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Kurzantwort: Abi ist die umgangssprachliche Kurzform von Abitur. Gemeint ist der Schulabschluss, der in Deutschland zum Studium an jeder Hochschule berechtigt. Sein amtlicher Name lautet allgemeine Hochschulreife. Die Note entsteht aus höchstens 900 Punkten, ab 300 Punkten gilt die Prüfung als bestanden.
Im Schulalltag sagt kaum jemand Abitur. Es heißt Abi-Ball, Abi-Zeitung, Abi-Streich. Die Kurzform hat sich so festgesetzt, dass sie auch in Stellenanzeigen und Elternbriefen auftaucht.
Auf dem Zeugnis steht sie trotzdem nie. Dort findest du die lange Bezeichnung, meist zusammen mit dem Zusatz allgemeine Hochschulreife und einer Note mit einer Nachkommastelle.
Wofür die drei Buchstaben stehen, wie die Note zustande kommt und welche Wege zum Abschluss führen, liest du hier.
Wofür Abi die Abkürzung ist
Abi steht für Abitur. Mehr steckt nicht dahinter. Es ist eine reine Sprechabkürzung, wie Uni für Universität oder Mathe für Mathematik.
Das Wort ist sächlich: das Abi, wie das Abitur. Einen gebräuchlichen Plural gibt es nicht, weil jeder den Abschluss nur einmal macht.
Verwandte Kurzformen begegnen dir ständig. Fachabi meint die Fachhochschulreife, Abiturient die Person in der Prüfungsphase, Abischnitt die Durchschnittsnote auf dem Zeugnis.
In der Schweiz und in Österreich funktioniert die Abkürzung nicht. Dort heißt der Abschluss Maturität beziehungsweise Matura, verkürzt zur Matu.
Ein Zusatz auf dem Zeugnis sorgt regelmäßig für Verwirrung: Die Durchschnittsnote wird mit einer Nachkommastelle angegeben, etwa 2,3. Die Punktzahl dahinter steht meist in Klammern.
Woher das Wort Abitur kommt
Die Wurzel ist lateinisch. „Abiturus“ ist das Partizip Futur von „abire“, also weggehen. Wörtlich bezeichnet es jemanden, der weggehen wird.
Gemeint war der Schüler, der die Schule bald verlässt. Die Prüfung hieß in der lateinischen Schultradition „examen abiturientium“, die Prüfung der Abgehenden.
Daraus wurde im Deutschen das Abitur. Der Abiturient trägt dieselbe Wurzel und heißt damit im Wortsinn der Weggehende.
Preußen führte die Prüfung 1788 als Reifeprüfung ein, zunächst ohne Monopol auf den Hochschulzugang. Verbindlich für alle Studienanfänger wurde sie erst im 19. Jahrhundert.
Bis heute hält sich der Ausdruck Reifeprüfung als Nebenform. In Gesetzestexten einiger Bundesländer und in älteren Zeugnissen steht er anstelle von Abiturprüfung.
Wozu das Abi berechtigt
Die allgemeine Hochschulreife öffnet jedes Fach an jeder Universität und Fachhochschule in Deutschland. Zulassungsgrenzen wie ein Numerus clausus bleiben davon unberührt.
Daneben stehen zwei kleinere Berechtigungen. Die fachgebundene Hochschulreife gilt nur für bestimmte Studiengänge, die Fachhochschulreife nur für Fachhochschulen.
Welche Variante auf dem Zeugnis steht, hängt von den belegten Kursen und den abgelegten Prüfungen ab. Wer den schulischen Teil der Fachhochschulreife hat, braucht zusätzlich ein Praktikum oder eine Ausbildung.
Auch ohne Abi ist ein Studium möglich. Meisterinnen, Technikerinnen und Fachwirte kommen über beruflich erworbene Zugänge an die Hochschule, geregelt in den Hochschulgesetzen der Länder.
Für einige Berufswege zählt das Abi unabhängig vom Studium. Der gehobene Verwaltungsdienst, die Offizierslaufbahn und viele duale Studiengänge setzen die Hochschulreife voraus.
Wie die Abinote berechnet wird
Die Gesamtqualifikation besteht aus zwei Blöcken. Block I sind die Kursergebnisse der Qualifikationsphase und bringt höchstens 600 Punkte.
Block II ist die Abiturprüfung selbst und bringt höchstens 300 Punkte. Zusammen sind 900 Punkte erreichbar, die Prüfung zählt also ein Drittel.
Ab 300 Punkten ist bestanden, das entspricht der Note 4,0. Für die Bestnote 1,0 sind 823 Punkte nötig.
Den Rahmen setzt die Kultusministerkonferenz. Welche Kurse eingebracht werden müssen und wie viele Prüfungen anstehen, regelt jedes Bundesland in einer eigenen Verordnung.
Verrechnet wird in Punkten, nicht in Schulnoten. Fünfzehn Punkte entsprechen einer Eins plus, null Punkte einer Sechs. Ein Kurs mit null Punkten gilt als nicht belegt.
Wie lange die Schulzeit bis zum Abi dauert
Der Abschluss wird nach zwölf oder dreizehn Schuljahren abgelegt. Beide Modelle laufen in Deutschland nebeneinander, teils sogar innerhalb eines Bundeslandes.
Die verkürzte Variante heißt G8, die längere G9. Nach Jahren mit G8 sind mehrere Länder wieder zu G9 zurückgekehrt, weil Eltern und Lehrkräfte über die Stofffülle klagten.
Die letzten beiden Jahre heißen Qualifikationsphase, davor liegt die Einführungsphase. Erst die Halbjahresnoten der Qualifikationsphase zählen für die Abiturnote.
Geprüft wird schriftlich und mündlich, meist in vier oder fünf Fächern. Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache sind fast überall dabei.
Das Prüfungsergebnis wird im Frühjahr oder Frühsommer bekannt gegeben. Die Zeugnisausgabe liegt in den meisten Ländern zwischen März und Juli, abhängig vom Ferienrhythmus.
Welche Wege es neben dem Gymnasium gibt
Gesamtschulen und berufliche Gymnasien führen ebenfalls zur Hochschulreife. An beruflichen Gymnasien kommt ein Schwerpunkt dazu, etwa Wirtschaft, Technik, Ernährung oder Gesundheit.
Erwachsene holen den Abschluss am Abendgymnasium oder am Kolleg nach. Das Abendgymnasium läuft neben dem Beruf, das Kolleg in Vollzeit ohne Berufstätigkeit.
Wer ganz ohne Schulbesuch antritt, meldet sich zur Nichtschülerprüfung an, auch Externenprüfung genannt. Sie wird von der Schulbehörde abgenommen und ist inhaltlich dieselbe Prüfung.
Das Zeugnis unterscheidet diese Wege nicht in seiner Wirkung. Eine allgemeine Hochschulreife vom Abendgymnasium berechtigt genauso zum Studium wie eine vom Gymnasium.
Ein zweiter Bildungsweg dauert je nach Vorbildung drei bis vier Jahre. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringt, kann Teile davon angerechnet bekommen.
Häufige Fragen
Heißt es das Abi oder der Abi?
Das Abi. Die Kurzform übernimmt das Geschlecht von das Abitur.
Wie viele Punkte braucht man für eine 1,0?
823 von 900 Punkten. Bestanden ist die Prüfung bereits ab 300 Punkten.
Ist das Abi in allen Bundesländern gleich?
Der Abschluss wird bundesweit anerkannt. Die Prüfungen unterscheiden sich trotzdem, weil jedes Land eigene Vorgaben und eigene Aufgaben hat.
Was ist der Unterschied zwischen Abi und Fachabi?
Das Abi berechtigt zum Studium an Universitäten und Fachhochschulen. Die Fachhochschulreife gilt nur für Fachhochschulen.
Was bedeutet Abiturient?
Die Bezeichnung für jemanden, der die Abiturprüfung ablegt. Sie geht auf dieselbe lateinische Wurzel zurück wie Abitur.
Kann man das Abi wiederholen?
Eine nicht bestandene Prüfung darf in der Regel einmal wiederholt werden. Die Einzelheiten stehen in der Abiturverordnung des jeweiligen Bundeslandes.
Quellen
- Abitur, Wikipedia
- Abitur im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache
- Abitur, Duden online
- Abendgymnasium, Wikipedia
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Geschrieben von Clara, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






