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Kurz gesagt: Deutschland hat 16 internationale Verkehrsflughäfen, die den planmäßigen Linienverkehr abwickeln. Dazu kommen rund 15 weitere Regionalflughäfen und mehrere hundert Verkehrs-, Sonder- und Segelfluglandeplätze. Insgesamt gibt es über 300 Flugplätze.
Die Zahl hängt davon ab, was man mitzählt – ein Grasplatz für Segelflieger ist rechtlich auch ein Flugplatz.
Die Kategorien
Internationale Verkehrsflughäfen. 16 Stück, mit Zoll, Grenzkontrolle und Linienverkehr.
Regionalflughäfen. Kleinere Verkehrsflughäfen mit begrenztem Linien- und Charterverkehr.
Verkehrslandeplätze. Für die allgemeine Luftfahrt, teils mit Geschäftsreiseverkehr.
Sonderlandeplätze und Segelfluggelände. Die zahlenmäßig größte Gruppe.
Die größten
Frankfurt am Main. Der mit Abstand größte, zugleich einer der wichtigsten Drehkreuze Europas und der bedeutendste Frachtflughafen Deutschlands.
München. Der zweitgrößte, ebenfalls Drehkreuz.
Berlin Brandenburg. Seit 2020 in Betrieb, nach jahrelanger Verzögerung.
Es folgen Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn und Stuttgart.
Wer sie betreibt
Die meisten großen Flughäfen sind Aktiengesellschaften, an denen Bund, Länder und Kommunen beteiligt sind. Vollständig private Flughäfen sind die Ausnahme.
Bei Regionalflughäfen ist die öffentliche Beteiligung besonders hoch – viele arbeiten dauerhaft defizitär und werden von den Ländern und Kommunen gestützt. Das ist ein wiederkehrendes politisches Streitthema.
Der Nachtflug
An mehreren großen Flughäfen bestehen Nachtflugbeschränkungen oder -verbote, meist zwischen 23 und 5 oder 6 Uhr.
Die Regelungen sind unterschiedlich und Gegenstand zahlreicher Gerichtsverfahren – Lärmschutz gegen wirtschaftliche Interessen ist der dauerhafte Konflikt der Branche.
Wo die aktuellen Zahlen stehen
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Passagier- und Frachtzahlen, das Luftfahrt-Bundesamt führt die Verzeichnisse der Flugplätze.
Der Flughafen BER
Der Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg eröffnete am 31. Oktober 2020, neun Jahre später als ursprünglich geplant. Auslöser der Verzögerung waren vor allem Mängel am Brandschutz und an der Entrauchungsanlage. Die Kosten stiegen dabei auf ein Vielfaches der ersten Schätzung.
Mit der Eröffnung schlossen die beiden Vorgängerflughäfen: Tegel im November 2020, Schönefeld ging als Terminal 5 im BER auf. Damit hat Berlin erstmals seit Jahrzehnten nur noch einen Verkehrsflughafen. Betreiber ist eine Gesellschaft der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Bundes.
Der BER ist damit ein Beispiel dafür, dass die Zahl der Flughäfen auch sinken kann. Standorte werden geschlossen, zusammengelegt oder umgewidmet. Aktuelle Listen veralten deshalb schnell.
Wie sich Flughäfen finanzieren
Den einen Teil bilden die Entgelte, die Fluggesellschaften für Start, Landung, Abstellen und Passagierabfertigung zahlen. Sie sind genehmigungspflichtig und werden von der jeweiligen Landesbehörde geprüft. Ihre Höhe ist öffentlich einsehbar.
Den anderen Teil machen Einnahmen abseits des Fluggeschäfts aus, also Parkgebühren, Ladenmieten, Gastronomie und Werbeflächen. An großen Standorten trägt dieser Bereich einen erheblichen Anteil zum Ergebnis bei. Deshalb ähneln Terminals zunehmend Einkaufszentren.
Viele Flughäfen gehören ganz oder teilweise Ländern und Kommunen. Verluste landen damit bei der öffentlichen Hand. Das ist besonders bei kleinen Standorten ein Dauerthema.
Regionalflughäfen und Beihilfen
Ein Teil der kleineren Flughäfen arbeitet dauerhaft defizitär und wird von Ländern oder Kreisen gestützt. Die Europäische Kommission hat dafür Leitlinien erlassen, die Betriebsbeihilfen nur befristet erlauben. Grund ist der Wettbewerb zwischen den Standorten.
Befürworter verweisen auf Erreichbarkeit und regionale Arbeitsplätze. Kritiker rechnen vor, dass viele dieser Plätze nur wenige Flüge pro Woche abfertigen. Der Bundesrechnungshof hat solche Fälle mehrfach beanstandet.
Einige Standorte haben den Linienverkehr inzwischen aufgegeben und leben von Fracht, Werkverkehr oder Flugschulen. Andere wurden vollständig geschlossen. Der Bestand ist also in Bewegung.
Wer für die Sicherheit zuständig ist
Die Luftsicherheitskontrolle der Passagiere ist eine hoheitliche Aufgabe des Bundes und wird von der Bundespolizei verantwortet. Ausgeführt wird sie meist von beauftragten privaten Dienstleistern. Einige Länder haben die Aufgabe vom Bund übernommen.
Rechtsgrundlage ist das Luftsicherheitsgesetz, ergänzt durch europäische Verordnungen. Sie regeln unter anderem, welche Gegenstände im Handgepäck erlaubt sind. Die Vorgaben gelten in der gesamten Europäischen Union einheitlich.
Getrennt davon ist die Flugsicherung, also die Lenkung des Luftverkehrs. Sie liegt bei der Deutschen Flugsicherung, einem Unternehmen im Bundeseigentum. An kleineren Plätzen übernehmen das beauftragte Stellen.
Die Luftverkehrsteuer
Seit 2011 wird in Deutschland eine Luftverkehrsteuer auf Abflüge von inländischen Flughäfen erhoben. Sie ist nach Entfernungsklassen gestaffelt und wird von der Fluggesellschaft geschuldet. In der Praxis erscheint sie im Ticketpreis.
Die Sätze wurden mehrfach angepasst, zuletzt deutlich angehoben. Umgekehrt gab es 2025 Beschlüsse, die Belastung wieder zu senken. Die jeweils geltenden Beträge veröffentlicht das Bundesfinanzministerium.
Flughäfen und Fluggesellschaften führen die Steuer als Grund für Streichungen von Verbindungen an. Umweltverbände halten sie dagegen für zu niedrig. Belastbare Zahlen zur Wirkung sind umstritten.
Der Unterschied zwischen Flughafen und Flugplatz
Umgangssprachlich meint Flughafen jeden Platz mit Start- und Landebahn. Im Luftverkehrsgesetz ist der Oberbegriff dagegen Flugplatz, und er zerfällt in Flughäfen, Landeplätze und Segelfluggelände. Nur Flughäfen haben einen festgelegten Bauschutzbereich.
Flughäfen unterteilt die Verwaltung noch einmal in Verkehrsflughäfen mit Linienverkehr und Sonderflughäfen ohne Betriebspflicht. Diese Betriebspflicht ist der entscheidende Unterschied: Ein Verkehrsflughafen muss zu den festgelegten Zeiten für jedermann offen stehen. Ein Sonderflughafen darf Anfragen ablehnen.
Genau deshalb schwanken die Antworten auf die Ausgangsfrage so stark. Je nach Kategorie kommt man auf gut ein Dutzend oder auf mehrere Hundert Plätze. Die Zahl ohne Kategorie ist wertlos.
Wie viele Passagiere abgefertigt werden
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht monatlich die Passagierzahlen aller Flughäfen mit gewerblichem Verkehr. Erfasst werden Ein- und Aussteiger getrennt sowie Umsteiger. Die Reihe reicht Jahrzehnte zurück und ist frei abrufbar.
Der weitaus größte Teil des Verkehrs entfällt auf eine kleine Zahl von Standorten. Frankfurt und München allein decken einen erheblichen Anteil ab. Die übrigen Plätze teilen sich den Rest.
Nach dem Einbruch während der Pandemie stiegen die Zahlen ab 2022 wieder. Das Vorkrisenniveau war 2024 im Inlandsverkehr weiterhin nicht erreicht. Im Auslandsverkehr fiel die Erholung deutlicher aus.
Häufige Fragen
Welcher ist der größte Flughafen?
Frankfurt am Main.
Wie viele Passagiere fliegen jährlich?
Die aktuellen Zahlen veröffentlicht das Statistische Bundesamt.
Was ist der Unterschied zwischen Flughafen und Flugplatz?
Flughafen ist die Kategorie mit Genehmigung für Verkehrsluftfahrt; Flugplatz ist der Oberbegriff für alle Start- und Landestellen.
Warum gibt es so viele defizitäre Regionalflughäfen?
Weil Passagierzahlen und Standortpolitik oft auseinanderfallen.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






