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Kurz gesagt: Heute zählt man fünf Weltmeere: Pazifik, Atlantik, Indischer Ozean, Südlicher Ozean und Arktischer Ozean. Der Südliche Ozean kam erst im Jahr 2000 offiziell dazu — davor lernte man in der Schule vier oder drei. Physikalisch ist es ohnehin ein einziges zusammenhängendes Wasser.
Wer widersprüchliche Angaben findet, hat nicht zwangsläufig eine falsche Quelle erwischt. Die Zahl hängt davon ab, wann und wo gezählt wurde.
Die fünf Ozeane
Pazifik. Mit rund 165 Millionen Quadratkilometern der mit Abstand größte. Er nimmt etwa ein Drittel der Erdoberfläche ein — mehr als alle Landmassen zusammen. In ihm liegt auch die tiefste bekannte Stelle, das Witjastief im Marianengraben mit knapp 11.000 Metern.
Atlantik. Rund 82 Millionen Quadratkilometer, langgestreckt zwischen Amerika, Europa und Afrika. Durch seine Mitte zieht sich der Mittelatlantische Rücken, an dem ständig neue Erdkruste entsteht — der Atlantik wird jedes Jahr um wenige Zentimeter breiter.
Indischer Ozean. Rund 73 Millionen Quadratkilometer. Er ist der wärmste der fünf und wird stark vom Monsun geprägt, der die Strömungen zweimal im Jahr die Richtung wechseln lässt.
Südlicher Ozean. Rund 20 Millionen Quadratkilometer rund um die Antarktis, südlich des 60. Breitengrades. Er ist der einzige, der die Erde vollständig umrundet, ohne von Land unterbrochen zu werden.
Arktischer Ozean. Rund 14 Millionen Quadratkilometer und damit der kleinste und flachste. Über weite Teile ist er von Meereis bedeckt, dessen Ausdehnung seit Jahrzehnten abnimmt.
Warum der Südliche Ozean umstritten war
Die vier klassischen Ozeane werden durch Landmassen getrennt. Beim Südlichen Ozean fehlt diese Grenze — im Norden schließt er einfach an die anderen drei an.
Die Internationale Hydrographische Organisation legte im Jahr 2000 den 60. südlichen Breitengrad als Grenze fest. Der Vorschlag wurde allerdings nie von allen Mitgliedstaaten förmlich bestätigt, weshalb er lange in der Schwebe blieb.
Die fachliche Begründung liegt nicht in einer Küstenlinie, sondern im Wasser selbst. Um die Antarktis fließt der Antarktische Zirkumpolarstrom — die mächtigste Meeresströmung der Erde. Sie schließt kälteres, salzärmeres Wasser ein und trennt es vom übrigen Weltmeer. Diese Grenze ist messbar, auch wenn man sie nicht sieht.
2021 übernahm die National Geographic Society die Fünferzählung offiziell in ihre Karten. Seither hat sich das Modell weitgehend durchgesetzt.
Warum ältere Bücher andere Zahlen nennen
Wer in einem Atlas aus den 1980er-Jahren nachschlägt, findet meist drei Ozeane: Pazifik, Atlantik und Indischer Ozean. Das Nordpolarmeer galt als Nebenmeer des Atlantiks, das Südpolarmeer existierte als Begriff gar nicht.
Andere Werke zählen sieben, indem sie Pazifik und Atlantik jeweils in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennen. Diese Einteilung stammt aus der Seefahrt und hat mit den unterschiedlichen Wind- und Strömungssystemen beiderseits des Äquators zu tun.
Der englische Ausdruck von den sieben Weltmeeren ist noch älter und meinte je nach Epoche etwas völlig anderes — in der Antike etwa die Randmeere des Mittelmeerraums.
Meer, Nebenmeer, Ozean
Nicht jedes Meer ist ein Ozean. Nord- und Ostsee, Mittelmeer, Karibik oder Rotes Meer sind Nebenmeere: Sie sind Teile eines Ozeans, aber durch Landmassen, Inselketten oder flache Schwellen weitgehend abgetrennt.
Ein Ozean im engeren Sinn ist ein Wasserbecken auf ozeanischer Kruste, das eigene Strömungssysteme trägt. Nebenmeere liegen dagegen meist auf Kontinentalschelf.
Das Kaspische Meer wiederum ist trotz seines Namens ein See — es hat keine Verbindung zum Weltmeer.
Ein einziges Wasser
Die Einteilung ist eine Vereinbarung des Menschen, kein Naturgesetz. Alle Ozeane hängen zusammen; Wasser aus dem Nordatlantik erreicht über die großen Tiefenströmungen den Pazifik.
Dieses globale Förderband transportiert Wärme, Salz und Nährstoffe rund um den Planeten. Ein Umlauf dauert nach heutiger Kenntnis etwa 1.000 Jahre. Es ist der Grund, warum Nordwesteuropa deutlich milder ist als Gebiete auf gleicher Breite in Kanada.
Zusammen bedecken die Ozeane rund 71 Prozent der Erdoberfläche und enthalten etwa 97 Prozent des Wassers der Erde. Der weitaus größte Teil ihres Volumens liegt in der Tiefsee — und der ist bis heute schlechter kartiert als die Oberfläche des Mondes.
Wie tief die Ozeane sind
Die mittlere Tiefe aller Ozeane liegt bei etwa 3.700 Metern. Das ist deutlich mehr, als die meisten vermuten — der flache Schelfbereich vor den Küsten, den man von Urlaubsbildern kennt, macht nur einen schmalen Saum aus.
Der größte Teil des Meeresbodens liegt in der Tiefsee zwischen 4.000 und 6.000 Metern. Dort ist es dunkel, knapp vier Grad kalt, und der Druck erreicht mehrere hundert Bar.
Die tiefsten Stellen liegen in den Tiefseegräben, wo eine Erdplatte unter eine andere abtaucht. Neben dem Marianengraben im Pazifik gehören der Tongagraben und der Philippinengraben dazu. Alle tiefsten Punkte der Erde liegen im Pazifik.
Wie das Wasser zusammenhängt
Salzgehalt und Temperatur bestimmen die Dichte, und die Dichte treibt die großen Strömungen an. Im Nordatlantik kühlt Oberflächenwasser ab, wird schwerer und sinkt in die Tiefe. Von dort fließt es als kaltes Tiefenwasser nach Süden, um die Antarktis herum und weiter in den Indischen und Pazifischen Ozean.
Irgendwo dort steigt es nach Jahrhunderten wieder auf und kehrt an der Oberfläche zurück. Diese thermohaline Zirkulation verbindet alle fünf Ozeane zu einem System.
Für Europa hat das unmittelbare Folgen. Der Golfstrom als Teil dieses Systems transportiert Wärme aus der Karibik nach Nordwesten. Ohne ihn läge die Durchschnittstemperatur in Nordeuropa spürbar niedriger — Oslo liegt auf derselben Breite wie Südgrönland.
Was in den Ozeanen lebt
Der weitaus größte Lebensraum der Erde ist das offene Wasser. Er stellt mehr als neunzig Prozent des bewohnbaren Volumens des Planeten.
Erforscht ist davon wenig. Neue Arten werden bei fast jeder Tiefseeexpedition beschrieben, und für große Teile des Meeresbodens existiert bis heute keine genaue Vermessung. Kartiert ist er bislang nur zu einem Bruchteil in hoher Auflösung.
Zugleich produzieren Kleinstalgen im Oberflächenwasser einen erheblichen Teil des Sauerstoffs, den wir atmen — nach gängigen Schätzungen in der Größenordnung von der Hälfte.
Häufige Fragen
Wie viele Weltmeere gibt es?
Fünf nach heutiger Zählung.
Seit wann gibt es den Südlichen Ozean?
Offiziell seit dem Jahr 2000.
Welcher Ozean ist der größte?
Der Pazifik mit rund 165 Millionen Quadratkilometern.
Welcher ist der kleinste?
Der Arktische Ozean.
Ist die Nordsee ein Ozean?
Nein, sie ist ein Nebenmeer des Atlantiks.
Warum stehen in alten Atlanten drei Ozeane?
Die Polarmeere galten damals als Nebenmeere.
Wie tief sind die Ozeane im Mittel?
Etwa 3.700 Meter.
Wo liegt die tiefste Stelle?
Im Marianengraben im Pazifik, knapp 11.000 Meter.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Ozeane gibt es? Fünf und ihre Grenzen heute
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






