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Kurz gesagt: In der Volksrepublik China leben rund 1,4 Milliarden Menschen. Dazu kommen etwa 23 Millionen in Taiwan, rund 7 Millionen in Hongkong und eine weltweite Diaspora von etwa 50 Millionen. Seit 2022 schrumpft die Bevölkerung der Volksrepublik erstmals seit Jahrzehnten.
Die Einwohnerzahl der Volksrepublik
China war jahrzehntelang das bevölkerungsreichste Land der Erde und wurde 2023 von Indien überholt. Die Bevölkerung liegt weiterhin bei rund 1,4 Milliarden, geht aber seit 2022 jährlich leicht zurück. Der Rückgang beschleunigt sich nach allen Prognosen in den kommenden Jahrzehnten.
Erhoben werden diese Zahlen über eine Volkszählung, die etwa alle zehn Jahre stattfindet, ergänzt durch jährliche Stichproben. Die letzte große Zählung fand 2020 statt. Sie gilt als methodisch aufwendig, aber nicht unumstritten.
Zwischen amtlichen Angaben und externen Schätzungen gibt es Abweichungen, insbesondere bei Altersstruktur und Geburtenzahlen. Fachleute weisen regelmäßig auf Unstimmigkeiten hin. Die Größenordnung ist davon nicht betroffen.
Warum die Bevölkerung schrumpft
Die Geburtenrate liegt weit unter dem Wert, der zum Erhalt der Bevölkerung nötig wäre. Hohe Lebenshaltungs- und Bildungskosten in den Städten, späte Heirat und geringe Kinderbetreuung gelten als Hauptgründe. Die Entwicklung ähnelt der in Japan und Südkorea.
Die Ein-Kind-Politik, die von 1980 bis 2015 galt, verstärkte diesen Effekt zusätzlich. Sie wurde zunächst zu einer Zwei-Kind- und später zu einer Drei-Kind-Regelung gelockert. Die Geburtenzahlen stiegen dadurch kaum.
Zugleich altert die Bevölkerung schnell, weil die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand kommen. Das erzeugt Druck auf Renten- und Gesundheitssystem. Die Folgen gelten als eine der größten wirtschaftspolitischen Herausforderungen des Landes.
Die Folgen der Ein-Kind-Politik
Neben der niedrigen Geburtenzahl hinterließ die Politik ein Ungleichgewicht der Geschlechter, weil männlicher Nachwuchs bevorzugt wurde. Auf hundert Frauen kommen in manchen Jahrgängen deutlich mehr Männer. Millionen Männer finden dadurch keine Partnerin.
Ein zweites Erbe ist die Verteilung der Fürsorgelasten: Ein einzelnes Kind versorgt im Alter zwei Eltern und bis zu vier Großeltern. In der Diskussion wird das als Vier-Zwei-Eins-Problem bezeichnet. Es belastet die mittlere Generation erheblich.
Auch die soziale Absicherung ist davon betroffen, weil traditionell die Familie die Altersversorgung trug. Der Staat baut Systeme auf, deckt den Bedarf aber nicht vollständig. Ländliche Regionen sind stärker betroffen als Städte.
Taiwan, Hongkong und Macau
Taiwan hat rund 23 Millionen Einwohner und wird von der Volksrepublik als eigene Provinz beansprucht. Es verfügt über eine eigene Regierung, Währung und Streitkräfte. Der völkerrechtliche Status ist umstritten und international unterschiedlich gehandhabt.
Hongkong hat rund sieben Millionen Einwohner und ist seit 1997 Sonderverwaltungszone der Volksrepublik. Macau folgte 1999 und hat etwa 700.000 Einwohner. Beide haben eigene Rechtssysteme und Währungen.
In Statistiken werden diese Gebiete häufig getrennt ausgewiesen, was Zahlenvergleiche erschwert. Wer eine Angabe macht, sollte sagen, was enthalten ist. Die Unterschiede liegen im Bereich mehrerer Millionen.
Die Diaspora
Weltweit leben schätzungsweise 40 bis 60 Millionen Menschen chinesischer Herkunft außerhalb der Volksrepublik, Taiwans und Hongkongs. Die größten Gemeinschaften finden sich in Südostasien, insbesondere in Indonesien, Thailand, Malaysia und Singapur. In Singapur stellen sie die Mehrheit.
Weitere große Gruppen leben in den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und Europa. Viele Familien sind seit mehreren Generationen dort ansässig. Die Bindung an das Herkunftsland ist entsprechend unterschiedlich stark.
In Deutschland leben mehrere hunderttausend Menschen mit chinesischer Herkunft, darunter eine große Zahl Studierender. China stellt seit Jahren eine der größten Gruppen ausländischer Studierender. Die genaue Zahl schwankt mit der Zuwanderungspolitik.
Die Volksgruppen in China
Der Begriff Chinesen bezeichnet meist die Han-Chinesen, die rund 91 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Daneben erkennt der Staat 55 weitere Volksgruppen an, darunter Zhuang, Hui, Uiguren, Mandschu, Tibeter und Mongolen. Zusammen sind das über hundert Millionen Menschen.
Diese Gruppen haben eigene Sprachen, teils eigene Schriften und unterschiedliche Religionen. Für einige gelten Sonderregeln, etwa bei der früheren Geburtenpolitik. Die Lage einzelner Gruppen ist international Gegenstand von Kritik.
Sprachlich ist China stark gegliedert: Hochchinesisch ist Amtssprache, daneben existieren große Sprachvarianten wie Kantonesisch und Wu, die untereinander nicht verständlich sind. Die gemeinsame Schrift verbindet sie. Das erklärt, warum von einer Sprache gesprochen wird, obwohl mehrere existieren.
Stadt und Land
Mehr als sechzig Prozent der Bevölkerung leben inzwischen in Städten, nach einer der größten Wanderungsbewegungen der Geschichte. Hunderte Millionen Menschen zogen seit den achtziger Jahren vom Land in urbane Regionen. Mehrere Städte haben über zehn Millionen Einwohner.
Das Meldesystem knüpft soziale Leistungen an den Wohnort der Registrierung, was Wanderarbeitern lange den Zugang zu Schulen und Gesundheitsversorgung erschwerte. Reformen haben das teilweise gelockert. Vollständig aufgehoben ist das System nicht.
Der Bevölkerungsrückgang trifft ländliche Regionen zuerst und am stärksten. Ganze Dörfer stehen leer. Gleichzeitig wachsen einzelne Ballungsräume weiter.
Die Prognosen
Bevölkerungsvorausberechnungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass China bis zum Ende des Jahrhunderts mehrere hundert Millionen Einwohner verlieren könnte. Die Spannbreite der Szenarien ist groß, weil kleine Änderungen der Geburtenrate über Jahrzehnte stark wirken. Alle Szenarien zeigen jedoch einen Rückgang.
Entscheidend ist dabei weniger die absolute Zahl als die Altersstruktur: Auf immer weniger Erwerbstätige kommen immer mehr Ältere. Das verändert Arbeitsmarkt, Konsum und Staatsfinanzen grundlegend. Ähnliche Prozesse laufen in Japan seit Jahrzehnten.
Politisch wird darauf mit Anreizen für Familien, längerer Lebensarbeitszeit und stärkerer Automatisierung reagiert. Ob diese Maßnahmen ausreichen, ist offen. Erfahrungen aus anderen Ländern stimmen wenig zuversichtlich.
Wie man die Zahlen liest
Angaben zu China schwanken zwischen Quellen, weil manche Taiwan, Hongkong und Macau einschließen und andere nicht. Der Unterschied liegt bei rund dreißig Millionen Menschen. Bei Vergleichen über Jahre kommt hinzu, dass Erhebungsmethoden gewechselt haben.
Für belastbare Angaben eignen sich die Datenbanken der Vereinten Nationen und der Weltbank, die einheitliche Abgrenzungen verwenden. Amtliche chinesische Zahlen weichen davon teils leicht ab. Beide sind frei zugänglich.
Wer eine Zahl nennt, sollte Jahr und Abgrenzung angeben. Bei einer Bevölkerung dieser Größe machen Rundungsunterschiede bereits Millionen aus. Das erklärt viele scheinbare Widersprüche.
Häufige Fragen
Wie viele Chinesen gibt es?
Rund 1,4 Milliarden in der Volksrepublik.
Ist China das bevölkerungsreichste Land?
Nein, seit 2023 liegt Indien vorn.
Schrumpft die Bevölkerung?
Ja, seit 2022.
Wie lange galt die Ein-Kind-Politik?
Von 1980 bis 2015.
Wie viele leben in Taiwan?
Rund 23 Millionen.
Wie groß ist die Diaspora?
Schätzungsweise 40 bis 60 Millionen.
Wie viele Volksgruppen gibt es?
56 anerkannte, davon sind die Han die größte.
Wie viele leben in Städten?
Über sechzig Prozent.
Wie entwickelt sich Chinas Bevölkerung?
Sie schrumpft und altert schnell.
Warum weichen Zahlen voneinander ab?
Wegen unterschiedlicher Abgrenzung der Gebiete.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Menschen gibt es auf der Welt? Über 8 Milliarden
- Wie viele Spinnen gibt es in Deutschland? Rund 1.000 Arten
- Wie viele Steuern gibt es in Deutschland? Rund 40 Arten
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






