Wie viele Sprachen gibt es auf der Welt? Rund 7.000 – mit fallender Tendenz

Kurz gesagt: Weltweit werden etwa 7.000 Sprachen gesprochen. Die Zahl schwankt zwischen 6.000 und 7.200, je nachdem, wo man die Grenze zwischen Sprache und Dialekt zieht. Rund 40 Prozent gelten als bedroht.

Die Zahl ist keine Zählung, sondern eine Schätzung – und sie sinkt.

Warum es keine genaue Zahl gibt

Das Problem ist die Abgrenzung. Ab wann ist eine Sprechweise eine eigene Sprache und nicht mehr ein Dialekt?

Ein gängiges Kriterium ist die gegenseitige Verständlichkeit: Wer sich versteht, spricht dieselbe Sprache. In der Praxis scheitert das an der Politik. Dänisch, Norwegisch und Schwedisch sind untereinander weitgehend verständlich und gelten als drei Sprachen. Die chinesischen Varianten Mandarin und Kantonesisch sind es nicht und gelten oft als eine.

Der Sprachwissenschaftler Max Weinreich brachte das auf die Formel, eine Sprache sei ein Dialekt mit einer Armee und einer Flotte.

Wo die meisten Sprachen liegen

Nicht dort, wo die meisten Menschen leben. Die sprachliche Vielfalt ist extrem ungleich verteilt.

Papua-Neuguinea führt mit über 800 Sprachen bei rund zehn Millionen Einwohnern – die höchste Dichte der Welt. Die Gebirgstäler haben Gemeinschaften über Jahrtausende voneinander getrennt.

Indonesien folgt mit etwa 700, Nigeria mit rund 500, Indien mit über 400.

Europa dagegen hat auf seiner gesamten Fläche nur etwa 280 Sprachen.

Die größten Sprachen

Nach Muttersprachlern liegt Mandarin mit rund 940 Millionen vorn, dann Spanisch mit etwa 485 Millionen, Englisch mit rund 380 Millionen, Hindi und Arabisch.

Zählt man Zweitsprecher mit, führt Englisch mit über 1,5 Milliarden. Deutsch hat rund 95 Millionen Muttersprachler und liegt damit auf Platz elf bis zwölf.

Etwa die Hälfte der Menschheit spricht eine der 25 größten Sprachen. Die andere Hälfte verteilt sich auf rund 7.000.

Das Sprachensterben

Rund 40 Prozent aller Sprachen gelten als bedroht. Viele haben weniger als 1.000 Sprecher, manche nur noch eine Handvoll alte Menschen.

Die UNESCO schätzt, dass etwa alle zwei Wochen eine Sprache verschwindet. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte die Hälfte verschwunden sein.

Der Grund ist meist wirtschaftlich: Wer in der Landessprache oder auf Englisch bessere Chancen hat, gibt die kleinere Sprache nicht mehr an seine Kinder weiter. Mit ihr geht Wissen verloren – über Pflanzen, Heilmittel, Geschichte und Umwelt, das nirgends aufgeschrieben ist.

Häufige Fragen

Welche Sprache ist die älteste?

Nicht bestimmbar. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse stammen aus Sumerisch und Ägyptisch, beide sind ausgestorben. Von den heute gesprochenen sind Tamil, Hebräisch, Griechisch und Chinesisch besonders lange belegt.

Wie viele Sprachen gibt es in Deutschland?

Neben Deutsch sind Dänisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch, Sorbisch und Romanes als Minderheitensprachen anerkannt. Niederdeutsch hat den Status einer Regionalsprache.

Wie viele Schriftsysteme gibt es?

Deutlich weniger als Sprachen – etwa 300 werden aktiv genutzt. Viele Sprachen haben gar keine Schrift.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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