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Kurz gesagt: Unser Sonnensystem hat acht Planeten: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Pluto zählt seit 2006 als Zwergplanet. Außerhalb des Sonnensystems sind über 5.000 Exoplaneten bestätigt.
Bis 2006 lernten Schulkinder neun Planeten. Dann änderte sich nicht der Himmel, sondern die Definition.
Die acht Planeten
Nach Abstand zur Sonne:
- Merkur – der kleinste und sonnennächste, ohne nennenswerte Atmosphäre
- Venus – etwa so groß wie die Erde, mit dichter Kohlendioxid-Atmosphäre und rund 460 Grad Oberflächentemperatur
- Erde – der einzige bekannte Planet mit flüssigem Wasser an der Oberfläche
- Mars – halb so groß wie die Erde, mit Eiskappen und dem höchsten Berg des Sonnensystems
- Jupiter – der größte, ein Gasriese mit über 90 bekannten Monden
- Saturn – bekannt für sein Ringsystem aus Eis- und Gesteinsbrocken
- Uranus – ein Eisriese, dessen Rotationsachse fast in der Bahnebene liegt
- Neptun – der äußerste, mit den schnellsten Winden im Sonnensystem
Die ersten vier heißen Gesteinsplaneten, die letzten vier Gas- und Eisriesen.
Warum Pluto kein Planet mehr ist
Die Internationale Astronomische Union legte 2006 erstmals fest, was ein Planet ist. Drei Bedingungen müssen erfüllt sein:
- Er umkreist die Sonne.
- Er hat genug Masse, um durch die eigene Schwerkraft annähernd rund zu sein.
- Er hat seine Umlaufbahn von anderen Objekten freigeräumt.
Pluto erfüllt die ersten beiden, aber nicht die dritte. Er kreist im Kuipergürtel, einer Region voller ähnlicher Objekte, und dominiert seine Bahn nicht.
Ausschlaggebend war die Entdeckung von Eris im Jahr 2005 – ein Objekt ähnlicher Größe. Entweder hätte man Eris und weitere zu Planeten erklären müssen oder Pluto herabstufen. Die Astronomen entschieden sich für das Zweite.
Die Zwergplaneten
Offiziell anerkannt sind fünf: Ceres im Asteroidengürtel sowie Pluto, Eris, Haumea und Makemake jenseits der Neptunbahn. Weitere Kandidaten warten auf Einstufung.
Planeten außerhalb des Sonnensystems
Der erste Exoplanet um einen sonnenähnlichen Stern wurde 1995 nachgewiesen – eine Entdeckung, für die es 2019 den Nobelpreis für Physik gab.
Heute sind über 5.000 bestätigt, Tausende weitere gelten als Kandidaten. Die meisten wurden mit der Transitmethode gefunden: Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, verdunkelt sich dessen Licht minimal und messbar.
Hochrechnungen gehen davon aus, dass allein die Milchstraße mehr Planeten als Sterne enthält – also über 100 Milliarden.
Innere und äußere Planeten
Die vier inneren Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars sind Gesteinsplaneten mit fester Oberfläche und vergleichsweise geringer Größe. Sie liegen alle innerhalb des Asteroidengürtels. Ihre Dichte ist hoch, weil sie überwiegend aus Metall und Silikaten bestehen.
Die vier äußeren Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun sind Gas- beziehungsweise Eisriesen ohne feste Oberfläche im üblichen Sinn. Jupiter und Saturn bestehen vor allem aus Wasserstoff und Helium, Uranus und Neptun enthalten größere Anteile schwererer Verbindungen. Alle vier haben Ringsysteme, das von Saturn ist nur das auffälligste.
Diese Zweiteilung erklärt sich aus der Entstehung des Sonnensystems: Nahe der jungen Sonne konnten flüchtige Stoffe nicht kondensieren, weiter außen schon. Deshalb wurden die äußeren Körper deutlich massereicher. Der Asteroidengürtel markiert ungefähr diese Grenze.
Monde, Asteroiden und Kometen
Neben den Planeten umkreisen zahlreiche Monde die Sonne indirekt, allein Jupiter und Saturn haben jeweils über neunzig bestätigte. Manche davon sind größer als Merkur. Ein Mond wird trotzdem nie zum Planeten, weil er einen Planeten umläuft und nicht die Sonne.
Asteroiden sind Gesteinskörper, die überwiegend zwischen Mars und Jupiter kreisen. Ihre Zahl geht in die Hunderttausende, die meisten sind wenige Kilometer groß. Der größte Körper dieses Gürtels ist als Zwergplanet eingestuft.
Kometen stammen aus den äußeren Bereichen des Sonnensystems und bestehen aus Eis und Staub. Nähern sie sich der Sonne, verdampft ein Teil ihres Materials und bildet den sichtbaren Schweif. Sie sind keine Planeten, auch wenn sie am Himmel auffälliger sein können.
Wie Exoplaneten gefunden werden
Die meisten bekannten Planeten außerhalb des Sonnensystems wurden mit der Transitmethode entdeckt: Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, sinkt dessen Helligkeit messbar ab. Aus Tiefe und Dauer dieser Verdunkelung lassen sich Größe und Umlaufzeit ableiten. Voraussetzung ist, dass die Bahn von der Erde aus günstig liegt.
Die zweite wichtige Methode misst die Radialgeschwindigkeit: Ein Planet zieht an seinem Stern und lässt ihn leicht schwanken, was sich im Spektrum als Verschiebung zeigt. Daraus ergibt sich eine Untergrenze für die Masse. Beide Verfahren zusammen liefern Masse und Größe und damit die Dichte.
Direkte Aufnahmen sind selten, weil der Stern den Planeten millionenfach überstrahlt. Sie gelingen vor allem bei jungen, großen Planeten mit weitem Abstand. Weltraumteleskope haben die Zahl der Funde in den letzten Jahren stark erhöht.
Wie viele Planeten es geben könnte
Aus der Statistik der bisherigen Funde schließen Fachleute, dass Planeten um Sterne die Regel und nicht die Ausnahme sind. Rechnet man das auf die Milchstraße hoch, ergeben sich Größenordnungen von hunderten Milliarden. Das ist eine Hochrechnung, keine Zählung.
Besonders gesucht werden Planeten in der habitablen Zone, also im Abstandsbereich, in dem flüssiges Wasser möglich wäre. Ob dort tatsächlich Wasser existiert, lässt sich aus der Entfernung allein nicht sagen. Atmosphäre und Magnetfeld spielen eine ebenso große Rolle.
Für die Frage nach der Zahl der Planeten heißt das: Im Sonnensystem ist sie festgelegt, darüber hinaus wächst sie mit jeder Beobachtungskampagne. Wer eine Zahl nennt, sollte das Datum dazusagen. Sie ist innerhalb weniger Monate veraltet.
Welche Planeten man sehen kann
Mit bloßem Auge sind Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn sichtbar, wenn sie günstig stehen. Venus ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel und als Morgen- oder Abendstern bekannt. Merkur bleibt schwierig, weil er nie weit von der Sonne entfernt steht.
Planeten funkeln im Gegensatz zu Sternen kaum, weil sie als kleine Scheibchen und nicht als Punkte erscheinen. Dieses ruhige Licht ist das einfachste Erkennungsmerkmal. Ein Fernglas zeigt bereits die vier großen Jupitermonde.
Uranus ist unter sehr dunklem Himmel gerade noch erkennbar, Neptun nur im Teleskop. Kostenlose Sternkarten-Apps zeigen, welcher Planet gerade wo steht. Für den Einstieg reicht das völlig.
Häufige Fragen
Welcher Planet ist der größte?
Jupiter. Sein Durchmesser ist rund elfmal so groß wie der der Erde.
Auf welchem Planeten könnte man leben?
Auf keinem außer der Erde. Der Mars gilt als am ehesten erreichbar, hat aber weder Atemluft noch ausreichenden Schutz vor Strahlung.
Wie merkt man sich die Reihenfolge?
Mit dem Merksatz „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Nachbarplaneten“ – die Anfangsbuchstaben ergeben die Reihenfolge.
Gibt es einen neunten Planeten?
Es gibt eine Hypothese, dass ein weiterer, sehr weit entfernter Planet die Bahnen einiger Kuipergürtel-Objekte beeinflusst. Nachgewiesen ist er nicht.
Warum sind die äußeren Planeten so groß?
Weiter außen konnten flüchtige Stoffe kondensieren.
Wie findet man Exoplaneten?
Meist über Helligkeitseinbrüche beim Transit.
Welche Planeten sieht man ohne Teleskop?
Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Monde gibt es? Mehr als 400 im Sonnensystem
- Wie viele Staffeln Game of Thrones gibt es? Acht Staffeln
- Wie viele Erzengel gibt es? Drei, sieben oder mehr
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






