Wie viele Windräder gibt es in Deutschland? Die Zahlen

Kurz gesagt: In Deutschland stehen rund 30.000 Windenergieanlagen an Land und gut 1.600 auf See. Zusammen liefern sie den größten Einzelbeitrag zur deutschen Stromerzeugung. Die tagesaktuelle Zahl führt die Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister.

Die Zahl der Anlagen wächst langsamer als die Leistung – neue Anlagen sind deutlich größer.

Wo die Anlagen stehen

Der Schwerpunkt liegt im Norden und Osten: Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen führen die Statistik an.

Im Süden ist der Bestand deutlich geringer. Gründe sind schwächerer Wind im Binnenland, Abstandsregeln und langwierige Genehmigungen.

Auf See stehen die Anlagen in Nord- und Ostsee, gebündelt in Windparks mit jeweils dutzenden Anlagen.

Warum die Zahl allein wenig sagt

Eine Anlage aus dem Jahr 2000 hatte oft weniger als ein Megawatt Nennleistung. Moderne Anlagen an Land liegen bei 4 bis 6 Megawatt, auf See darüber.

Beim Repowering werden alte Anlagen durch wenige große ersetzt: Die Zahl der Türme sinkt, die Leistung steigt. Deshalb ist die installierte Leistung in Gigawatt die aussagekräftigere Größe.

Was sie liefern

Windkraft ist seit einigen Jahren die größte einzelne Quelle im deutschen Strommix. Der Anteil schwankt stark: An stürmischen Tagen deckt Wind zeitweise den größten Teil des Verbrauchs, an windstillen kaum etwas.

Genau diese Schwankung ist der Grund, warum Speicher und Netzausbau die zentralen Themen der Energiewende sind.

Wo die aktuellen Zahlen stehen

Das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur führt jede Anlage einzeln – mit Standort, Leistung und Inbetriebnahme. Es ist öffentlich einsehbar und tagesaktuell.

Aufbereitete Auswertungen veröffentlichen das Umweltbundesamt und die Fachagentur Windenergie.

Wie ein Windrad funktioniert

Der Wind versetzt die Rotorblätter in Drehung, die über eine Welle und meist ein Getriebe einen Generator antreibt. Der erzeugte Strom wird über einen Transformator ins Netz eingespeist. Moderne Anlagen regeln die Blattstellung laufend nach.

Die Leistung wächst mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit, weshalb Standorte mit stetigem Wind entscheidend sind. Verdoppelt sich der Wind, steigt die Leistung theoretisch um das Achtfache. Deshalb werden Türme immer höher gebaut.

Bei zu starkem Wind schalten Anlagen aus Sicherheitsgründen ab. Dieser Punkt liegt je nach Bauart bei etwa fünfundzwanzig Metern je Sekunde. Auch bei zu wenig Wind stehen sie still.

Was Repowering bedeutet

Alte Anlagen werden zunehmend durch weniger, aber deutlich leistungsstärkere ersetzt. Dadurch kann die Zahl der Anlagen sinken, während die installierte Leistung steigt. Genau deshalb sagt die Anzahl allein wenig aus.

Neue Anlagen haben größere Rotordurchmesser und höhere Türme, was gleichmäßigere Erträge ermöglicht. Der Flächenbedarf je erzeugter Kilowattstunde sinkt. Das ist einer der wichtigsten Effizienzgewinne der letzten Jahre.

Für Kommunen bedeutet Repowering neue Genehmigungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit. Abstandsregeln und Naturschutz werden dabei neu geprüft. Diese Verfahren dauern häufig Jahre.

Genehmigung und Abstände

Windenergieanlagen ab einer bestimmten Höhe werden nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigt. Geprüft werden unter anderem Schall, Schattenwurf, Naturschutz und Standsicherheit. Das Verfahren umfasst eine Öffentlichkeitsbeteiligung.

Mindestabstände zur Wohnbebauung sind Ländersache und unterscheiden sich erheblich. Einzelne Länder haben pauschale Abstände eingeführt, andere entscheiden im Einzelfall. Diese Unterschiede prägen den Ausbau.

Der Bund hat Flächenziele für die Länder festgelegt, die einen bestimmten Anteil der Landesfläche für Windenergie vorsehen. Werden sie nicht erreicht, greifen erleichterte Genehmigungsregeln. Diese Systematik ist neu.

Naturschutz und Konflikte

Der häufigste Konflikt betrifft Vögel und Fledermäuse. Untersuchungen zeigen artspezifische Risiken, die durch Standortwahl, Abschaltzeiten und technische Systeme verringert werden können. Solche Auflagen sind in Genehmigungen üblich.

Abschaltungen zu bestimmten Zeiten kosten Ertrag, verringern aber Kollisionen deutlich. Automatische Erkennungssysteme werden erprobt. Ihre Zulassung ist Gegenstand laufender Verfahren.

Beim Schallschutz gelten Immissionsrichtwerte, die nachts strenger sind. Infraschall wurde mehrfach untersucht; nach dem Stand der Forschung liegen die Pegel unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Diese Ergebnisse sind veröffentlicht.

Was Anlagen kosten und einbringen

Die Investitionskosten liegen bei modernen Anlagen im Millionenbereich je Anlage, abhängig von Größe und Erschließung. Refinanziert werden sie über Stromverkauf und Marktprämien. Die Vergütung wird über Ausschreibungen ermittelt.

Kommunen können an Anlagen finanziell beteiligt werden, was gesetzlich vorgesehen ist. Auch Bürgerenergiegesellschaften können sich beteiligen. Beides soll die Akzeptanz erhöhen.

Nach etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren endet die technische Lebensdauer. Der Rückbau ist verpflichtend und muss finanziell abgesichert sein. Diese Sicherheitsleistung wird bei der Genehmigung verlangt.

Wo die aktuellen Zahlen stehen

Verbindliche Angaben zu Bestand und Leistung veröffentlicht die Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister, in dem jede Anlage einzeln erfasst ist. Das Register ist öffentlich und tagesaktuell. Es ist die maßgebliche Quelle.

Ergänzend veröffentlichen Fachverbände Auswertungen mit Zubau, Rückbau und Verteilung nach Bundesländern. Diese Berichte erscheinen halbjährlich. Sie sind gut aufbereitet.

Zahlen aus Artikeln ohne Datum sind schnell überholt, weil der Bestand sich laufend ändert. Ein Blick ins Register liefert den aktuellen Stand. Das dauert wenige Minuten.

Wie viel Strom sie liefern

Der Beitrag der Windenergie zur öffentlichen Stromerzeugung schwankt stark mit dem Wetter und liegt über das Jahr betrachtet im Bereich eines Viertels bis eines Drittels. An windigen Tagen kann er zeitweise deutlich höher liegen. Tagesaktuelle Werte veröffentlichen Forschungsinstitute frei zugänglich.

Weil Wind nicht steuerbar ist, braucht das System Speicher, flexible Kraftwerke und Netzausbau. Diese drei Bausteine bestimmen, wie viel Windstrom nutzbar ist. Über ihre Ausgestaltung wird politisch gestritten.

Abregelungen bei Netzengpässen führen dazu, dass Anlagen zeitweise abgeschaltet werden, obwohl Wind weht. Die dabei entgangenen Mengen werden erfasst und vergütet. Auch diese Zahlen sind öffentlich.

Häufige Fragen

Wie hoch ist ein modernes Windrad?

Nabenhöhen von 130 bis 165 Metern sind üblich, mit Rotorblatt kommen über 200 Meter Gesamthöhe zusammen.

Wie lange hält eine Anlage?

Ausgelegt sind sie auf etwa 20 bis 25 Jahre.

Was passiert mit alten Anlagen?

Sie werden zurückgebaut; Stahl und Beton lassen sich recyceln, die Rotorblätter aus Verbundwerkstoff sind schwieriger.

Wie viele Haushalte versorgt eine Anlage?

Eine moderne Anlage an Land deckt rechnerisch den Jahresbedarf mehrerer tausend Haushalte.

Warum sagt die Anzahl wenig aus?

Weil neue Anlagen deutlich leistungsstärker sind.

Wer genehmigt Windenergieanlagen?

Die zuständige Behörde nach Immissionsschutzrecht.

Wo stehen tagesaktuelle Zahlen?

Im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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