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Kurzantwort: „Petite“ ist Französisch und heißt „klein“. In der Mode bezeichnet es eine Schnittgruppe für Frauen mit einer Körpergröße bis etwa 1,60 Meter. Gekürzt werden Ärmel und Beine, zusätzlich wandern Taille, Ausschnitt und Taschen nach oben. Im Englischen beschreibt „petite“ zusätzlich eine zierliche, zart gebaute Person.
Im Onlineshop steht plötzlich „Petite“ neben der Größe, und die Frage ist: Bedeutet das eine kleinere Größe? Das Wort meint etwas anderes. Es geht um die Länge und die Proportionen, nicht um die Weite.
Eine Frau mit Größe 38 und 1,58 Metern hat denselben Brustumfang wie eine Frau mit Größe 38 und 1,74 Metern. Was nicht passt, sind Ärmellänge, Taillenhöhe und Ausschnitttiefe.
Hier bekommst du die Herkunft des Wortes, die konkreten Schnittunterschiede, die deutschen Kurzgrößen und eine kurze Prüfliste, ob Petite zu dir passt.
Herkunft und Aussprache
Petite ist die weibliche Form des französischen Adjektivs „petit“ und heißt schlicht „klein“. Im Französischen wird es etwa „pötit“ gesprochen, mit stummem Schluss-e.
In der Mode hat sich die englische Aussprache durchgesetzt, ungefähr „pötiet“ mit langem i. Der Begriff kam über den amerikanischen Handel in die Modewelt, wo Größenlinien früh nach Körpergröße getrennt wurden.
Im Deutschen gibt es kein gleichwertiges Wort. Am nächsten kommen „zierlich“ und, für die Größengruppe, „Kurzgröße“.
Die männliche Form lautet „petit“ und begegnet dir in Ausdrücken wie „petit four“, dem kleinen Gebäck, oder „petit déjeuner“, dem Frühstück. Der Wortstamm ist in beiden Fällen derselbe.
Was der Petite-Schnitt anders macht
Ein Petite-Schnitt ist mehr als eine gekürzte Hose. Angepasst werden alle Stellen, die von der Körpergröße abhängen.
Dazu gehören die Ärmellänge, die Schulterbreite, die Höhe der Taille, die Tiefe des Ausschnitts, die Position der Brustabnäher, die Lage der Taschen sowie Schlitz- und Gesamtlängen. Bei Hosen kommt die Schrittlänge dazu, bei Blazern die Knopfhöhe.
Der Unterschied fällt genau da auf, wo Nähte sitzen sollen. Ein zu tief angesetzter Taillenbund lässt den Oberkörper länger wirken, ein zu weit ausgeschnittenes Oberteil rutscht ständig.
Welche Körpergrößen ein Anbieter mit Petite meint, ist nicht genormt. Häufig genannt wird der Bereich von etwa 1,55 bis 1,63 Metern. Ein Blick in die Größentabelle des jeweiligen Shops lohnt sich deshalb immer.
Manche Häuser passen zusätzlich Details an, etwa die Länge von Kragen und Revers oder die Größe von Mustern. Ein großflächiges Karo wirkt auf kurzer Stofffläche anders als auf langer, weshalb einzelne Marken die Rapportgröße verkleinern.
Petite ist keine Konfektionsgröße
Deine Größe bleibt gleich. Aus einer 38 wird in der Petite-Linie wieder eine 38, nur mit anderen Längenmaßen.
Petite ist also eine Längengruppe neben der Normalgröße und der Langgröße. Manche Anbieter schreiben deshalb „38 P“ oder „Größe 38 Petite“.
Wer das verwechselt, bestellt oft eine Nummer kleiner und wundert sich, dass es an Brust und Hüfte spannt, während die Ärmel weiterhin zu lang sind.
Bei Hosen ist die Unterscheidung besonders deutlich. Manche Anbieter geben zusätzlich die Innenbeinlänge in Zoll an, etwa L30 oder L32. Diese Angabe ersetzt die Längengruppe nicht, weil sie nur die Beine betrifft und nicht die Höhe des Bundes.
Kurzgrößen in Deutschland
Das deutsche System kennt für denselben Zweck die Kurzgröße. Die Zahl entsteht, indem die Normalgröße halbiert wird: Aus 36 wird 18, aus 38 wird 19, aus 44 wird 22.
Kurzgrößen sind für Frauen bis etwa 1,60 Meter gedacht, Normalgrößen für etwa 1,64 bis 1,72 Meter. Langgrößen tragen die doppelte Zahl der Normalgröße, also 76 statt 38.
Grundlage der Größenangaben in Europa ist die Norm EN 13402, die Kleidung über Körpermaße wie Brust-, Taillen- und Hüftumfang sowie Körpergröße beschreibt. Wie ein Hersteller diese Maße in seine Schnitte übersetzt, bleibt ihm überlassen. Deshalb passen zwei Kleidungsstücke derselben Größe unterschiedlich.
Bei internationalen Shops kommen weitere Kürzel dazu. Im britischen und amerikanischen Handel steht ein P hinter der Zahl, also 8P oder 10P. Regular wird oft mit R abgekürzt, Tall mit T. Die Zahl selbst folgt dabei dem jeweiligen Landessystem und lässt sich nicht direkt auf deutsche Größen übertragen.
Petite als Beschreibung einer Person
Im Englischen wird „petite“ auch für Menschen benutzt: klein und zierlich gebaut. Der Ausdruck gilt dort als neutral bis freundlich.
Im Deutschen wirkt das Wort in dieser Rolle gestelzt. Üblich sind „zierlich“, „klein“ oder „zart gebaut“. In der Modelbranche steht Petite zusätzlich für eine eigene Kategorie unterhalb der klassischen Mindestgrößen.
Eine sichere Regel ist die Messung. Miss Brustumfang, Taillenumfang, Hüftumfang und Körpergröße und vergleiche sie mit der Tabelle des Anbieters. Diese vier Werte sagen mehr aus als jede Größenangabe auf dem Etikett.
Passt Petite zu dir?
Ein paar Hinweise aus dem Alltag sprechen dafür. Ärmel enden über den Fingerknöcheln. Hosen müssen fast immer gekürzt werden. Der Bund von Röcken sitzt eher auf der Hüfte als in der Taille. Ausschnitte reichen tiefer, als du möchtest.
Trifft mehreres davon zu, lohnt der Versuch mit einer Petite- oder Kurzgrößenlinie. Der Vorteil liegt weniger im Preis als in der Passform an Schulter und Taille, denn genau diese Stellen lassen sich nachträglich nur mit Aufwand ändern.
Als Alternative bleibt die Änderungsschneiderei. Kürzen von Beinen und Ärmeln ist günstig, das Versetzen von Schultern oder Taille dagegen aufwendig.
Häufige Fragen
Was heißt petite auf Deutsch?
Klein. Es ist die weibliche Form des französischen Adjektivs petit.
Ab welcher Körpergröße ist Petite sinnvoll?
Meist bis etwa 1,60 Meter. Die Angaben unterscheiden sich je nach Anbieter, häufig genannt wird der Bereich 1,55 bis 1,63 Meter.
Ist Petite dasselbe wie eine kleinere Größe?
Nein. Die Weite bleibt gleich, nur die Längenmaße und die Proportionen ändern sich.
Was ist die deutsche Entsprechung zu Petite?
Die Kurzgröße. Ihre Zahl ist die halbierte Normalgröße, aus 38 wird also 19.
Wie spricht man petite aus?
Französisch etwa „pötit“, im Modebereich meist englisch „pötiet“.
Gibt es Petite auch für Männer?
Der Begriff ist für Damenmode üblich. Bei Herren heißen die entsprechenden Linien Kurzgrößen und tragen ein K vor der Zahl.
Quellen
Das passt dazu
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Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






