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Kurz gesagt: Echte Zeppeline – also Luftschiffe mit starrem Innengerüst – gibt es weltweit nur eine Handvoll. Gebaut werden sie ausschließlich in Friedrichshafen am Bodensee als Zeppelin NT. Alle anderen Luftschiffe am Himmel sind Prallluftschiffe, im Englischen Blimps.
Nicht jedes Luftschiff ist ein Zeppelin. Der Name ist eine Bauart, kein Oberbegriff.
Der Unterschied
Starrluftschiff. Ein Gerüst aus Trägern gibt die Form vor, im Inneren liegen einzelne Gaszellen. Das ist die Bauweise, die Ferdinand von Zeppelin entwickelte.
Prallluftschiff. Kein Gerüst. Die Form entsteht allein durch den Druck des Traggases in der Hülle. Deutlich einfacher und billiger – das sind die Werbeluftschiffe, die man gelegentlich über Städten sieht.
Der Zeppelin NT ist ein Zwischentyp: Er hat ein Innengerüst aus Kohlefaser und Aluminium, aber nur eine große Gaszelle.
Wie viele fliegen
Vom Zeppelin NT wurden seit Ende der 1990er-Jahre nur wenige Exemplare gebaut. Einige davon fliegen Rundflüge über dem Bodensee, andere wurden ins Ausland verkauft.
Weltweit sind insgesamt nur wenige Dutzend Luftschiffe aller Bauarten im Einsatz – zum Vergleich: Verkehrsflugzeuge gibt es zehntausende.
Warum Helium und nicht Wasserstoff
Wasserstoff trägt mehr und ist billiger, aber brennbar. Nach dem Brand der Hindenburg 1937 in Lakehurst setzte sich Helium durch. Es ist nicht brennbar, dafür teuer und weltweit knapp.
Der Hindenburg-Unfall beendete die Ära der großen Passagierluftschiffe. Kurz darauf übernahmen Flugzeuge den Verkehr über den Atlantik.
Warum sie nicht zurückkamen
Ein Luftschiff ist langsam – etwa 70 bis 125 Kilometer pro Stunde. Es braucht viel Bodenpersonal, eine große Halle und ist empfindlich gegen Wind.
Immer wieder gab es Pläne für Frachtluftschiffe. Bislang hat sich keines wirtschaftlich durchgesetzt.
Wie ein Zeppelin NT gesteuert wird
Anders als klassische Prallluftschiffe hat der Zeppelin NT ein inneres Traggerüst aus Kohlefaser und Aluminium, an dem Motoren und Leitwerk befestigt sind. Drei schwenkbare Antriebe erlauben Schub in verschiedene Richtungen. Dadurch kann das Luftschiff auf der Stelle drehen und sehr langsam manövrieren.
Der Auftrieb entsteht durch Helium, die Feinsteuerung über Ballonets, also Luftkammern im Inneren, die den Druck ausgleichen. Steigen und Sinken werden über Antrieb und Trimmung geregelt, nicht durch Abwerfen von Ballast. Das unterscheidet moderne Luftschiffe von historischen.
Gestartet und gelandet wird mit Bodenpersonal, das Halteseile übernimmt. Der Vorgang dauert einige Minuten und ist der personalintensivste Teil des Betriebs. Genau daran scheitern viele Wirtschaftlichkeitsrechnungen.
Wofür Luftschiffe heute eingesetzt werden
Der größte Teil der Flüge entfällt auf Rundflüge mit Passagieren. Daneben werden Luftschiffe als Kameraplattform für Fernsehübertragungen, für Werbeflüge und gelegentlich für Forschungsmissionen eingesetzt. Für Messflüge sind sie interessant, weil sie langsam und erschütterungsarm fliegen.
Genau diese Eigenschaft macht sie für Aufgaben attraktiv, die ein Flugzeug nicht leisten kann: stundenlanges Verweilen über einem Gebiet in geringer Höhe. Hubschrauber können das ebenfalls, verbrauchen dabei aber deutlich mehr Treibstoff. Für lange Beobachtungen ist das Luftschiff im Vorteil.
Für Frachttransport wird die Technik seit Jahrzehnten diskutiert, bislang ohne Serienerfolg. Mehrere Unternehmen arbeiten an Konzepten für Lasten in Regionen ohne Straßen. Der Stand dieser Projekte ändert sich laufend.
Warum das Wetter alles bestimmt
Ein Luftschiff bietet dem Wind eine sehr große Angriffsfläche bei geringer Masse. Schon mäßiger Seitenwind erschwert Start und Landung erheblich. Deshalb fallen Flüge häufiger aus als bei Flugzeugen.
Auch Gewitter, Böen und starke Thermik sind Ausschlussgründe. Im Winter kommt hinzu, dass sich Helium bei Kälte zusammenzieht und die Auftriebsverhältnisse ändert. Der Flugbetrieb ist deshalb saisonal geprägt.
Wer einen Rundflug bucht, sollte Ersatztermine einplanen. Anbieter weisen darauf in ihren Bedingungen hin. Bei Ausfall wird in der Regel umgebucht oder erstattet.
Das Werk am Bodensee
Der Bau moderner Luftschiffe knüpft an eine Tradition an, die um 1900 am Bodensee begann. Nach dem Ende der großen Starrluftschiffe in den 1930er-Jahren ruhte die Entwicklung über Jahrzehnte. Erst in den 1990er-Jahren wurde sie mit einer neuen Bauart wieder aufgenommen.
Die heutigen Schiffe sind deutlich kleiner als die historischen Vorbilder und tragen nur eine zweistellige Zahl von Passagieren. Sie sind für Kurzstrecken ausgelegt, nicht für Ozeanüberquerungen. Der Vergleich mit den 1930er-Jahren führt deshalb in die Irre.
Ein Museum am Bodensee dokumentiert diese Geschichte und zeigt Nachbauten historischer Innenräume. Für Interessierte ist es der beste Einstieg in das Thema. Die Werft selbst kann teilweise besichtigt werden.
Mitfliegen: Ablauf und Kosten
Rundflüge starten je nach Anbieter von wenigen Standorten aus und dauern zwischen einer halben Stunde und mehreren Stunden. Kurzflüge liegen preislich im niedrigen dreistelligen Bereich, längere Strecken deutlich darüber. Die genauen Preise stehen auf den Seiten der Betreiber.
An Bord gibt es große Fenster, die zum Teil geöffnet werden können, und die Flughöhe liegt meist bei einigen hundert Metern. Dadurch ist deutlich mehr zu erkennen als aus einem Verkehrsflugzeug. Angeschnallt sein muss man nur bei Start und Landung.
Gebucht wird online mit fester Uhrzeit, wobei die Anbieter auf Wetterausfälle hinweisen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der Einstieg über eine Treppe zu beachten. Anfragen dazu beantworten die Betreiber vorab.
Häufige Fragen
Kann man mit einem Zeppelin mitfliegen?
Ja, über die Rundflüge ab Friedrichshafen und einigen weiteren deutschen Standorten in der Saison.
Wie schnell ist ein Zeppelin NT?
Rund 70 bis 125 Kilometer pro Stunde, je nach Wind.
Was ist mit der Hindenburg passiert?
Sie ging 1937 bei der Landung in Lakehurst in Flammen auf. Die genaue Zündursache ist bis heute nicht abschließend geklärt.
Wie viele Menschen passen hinein?
In den Zeppelin NT rund ein Dutzend Passagiere plus Besatzung.
Wie wird ein Zeppelin NT gesteuert?
Über drei schwenkbare Antriebe und Ballonets.
Warum fallen Flüge oft aus?
Wind und Wetter begrenzen den Betrieb stark.
Was kostet ein Rundflug?
Kurzflüge liegen im niedrigen dreistelligen Bereich.
Quellen
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






