Warum ist das Meer salzig? Die Herkunft des Salzes

Kurz gesagt: Das Salz stammt aus verwitterndem Gestein an Land und aus unterseeischen Vulkanen. Flüsse tragen gelöste Mineralien ins Meer; das Wasser verdunstet, das Salz bleibt zurück. Über Jahrmillionen hat es sich angereichert – der Salzgehalt liegt im Mittel bei etwa 3,5 Prozent.

Flüsse sind nicht salzfrei. Sie tragen nur so wenig Salz, dass man es nicht schmeckt.

Woher das Salz kommt

Verwitterung. Regenwasser ist leicht sauer und löst Mineralien aus Gestein. Flüsse transportieren sie ins Meer – Natrium, Chlorid, Magnesium, Calcium.

Unterseeische Vulkane und hydrothermale Quellen. Sie geben Mineralien direkt ins Meerwasser ab. Nach heutigem Verständnis stammt ein erheblicher Teil des Chlorids aus dieser Quelle.

Beide Prozesse laufen seit Milliarden Jahren.

Warum es sich anreichert

Wasser verdunstet aus dem Meer und fällt als Regen wieder – aber ohne das Salz. Es bleibt zurück.

Flüsse führen ständig neues Salz zu, verlieren aber keines. So steigt die Konzentration im Meer, während Flüsse und Seen mit Abfluss süß bleiben.

Der Salzgehalt der Meere ist heute weitgehend stabil: Etwa so viel Salz, wie zugeführt wird, lagert sich am Meeresboden ab oder wird über geologische Prozesse gebunden.

Wie viel Salz

Im Mittel 35 Gramm je Liter – also 3,5 Prozent. Ein Liter Meerwasser enthält etwa sechs Teelöffel Salz.

Der Wert schwankt: Die Ostsee kommt in Teilen auf unter 1 Prozent, das Rote Meer auf über 4 Prozent. Entscheidend sind Süßwasserzufluss, Verdunstung und der Austausch mit dem offenen Meer.

Warum das Tote Meer so salzig ist

Es hat keinen Abfluss. Wasser kommt nur über den Jordan hinein und verlässt es ausschließlich durch Verdunstung.

In der heißen Region verdunstet sehr viel – das Salz bleibt vollständig zurück. Der Salzgehalt liegt bei rund 30 Prozent, fast zehnmal so hoch wie im Ozean. Deshalb trägt das Wasser den Körper.

Dasselbe Prinzip erklärt den Großen Salzsee in Utah und den Kaspischen Wasserhaushalt.

Warum man Meerwasser nicht trinken kann

Die Nieren können Urin nur bis zu einer bestimmten Salzkonzentration ausscheiden – und die liegt unter der von Meerwasser.

Um das aufgenommene Salz loszuwerden, müsste der Körper mehr Wasser ausscheiden, als er getrunken hat. Man dehydriert also schneller, als wenn man nichts trinkt.

Woraus Meersalz besteht

Meerwasser enthält überwiegend Natriumchlorid, daneben Magnesium, Calcium, Kalium und Sulfat. Diese Zusammensetzung ist weltweit erstaunlich konstant, auch wenn der Gesamtgehalt schwankt. Das nennt man das Prinzip der konstanten Proportionen.

Der Salzgehalt liegt im Mittel bei etwa fünfunddreißig Gramm je Liter, in der Ostsee deutlich darunter, im Roten Meer darüber. Ursache sind Zuflüsse, Niederschlag und Verdunstung. Diese drei Faktoren bestimmen die regionalen Unterschiede.

Gewonnen wird Meersalz durch Verdunstung in flachen Becken, wobei Sonne und Wind die Arbeit übernehmen. Steinsalz stammt dagegen aus Lagerstätten eingedampfter Urmeere. Chemisch unterscheiden sich beide kaum.

Wie das Salz den Ozean antreibt

Unterschiede in Salzgehalt und Temperatur erzeugen Dichteunterschiede, die große Meeresströmungen antreiben. Kaltes, salzreiches Wasser sinkt ab und wird in der Tiefe weitertransportiert. Dieses System verteilt Wärme über den Planeten.

Schmelzwasser aus Eisschilden verringert den Salzgehalt lokal und kann diese Zirkulation beeinflussen. Ob und wie stark, wird intensiv erforscht. Messreihen dazu laufen seit Jahrzehnten.

Für das Klima in Nordwesteuropa ist dieser Zusammenhang besonders relevant. Deshalb wird die Strömung im Nordatlantik dauerhaft überwacht. Die Daten sind öffentlich zugänglich.

Leben im Salzwasser

Meerestiere regulieren ihren Salzhaushalt auf unterschiedliche Weise: Knochenfische trinken Meerwasser und scheiden Salz über Kiemen aus, Knorpelfische halten Harnstoff im Blut. Beide Strategien haben sich unabhängig entwickelt. Sie sind gut untersucht.

Seevögel besitzen Salzdrüsen, über die sie überschüssiges Salz ausscheiden. Diese Drüsen sitzen nahe den Augen. Man erkennt sie an tropfenden Nasenöffnungen.

Wanderfische wie Lachs und Aal wechseln zwischen Süß- und Salzwasser und stellen ihren Stoffwechsel dafür um. Diese Umstellung dauert Tage. Sie ist eine bemerkenswerte Anpassungsleistung.

Meerwasser trinkbar machen

Entsalzungsanlagen arbeiten überwiegend mit Umkehrosmose, bei der Wasser unter hohem Druck durch Membranen gepresst wird. Ältere Anlagen nutzen thermische Verfahren mit Verdampfung. Beide brauchen erhebliche Energiemengen.

In wasserarmen Regionen decken solche Anlagen einen wesentlichen Teil der Versorgung. Das anfallende Konzentrat wird ins Meer zurückgeleitet, was lokal die Umwelt belastet. Über diese Folgen wird fachlich diskutiert.

Für Notfälle auf See gibt es kleine Handpumpen mit Membranen. Sie liefern geringe Mengen unter großem Aufwand. Als dauerhafte Lösung taugen sie nicht.

Salz in der Ernährung

Fachgesellschaften empfehlen für Erwachsene eine tägliche Aufnahme von höchstens etwa sechs Gramm Kochsalz. In Deutschland liegt die tatsächliche Zufuhr deutlich darüber. Der größte Teil stammt aus verarbeiteten Lebensmitteln, nicht aus dem Salzstreuer.

Ein hoher Konsum ist mit erhöhtem Blutdruck verbunden, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigert. Dieser Zusammenhang ist gut belegt. Die Wirkung unterscheidet sich individuell.

Meersalz und Steinsalz unterscheiden sich im Natriumgehalt kaum, weshalb der gesundheitliche Unterschied gering ist. Jodiertes Speisesalz ist in Deutschland empfohlen, weil die Jodversorgung sonst häufig zu niedrig ist. Darauf weisen Fachgesellschaften ausdrücklich hin.

Wie der Salzgehalt gemessen wird

Bestimmt wird er heute meist über die elektrische Leitfähigkeit, weil Salzwasser Strom besser leitet als reines Wasser. Aus Leitfähigkeit, Temperatur und Druck berechnen Geräte den Salzgehalt. Diese Methode ist schnell und genau.

Weltweit erfassen treibende Messbojen und Forschungsschiffe diese Werte laufend. Die Daten fließen in Klimamodelle ein und sind frei zugänglich. Sie reichen inzwischen Jahrzehnte zurück.

Häufige Fragen

Wird das Meer immer salziger?

Nein, der Gehalt ist seit langer Zeit weitgehend stabil.

Warum sind Flüsse nicht salzig?

Weil sie ständig abfließen und das Salz weitertransportieren.

Welches Meer ist am salzigsten?

Von den offenen Meeren das Rote Meer; das Tote Meer ist ein See ohne Abfluss.

Kann man aus Meerwasser Trinkwasser machen?

Ja, durch Entsalzungsanlagen – energieaufwendig, aber in vielen trockenen Regionen im Einsatz.

Wie viel Salz enthält Meerwasser?

Im Mittel etwa 35 Gramm je Liter.

Warum treibt Salz Strömungen an?

Es erzeugt Dichteunterschiede im Wasser.

Wie wird Meerwasser trinkbar?

Meist über Umkehrosmose unter hohem Druck.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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