bild vom König der Tiere
Der Löwe steht in Wappen, Flaggen und Ortsnamen quer durch Europa, obwohl er dort seit der Antike nicht mehr vorkommt.
Der Grund liegt in der römischen und mittelalterlichen Symbolik, in der er für Macht und Mut stand — verbreitet über Erzählungen, nicht über Begegnungen.
Dieses Bild wirkt bis heute nach. Es erklärt, warum kaum jemand vermutet, dass es weltweit weniger Löwen gibt als Einwohner einer deutschen Kleinstadt.
Häufige Fragen
Wie viele Löwen gibt es wild?
Etwa 20.000 bis 25.000.
Wo leben sie?
Fast nur in Afrika südlich der Sahara.
Gibt es Löwen in Asien?
Ja, im indischen Gir-Wald.
Wie stark ist der Rückgang?
Von über hunderttausend auf einen Bruchteil.
Warum ist die Zahl unsicher?
Große Flächen lassen nur Hochrechnungen zu.
Wer jagt im Rudel?
Überwiegend die Weibchen.
Was ist die Hauptbedrohung?
Lebensraumverlust und Konflikte mit Viehhaltern.
Hilft Zucht in Gefangenschaft?
Für den Wildbestand nicht.
Warum haben nur Männchen eine Mähne?
Sie dient der Partnerwahl und dem Imponieren.
Welche Rolle haben Zoos?
Erhaltungszucht, Forschung und Bildung.
Quellen
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Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






