Wie viele Propheten gibt es im Islam? 25 werden genannt

Kurz gesagt: Der Koran nennt 25 Propheten namentlich. Die islamische Überlieferung geht von weit mehr aus — genannt werden häufig 124.000 Propheten, von denen die meisten unbekannt geblieben sind. Eine verbindliche Gesamtzahl gibt es im Koran selbst nicht.

Die 25 aus dem Koran

Namentlich erwähnt werden unter anderem Adam, Nuh, Ibrahim, Ismail, Ishaq, Yaqub, Yusuf, Musa, Harun, Dawud, Sulaiman, Ayyub, Yunus, Zakariya, Yahya, Isa und Muhammad.

Viele dieser Namen entsprechen Gestalten aus der Bibel: Nuh ist Noah, Musa ist Mose, Isa ist Jesus, Dawud ist David.

Einige sind spezifisch koranisch, etwa Hud, Salih und Schuaib. Sie werden arabischen Völkern zugeordnet, denen sie gepredigt haben sollen.

Warum 124.000

Die Zahl stammt aus Überlieferungen, die dem Propheten Muhammad zugeschrieben werden. Sie soll ausdrücken, dass kein Volk ohne Warner geblieben ist.

Der Koran formuliert denselben Gedanken ohne Zahl: Zu jeder Gemeinschaft sei ein Gesandter geschickt worden. Wie viele das waren, bleibt offen.

Die 124.000 ist deshalb keine Statistik, sondern eine theologische Aussage über die Reichweite der Botschaft. Gelehrte behandeln sie entsprechend zurückhaltend.

Nabi und Rasul

Die arabische Sprache unterscheidet zwei Begriffe. Ein Nabi ist ein Prophet, der eine bestehende Botschaft weitergibt.

Ein Rasul ist ein Gesandter, der zusätzlich eine Schrift oder ein Gesetz überbringt. Jeder Rasul ist ein Nabi, aber nicht umgekehrt.

Als Gesandte mit eigener Schrift gelten unter anderem Musa mit der Tora, Dawud mit den Psalmen, Isa mit dem Evangelium und Muhammad mit dem Koran.

Die fünf Standhaften

Eine besondere Gruppe bilden die als Ulu al-Azm bezeichneten Propheten, deren Name mit „die von festem Entschluss“ übersetzt wird.

Dazu zählen üblicherweise Nuh, Ibrahim, Musa, Isa und Muhammad. Ihnen wird eine besondere Standhaftigkeit gegenüber Widerstand zugeschrieben.

Diese Fünfergruppe ist in der islamischen Theologie weit verbreitet, auch wenn der Koran den Ausdruck nur an wenigen Stellen verwendet.

Das Siegel der Propheten

Muhammad gilt im Islam als letzter Prophet. Der Koran nennt ihn das „Siegel der Propheten“, was so verstanden wird, dass nach ihm keiner mehr kommt.

Diese Aussage ist theologisch zentral und markiert einen wesentlichen Unterschied zu Bewegungen, die nach dem siebten Jahrhundert weitere Propheten annahmen.

Genau an diesem Punkt entstanden historisch die schärfsten Abgrenzungen innerhalb und außerhalb der islamischen Gemeinschaft.

Was Propheten im Islam ausmacht

  • Sie werden von Gott berufen, nicht selbst gewählt
  • Sie sind Menschen, keine göttlichen Wesen
  • Sie überbringen dieselbe Grundbotschaft vom einen Gott
  • Sie gelten als vor schwerer Sünde bewahrt
  • Ihre Ablehnung durch das eigene Volk ist ein wiederkehrendes Motiv

Isa im Koran

Jesus nimmt im Koran eine hervorgehobene Stellung ein. Er wird als von einer Jungfrau geboren beschrieben und wirkt Wunder mit Gottes Erlaubnis.

Als Sohn Gottes wird er ausdrücklich nicht verstanden. Der Koran betont an mehreren Stellen, dass Gott keinen Sohn hat.

Auch der Kreuzestod wird im Koran anders dargestellt als im Neuen Testament. Diese Stelle gehört zu den meistdiskutierten Passagen überhaupt.

Frauen in der Prophetenfrage

Ob es weibliche Prophetinnen gab, wird unter Gelehrten unterschiedlich beantwortet. Der Koran erwähnt Maryam, die Mutter Isas, mit besonderer Auszeichnung.

Ein Teil der Gelehrten sieht darin eine Form prophetischer Berufung, die Mehrheitsmeinung beschränkt das Prophetentum jedoch auf Männer.

Unstrittig ist die herausgehobene Rolle Maryams: Sie ist die einzige Frau, die im Koran namentlich genannt wird.

Der Vergleich mit Judentum und Christentum

Alle drei Traditionen kennen Prophetie, ziehen die Linie aber unterschiedlich. Im Judentum bilden die Prophetenbücher einen eigenen Teil der Bibel.

Das Christentum sieht in Jesus mehr als einen Propheten und betrachtet die Prophetie des Alten Bundes als auf ihn hinführend.

Der Islam ordnet alle drei in eine Reihe: dieselbe Botschaft, immer wieder neu überbracht, zuletzt durch Muhammad.

Die Namen im Einzelnen

Die 25 genannten sind Adam, Idris, Nuh, Hud, Salih, Ibrahim, Lut, Ismail, Ishaq, Yaqub, Yusuf, Ayyub und Schuaib.

Dazu kommen Musa, Harun, Dhul-Kifl, Dawud, Sulaiman, Ilyas, al-Yasa, Yunus, Zakariya, Yahya, Isa und Muhammad.

Einige weitere Gestalten werden erwähnt, ohne dass eindeutig ist, ob sie als Propheten gelten — etwa Luqman und der als al-Chidr bekannte Begleiter Musas.

Die Schriften

Der Koran nennt vier offenbarte Schriften: die Suhuf Ibrahims, die Tora bei Musa, die Psalmen bei Dawud und das Evangelium bei Isa.

Nach islamischem Verständnis stammen alle vier von Gott, wurden aber im Lauf der Zeit verändert. Der Koran gilt als abschließende und unverfälschte Offenbarung.

Aus dieser Sicht ergibt sich die Vorstellung einer durchgehenden Kette: dieselbe Botschaft, überbracht von immer neuen Propheten an immer neue Völker.

Die Bedeutung im Alltag

Der Glaube an die Propheten gehört zu den sechs Glaubensartikeln des Islam. Wer einen von ihnen ablehnt, lehnt nach traditionellem Verständnis alle ab.

Beim Nennen ihrer Namen ist die Segensformel üblich, im Deutschen meist wiedergegeben als „Friede sei mit ihm“. Sie wird auch für Musa oder Isa gesprochen.

Prophetengeschichten sind ein fester Bestandteil des Religionsunterrichts und werden Kindern früh erzählt — vielfach dieselben Erzählungen, die auch in Bibel und Tora stehen.

Häufige Fragen

Wie viele Propheten nennt der Koran?

25 mit Namen.

Woher kommt die Zahl 124.000?

Aus Überlieferungen, nicht aus dem Koran.

Was unterscheidet Nabi und Rasul?

Ein Rasul bringt zusätzlich eine Schrift.

Wer sind die fünf Standhaften?

Nuh, Ibrahim, Musa, Isa und Muhammad.

Ist Jesus ein Prophet im Islam?

Ja, als Isa, aber nicht als Sohn Gottes.

Wer ist der letzte Prophet?

Muhammad, das Siegel der Propheten.

Gibt es Prophetinnen?

Umstritten; die Mehrheitsmeinung sagt nein.

Sind die Namen biblisch?

Viele ja, einige sind spezifisch koranisch.

Wie viele Schriften nennt der Koran?

Vier: Suhuf, Tora, Psalmen und Evangelium.

Ist der Prophetenglaube Pflicht?

Ja, er gehört zu den sechs Glaubensartikeln.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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