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Kurzantwort: „Tamam“ ist Türkisch und heißt „okay“, „in Ordnung“ oder „abgemacht“. Das Wort stammt aus dem Arabischen, wo „tamām“ so viel wie „vollständig“ oder „vollkommen“ bedeutet. Im Gespräch dient es als Zustimmung, als Bestätigung und als Schlusspunkt. In Deutschland hörst du es vor allem in mehrsprachigen Freundeskreisen und in Familien mit türkischer Sprache.
Du hörst „tamam“ am Ende eines Telefonats, in einer Sprachnachricht oder im Klassenchat. Meistens steht es allein und beendet den Punkt: verstanden, passt, machen wir so.
Das Wort ist kurz, freundlich und sehr flexibel. Es kann Zustimmung sein, ein knappes Ja, ein „reicht jetzt“ oder eine Rückfrage.
Hier bekommst du die Bedeutungen im Türkischen, die Herkunft aus dem Arabischen, die Aussprache und typische Sätze mit Übersetzung.
Die Bedeutung im Türkischen
„Tamam“ ist im Türkischen ein Allzweckwort für Zustimmung. Übersetzen lässt es sich mit „okay“, „in Ordnung“, „gut“, „einverstanden“ oder „alles klar“.
Als Adjektiv heißt es „vollständig“ oder „fertig“. Ein Formular ist „tamam“, wenn nichts mehr fehlt. Eine Arbeit ist „tamam“, wenn sie erledigt ist.
Mit der Frageform „tamam mı?“ fragst du nach: Alles klar? Passt das so? Die Antwort ist dann meist ein einfaches „tamam“. Verstärkt wird das Wort gern durch Wiederholung: „tamam, tamam“ heißt je nach Tonfall „ja, ja, schon gut“.
Verwandte Wörter zeigen dieselbe Wurzel. „Tamamen“ heißt „völlig“ oder „gänzlich“. „Tamamlamak“ heißt „vervollständigen“ oder „abschließen“. „Tamamı“ steht für „das Ganze“.
Häufig steht das Wort auch am Ende eines Telefonats. „Tamam, tamam, görüşürüz“ heißt dann so viel wie „gut, gut, bis dann“. In dieser Rolle ersetzt es eine ganze Verabschiedungsformel und signalisiert, dass alles Nötige gesagt ist.
Woher das Wort kommt
Türkisch hat „tamam“ aus dem Arabischen übernommen. Dort steht تمام (tamām) für Vollständigkeit und Vollkommenheit. Die arabische Wurzel t-m-m dreht sich um das Fertigwerden und das Vollenden.
Die Übernahme fällt in die osmanische Zeit. Osmanisch-Türkisch war stark von arabischem und persischem Wortschatz geprägt. Ein Teil dieser Wörter verschwand im 20. Jahrhundert durch die Sprachreform, mit der türkische Ersatzwörter gefördert wurden. „Tamam“ blieb, weil es im Alltag fest verankert war.
Im Arabischen selbst wird das Wort ebenfalls als Zustimmung benutzt, etwa im ägyptischen Arabisch. Die Grundbedeutung „vollständig“ steht dort aber deutlicher im Vordergrund.
Diese Herkunft erklärt auch die Schreibweise. Das Türkische wird seit 1928 mit lateinischen Buchstaben geschrieben, davor mit arabischer Schrift. „Tamam“ ist deshalb heute die lateinische Umschrift eines ursprünglich arabisch geschriebenen Wortes.
Wo tamam sonst gesprochen wird
Das Wort ist mit dem Osmanischen Reich und über den arabischen Sprachraum weit gewandert. Es findet sich unter anderem im Persischen, im Kurdischen, im Urdu, im Bosnischen und im Albanischen.
Die Bedeutung bleibt dabei erstaunlich stabil. Fast überall meint es „okay“, „gut“ oder „vollständig“. Genau diese Doppelrolle aus Zustimmung und Vollständigkeit macht das Wort so nützlich.
Wer im Urlaub in der Türkei „tamam“ sagt, wird deshalb auch ohne weitere Sprachkenntnisse verstanden. Als Antwort auf eine Frage wirkt es freundlich und knapp.
Im Deutschen gibt es kein einzelnes Wort, das alle Rollen abdeckt. Je nach Situation passt „okay“, „alles klar“, „geht klar“, „passt“ oder „fertig“. Diese Bandbreite ist der Grund, warum das Wort oft unübersetzt stehen bleibt.
Tamam in der deutschen Jugendsprache
In Deutschland gehört „tamam“ zum Wortschatz vieler Jugendlicher, auch ohne türkische Familiengeschichte. Ähnlich verhält es sich mit „lan“, „moruk“ oder „wallah“.
Die Sprachwissenschaftlerin Heike Wiese hat solche mehrsprachig geprägte Alltagssprache unter dem Begriff Kiezdeutsch untersucht und beschreibt sie als eigenständige Variante des Deutschen mit festen Regeln. Türkische und arabische Wörter sind darin ein Baustein unter mehreren.
Im Chat steht „tamam“ häufig für eine kurze Bestätigung, vergleichbar mit „ok“ oder „passt“. Der Ton entscheidet über die Färbung: freundlich zustimmend oder leicht genervt abschließend.
Auffällig ist, dass das Wort meist allein steht. Es braucht keinen Satz um sich herum und funktioniert als vollständige Antwort. Genau diese Kürze macht es in Textnachrichten beliebt, wo lange Bestätigungen umständlich wirken.
Aussprache und Schreibweise
Gesprochen wird das Wort ta-MAM, mit Betonung auf der zweiten Silbe. Beide a sind kurz und offen, das Wort klingt also nicht wie das deutsche „Damm“.
Die richtige Schreibweise ist „tamam“, klein und mit einem m in der Mitte. Varianten wie „tammam“ oder „taman“ sind Schreibfehler. Im Türkischen gibt es keinen Unterschied zwischen förmlicher und lockerer Form des Wortes, es passt in beide Situationen.
Der Buchstabe ı in „tamam mı“ ist ein türkisches Zeichen ohne Punkt. Er klingt dumpfer als das deutsche i, etwa wie das unbetonte e in „Rose“. Die Frage endet damit auf einem kurzen, gedämpften Laut.
Typische Sätze
| Türkisch | Deutsch |
|---|---|
| Tamam. | Okay. / In Ordnung. |
| Tamam mı? | Alles klar? / Passt das? |
| Tamam, görüşürüz. | Okay, wir sehen uns. |
| Her şey tamam. | Alles ist in Ordnung. |
| Tamamen haklısın. | Du hast völlig recht. |
Häufige Fragen
Was heißt tamam auf Deutsch?
Okay, in Ordnung, einverstanden. Als Adjektiv außerdem vollständig oder fertig.
Ist tamam türkisch oder arabisch?
Beides. Das Türkische hat es aus dem Arabischen entlehnt, wo es „vollständig“ bedeutet.
Was bedeutet tamamen?
Völlig, gänzlich, vollständig. Es ist die Abwandlung von tamam und steht meist vor einem Adjektiv, etwa in „tamamen haklısın“ für „du hast völlig recht“. Auf die Frage „tamam mı?“ antwortest du dagegen schlicht mit „tamam“.
Ist tamam unhöflich?
Nein. Es ist neutral und passt in fast jede Situation, auch gegenüber Fremden. Nur mehrfach hintereinander und genervt gesprochen kann es abweisend wirken, ähnlich wie ein deutsches „ja, ja“.
In welchen Sprachen gibt es tamam noch?
Unter anderem im Persischen, Kurdischen, Urdu, Bosnischen und Albanischen. Verbreitet hat es sich über das Arabische und die osmanische Zeit.
Was ist der Unterschied zwischen tamam und tamamdır?
„Tamamdır“ ist die betonte Form mit der Endung für „ist“. Sie klingt etwas verbindlicher, etwa wie „das ist erledigt“ oder „geht klar“.
Quellen
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Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






