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Kurz gesagt: Gerechnet wird mit 40 Schwangerschaftswochen, gezählt ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Weil die Befruchtung erst rund zwei Wochen später stattfindet, ist das Kind tatsächlich etwa 38 Wochen alt. Als termingerecht gilt eine Geburt zwischen der 37. und der 42. Woche.
Die Zählung beginnt vor der Schwangerschaft. Das verwirrt fast alle – und hat einen praktischen Grund.
Warum ab der letzten Periode gezählt wird
Der Tag der Befruchtung ist in der Regel nicht bekannt, der erste Tag der letzten Blutung dagegen meist schon. Deshalb dient er als Bezugspunkt.
Rechnerisch ist man damit in der zweiten Schwangerschaftswoche bereits „schwanger“, bevor überhaupt eine Befruchtung stattgefunden hat.
Wie die Angabe funktioniert
Angegeben wird als abgeschlossene Wochen plus Tage: „12+3″ bedeutet zwölf volle Wochen und drei Tage.
Wer sich in der 13. Woche befindet, hat also zwölf abgeschlossene Wochen hinter sich. Diese Verschiebung um eins ist die zweithäufigste Verwirrung.
Die drei Trimester
Erstes Trimester, Woche 1 bis 12. Alle Organe werden angelegt. Die empfindlichste Phase; die meisten Fehlgeburten fallen in diesen Zeitraum.
Zweites Trimester, Woche 13 bis 28. Meist die beschwerdeärmste Zeit. Kindsbewegungen werden spürbar.
Drittes Trimester, Woche 29 bis 40. Das Kind nimmt stark zu, die Lunge reift zuletzt.
Der errechnete Termin
Er ergibt sich nach der Naegele-Regel: erster Tag der letzten Blutung, minus drei Monate, plus sieben Tage, plus ein Jahr.
Genauer wird der Termin durch die Ultraschallmessung im ersten Trimester. Weicht sie deutlich ab, wird der Termin korrigiert.
Nur wenige Kinder kommen am errechneten Tag zur Welt – er ist eine Mitte, kein Stichtag.
Frühgeburt und Übertragung
Vor der vollendeten 37. Woche spricht man von einer Frühgeburt, ab der 42. von einer Übertragung. Beides wird ärztlich begleitet.
Die Überlebenschancen sehr früh geborener Kinder haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert; die Grenze der Lebensfähigkeit liegt heute bei etwa 22 bis 24 Wochen.
Die Vorsorgeuntersuchungen im Zeitplan
Die Mutterschaftsrichtlinien sehen in Deutschland regelmäßige Untersuchungen vor, zunächst etwa alle vier Wochen, ab der 32. Woche alle zwei Wochen. Die Termine werden im Mutterpass dokumentiert. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse.
Drei Ultraschalluntersuchungen sind Bestandteil der Vorsorge: eine zwischen der 9. und 12. Woche, eine zwischen der 19. und 22. Woche und eine zwischen der 29. und 32. Woche. Sie dienen unter anderem der Bestimmung des Alters und der Kontrolle des Wachstums. Weitere Untersuchungen sind möglich, aber nicht immer Kassenleistung.
Der erste Ultraschall ist zugleich der genaueste Zeitpunkt, um den errechneten Termin zu korrigieren. In dieser Phase wachsen alle Kinder noch sehr ähnlich. Später werden die Unterschiede größer.
Mutterschutz und Schutzfristen
Das Mutterschutzgesetz verbietet eine Beschäftigung in den letzten sechs Wochen vor dem errechneten Termin, sofern die Schwangere nicht ausdrücklich zustimmt. Nach der Geburt gilt ein absolutes Beschäftigungsverbot von acht Wochen. Auf diese Frist kann nicht verzichtet werden.
Bei Früh- und Mehrlingsgeburten verlängert sich die nachgeburtliche Frist auf zwölf Wochen. Dasselbe gilt, wenn bei einem Kind innerhalb der ersten acht Wochen eine Behinderung festgestellt wird. Verkürzt sich die Zeit vor der Geburt, wird der Rest hinten angehängt.
Das Gesetz gilt für Arbeitnehmerinnen, Auszubildende und auch für Schülerinnen und Studentinnen bei Pflichtveranstaltungen. Selbstständige fallen nicht darunter. Die genauen Regeln stehen im Mutterschutzgesetz.
Warum der Termin selten genau stimmt
Nur ein kleiner Teil der Kinder kommt tatsächlich am errechneten Tag zur Welt, in Auswertungen liegt der Anteil bei wenigen Prozent. Der weitaus größte Teil der Geburten verteilt sich auf die Wochen davor und danach. Der Termin ist ein statistischer Mittelwert, kein Datum.
Als termingerecht gilt eine Geburt zwischen der vollendeten 37. und dem Ende der 41. Woche. Erst danach spricht man von Übertragung. Vorher gilt ein Kind als Frühgeburt.
Bei Erstgebärenden dauert die Schwangerschaft im Durchschnitt etwas länger als bei Folgeschwangerschaften. Der Unterschied liegt im Bereich weniger Tage. Für die Planung ist er kaum von Bedeutung.
Was der Text nicht leisten kann
Die Angaben hier beschreiben die übliche Zählweise und den rechtlichen Rahmen. Sie ersetzen keine ärztliche oder geburtshilfliche Beratung. Für den eigenen Verlauf sind die betreuende Praxis und die Hebamme zuständig.
Bei Blutungen, starken Schmerzen, Fieber oder nachlassenden Kindsbewegungen gilt: umgehend Kontakt aufnehmen, unabhängig vom Wochentag. Kliniken haben dafür rund um die Uhr eine Aufnahme. Abwarten ist in diesen Fällen der falsche Weg.
Wie sich die Wochen im Alltag anfühlen
Im ersten Drittel stehen Müdigkeit und Übelkeit im Vordergrund, äußerlich ist meist noch nichts zu sehen. Im zweiten Drittel lassen diese Beschwerden bei vielen nach, und die ersten Kindsbewegungen werden spürbar, häufig zwischen der 18. und 22. Woche. Bei einer zweiten Schwangerschaft oft schon etwas früher.
Im letzten Drittel nehmen Rückenschmerzen, Sodbrennen und Kurzatmigkeit zu, weil der Platz im Bauchraum enger wird. Der Schlaf wird unruhiger. Viele Beschwerden lassen sich mit Haltung und Bewegung mildern.
Ab der 36. Woche senkt sich das Kind bei vielen tiefer ins Becken. Das erleichtert das Atmen und erhöht den Druck auf die Blase. Ein Geburtszeitpunkt lässt sich daraus nicht ableiten.
Woher die Zahl vierzig kommt
Die Regel geht auf den Hamburger Arzt Franz Carl Naegele zurück, der Anfang des 19. Jahrhunderts eine einfache Rechenformel beschrieb. Sie addiert sieben Tage zum ersten Tag der letzten Periode, zieht drei Monate ab und rechnet ein Jahr hinzu. Herausgekommen ist ein Termin nach 280 Tagen.
Die Formel setzt einen Zyklus von 28 Tagen voraus. Bei längeren oder kürzeren Zyklen wird der Termin entsprechend verschoben. Rechner im Internet bieten dafür ein Eingabefeld.
Häufige Fragen
Sind es neun oder zehn Monate?
Beides stimmt: 40 Wochen sind etwa neun Kalendermonate oder zehn Mondmonate zu je 28 Tagen.
Was bedeutet SSW?
Schwangerschaftswoche.
Wie genau ist der errechnete Termin?
Er markiert eine Mitte. Termingerecht ist alles zwischen 37+0 und 41+6.
Warum weicht der Ultraschalltermin ab?
Weil der Eisprung nicht immer am 14. Zyklustag stattfindet.
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Schwule gibt es in Deutschland? Die Zahlen
- Wie viele Sexualitäten gibt es? Begriffe und Einordnung
- Wie viele Türken gibt es auf der Welt? Zahlen und Diaspora
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






