Inhalt
Kurz gesagt: Die Milchstraße enthält geschätzt 100 bis 400 Milliarden Sterne. Im beobachtbaren Universum liegt die Zahl in der Größenordnung von 10²² bis 10²⁴ – mehr als es Sandkörner auf der Erde gibt. Mit bloßem Auge sieht man dagegen nur wenige tausend.
Die kleinste dieser Zahlen ist die interessanteste: Was man tatsächlich sehen kann, ist erschreckend wenig.
Was man selbst sieht
Unter idealen Bedingungen – klare Nacht, kein Mond, keine Lichtverschmutzung – sind rund 3.000 Sterne gleichzeitig sichtbar, über das ganze Jahr und beide Erdhalbkugeln etwa 6.000.
In einer Großstadt sind es oft nur wenige Dutzend. Der Rest verschwindet im Streulicht.
Die Sterne der Milchstraße
Gezählt werden kann hier ebenfalls nicht. Astronomen schätzen über die Masse der Galaxie und über die Häufigkeitsverteilung der Sterntypen.
Das Ergebnis schwankt zwischen 100 und 400 Milliarden – die Spanne kommt vor allem durch die vielen lichtschwachen roten Zwerge, die schwer zu erfassen sind. Sie stellen die Mehrheit aller Sterne.
Die Sterne im Universum
Man multipliziert die geschätzte Zahl der Galaxien mit einer mittleren Sternzahl je Galaxie. Beide Werte sind unsicher, entsprechend grob ist das Ergebnis.
Übliche Größenordnungen liegen bei 10²² bis 10²⁴ – eine Eins mit 22 bis 24 Nullen. Zum Vergleich: Die Zahl der Sandkörner auf allen Stränden der Erde wird auf etwa 10¹⁸ geschätzt.
Was ein Stern ist – und was nicht
Ein Stern ist eine Gaskugel, in deren Kern Kernfusion abläuft. Planeten leuchten nicht selbst, sondern reflektieren Licht.
Deshalb ist der „Abendstern“ kein Stern, sondern die Venus. Und die hellsten Punkte am Himmel sind oft Planeten, keine Sterne. Ein Unterscheidungsmerkmal: Sterne funkeln, Planeten leuchten ruhig.
Wie viele sind noch da?
Das Licht ferner Sterne ist Jahre bis Milliarden Jahre unterwegs. Man sieht die Vergangenheit.
Bei den mit bloßem Auge sichtbaren Sternen ist das weniger dramatisch als oft behauptet: Die meisten sind wenige hundert Lichtjahre entfernt und existieren noch.
Wie Sterne entstehen
Sterne bilden sich aus dichten Gas- und Staubwolken, die unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenfallen. Im Zentrum steigen Druck und Temperatur so weit, dass Wasserstoff zu Helium verschmilzt. Ab diesem Punkt spricht man von einem Stern.
Die Masse bestimmt fast alles Weitere: Leuchtkraft, Farbe, Lebensdauer und Ende. Massearme Sterne leuchten schwach und sehr lange, massereiche hell und kurz. Der Unterschied beträgt viele Größenordnungen.
Unsere Sonne ist ein mittelgroßer Stern mittleren Alters. Sie wird noch einige Milliarden Jahre stabil brennen. Danach bläht sie sich auf und stößt ihre Hüllen ab.
Wie Astronomen zählen
Sterne werden nicht einzeln gezählt, sondern über Helligkeitsverteilungen und Modelle hochgerechnet. Aus der Gesamthelligkeit einer Galaxie und Annahmen über die Massenverteilung ergibt sich die Sternzahl. Deshalb sind alle Angaben Näherungen.
Erschwert wird das durch Staub, der Licht absorbiert, und durch sehr leuchtschwache Sterne, die kaum sichtbar sind. Gerade diese sind besonders häufig. Ihre Zahl bestimmt das Ergebnis wesentlich mit.
Neue Beobachtungen verändern deshalb Schätzungen erheblich. Angaben aus verschiedenen Jahren sind nicht direkt vergleichbar. Ein Datum gehört zu jeder Zahl.
Was am Himmel sichtbar ist
Unter sehr dunklem Himmel sind mit bloßem Auge etwa zweitausend bis dreitausend Sterne gleichzeitig sichtbar. In Städten sind es oft weniger als hundert. Der Unterschied entsteht durch künstliche Aufhellung.
Lichtverschmutzung nimmt weltweit zu und wird über Satellitendaten gemessen. Sie beeinträchtigt nicht nur die Astronomie, sondern auch nachtaktive Tiere. Mehrere Kommunen haben deshalb Beleuchtungskonzepte geändert.
Wer den Sternenhimmel sehen will, findet Karten mit dunklen Standorten im Netz. Auch Sternenparks sind ausgewiesen. Für einen Besuch genügen warme Kleidung und etwa zwanzig Minuten Dunkeladaption.
Entfernungen messen
Für nahe Sterne wird die Parallaxe genutzt: Die scheinbare Verschiebung eines Sterns vor dem Hintergrund im Lauf eines Jahres erlaubt eine geometrische Entfernungsbestimmung. Eine europäische Raumsonde hat damit Milliarden Sterne vermessen. Ihre Daten sind frei zugänglich.
Für größere Entfernungen dienen Objekte bekannter Leuchtkraft als Maßstab, etwa bestimmte veränderliche Sterne und Supernovae. Aus dem Vergleich von tatsächlicher und beobachteter Helligkeit ergibt sich die Entfernung. Diese Methoden bauen aufeinander auf.
Weil jeder Schritt Unsicherheiten hinzufügt, werden große Entfernungen als Bereich angegeben. Genau daraus entstehen die Spannen in Veröffentlichungen. Sie sind kein Zeichen von Unwissen, sondern von Sorgfalt.
Wenn Sterne sterben
Massearme Sterne enden als weiße Zwerge, die über Milliarden Jahre auskühlen. Massereiche explodieren als Supernova und hinterlassen einen Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch. Beide Wege sind gut modelliert.
Bei diesen Explosionen entstehen schwere Elemente, die ins All geschleudert werden und später neue Sterne und Planeten bilden. Ein großer Teil der Atome in unserem Körper stammt aus solchen Prozessen. Das ist keine Metapher, sondern Nukleosynthese.
Die letzte mit bloßem Auge sichtbare Supernova in unserer Galaxie wurde im 17. Jahrhundert beobachtet. Statistisch wäre eine weitere überfällig. Wann sie eintritt, lässt sich nicht vorhersagen.
Was kein Stern ist
Planeten leuchten nicht selbst, sondern reflektieren Licht, und erscheinen am Himmel als ruhige helle Punkte. Sterne funkeln dagegen, weil ihr punktförmiges Licht stärker von der Luftunruhe abgelenkt wird. Dieser Unterschied ist mit bloßem Auge erkennbar.
Braune Zwerge liegen zwischen Planeten und Sternen: Sie sind zu massearm für dauerhafte Wasserstofffusion. Sie leuchten schwach im Infraroten. In Sternzählungen tauchen sie meist nicht auf.
Auch Satelliten und Flugzeuge werden häufig für Sterne gehalten. Satelliten ziehen gleichmäßig und ohne Blinken, Flugzeuge blinken. Diese einfache Unterscheidung klärt die meisten Beobachtungsmeldungen.
Häufige Fragen
Wie viele Sterne sieht man mit bloßem Auge?
Rund 3.000 gleichzeitig unter besten Bedingungen.
Wie viele Sterne hat die Milchstraße?
Geschätzt 100 bis 400 Milliarden.
Was ist der nächste Stern?
Nach der Sonne Proxima Centauri, rund 4,2 Lichtjahre entfernt.
Kann man Sterne kaufen?
Nein. Solche Zertifikate haben keinerlei offizielle Bedeutung; Namen vergibt allein die Internationale Astronomische Union.
Wie viele Sterne sieht man mit bloßem Auge?
Unter dunklem Himmel etwa zwei- bis dreitausend.
Wie werden Sterne gezählt?
Über Modelle und Helligkeitsverteilungen, nicht einzeln.
Wie unterscheidet man Stern und Planet?
Sterne funkeln, Planeten leuchten ruhig.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Wie viele Sonnen gibt es? Eine – und Milliarden Sterne
- Wie viele Schwule gibt es in Deutschland? Die Zahlen
- Wie viele Sexualitäten gibt es? Begriffe und Einordnung
Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






