Wie viele Schüler gibt es in Deutschland? Rund 11 Millionen

Kurz gesagt: In Deutschland besuchen rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler eine Schule. Davon entfallen etwa 8,8 Millionen auf allgemeinbildende und rund 2,4 Millionen auf berufliche Schulen. Nach Jahren des Rückgangs steigt die Zahl seit Mitte der 2010er Jahre wieder.

Die Aufteilung

Allgemeinbildende Schulen umfassen Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Förderschulen. Sie stellen mit rund 8,8 Millionen den größten Teil. Die Grundschule allein besuchen etwa drei Millionen Kinder.

Berufliche Schulen umfassen Berufsschulen im dualen System, Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen. Dort lernen rund 2,4 Millionen Menschen, häufig parallel zu einer Ausbildung. Ein Teil von ihnen ist bereits erwachsen.

Weil manche Bildungsgänge doppelt erfasst werden können, schwanken Gesamtzahlen zwischen Quellen leicht. Die Größenordnung von elf Millionen ist aber stabil. Sie entspricht etwa einem Achtel der Bevölkerung.

Warum die Zahl wieder steigt

Von den neunziger Jahren bis etwa 2015 sank die Schülerzahl deutlich, weil geburtenschwache Jahrgänge nachrückten. Schulen wurden geschlossen, Lehrkräfte weniger eingestellt. Diese Entwicklung galt lange als dauerhaft.

Seither steigt die Zahl wieder, bedingt durch etwas höhere Geburtenzahlen und durch Zuwanderung. Besonders die Grundschulen spüren das zuerst, weil sie am Anfang der Kette stehen. Der Effekt wandert dann durch die Schulformen nach oben.

Vorausberechnungen der Kultusministerkonferenz gehen von weiterhin hohen Zahlen aus. Für die Personalplanung ist das entscheidend. Der Lehrkräftebedarf richtet sich unmittelbar danach.

Der Lehrkräftemangel

Steigende Schülerzahlen treffen auf eine Lehrergeneration, die in großer Zahl in den Ruhestand geht. Daraus ergibt sich ein Bedarf, den die Zahl der Absolventen des Lehramtsstudiums nicht deckt. Besonders betroffen sind Grundschulen, Förderschulen und berufliche Schulen.

Regional fällt der Mangel sehr unterschiedlich aus: In Ballungsräumen und ostdeutschen Flächenländern ist er größer als in einzelnen westdeutschen Regionen. Auch nach Fächern gibt es starke Unterschiede. Mathematik, Physik und Informatik sind besonders knapp.

Als Reaktion werden Quereinsteiger eingestellt, Stundendeputate erhöht und Klassen vergrößert. Alle drei Maßnahmen sind umstritten. Eine kurzfristige Lösung ist nicht in Sicht.

Die Zahl der Schulen

Es gibt rund 32.000 allgemeinbildende und etwa 8.000 berufliche Schulen in Deutschland. Auch diese Zahl ist über Jahrzehnte gesunken, vor allem durch Schließungen kleiner Standorte im ländlichen Raum. In manchen Regionen sind die Wege dadurch deutlich länger geworden.

Die durchschnittliche Klassengröße liegt in Grundschulen bei rund zwanzig, in weiterführenden Schulen etwas darüber. Zwischen den Ländern und zwischen Stadt und Land gibt es erhebliche Unterschiede. Vorgaben zur Höchstgröße setzen die Länder selbst.

Etwa jede zehnte Schule ist in freier Trägerschaft. Ihr Anteil ist seit den neunziger Jahren gestiegen, besonders in Ostdeutschland. Auch dort gilt die staatliche Schulaufsicht.

Schulpflicht in Deutschland

Alle Kinder unterliegen der Schulpflicht, deren genaue Ausgestaltung Ländersache ist. Sie beginnt üblicherweise mit sechs Jahren und umfasst neun oder zehn Jahre Vollzeitschulpflicht, gefolgt von der Berufsschulpflicht. Hausunterricht als Ersatz ist in Deutschland nicht zulässig.

Diese Regelung unterscheidet Deutschland von mehreren Nachbarländern, in denen eine Bildungspflicht statt einer Schulpflicht gilt. Gerichte haben die deutsche Regelung mehrfach bestätigt. Ausnahmen gibt es nur in eng begrenzten Fällen.

Die Schulpflicht gilt auch für Kinder ohne deutsche Staatsangehörigkeit und unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Der Zeitpunkt des Schulbeginns nach der Ankunft unterscheidet sich je nach Land. Vorbereitungsklassen sind verbreitet.

Wie sich die Schulformen verteilen

Nach der Grundschule wechseln die Kinder auf weiterführende Schulen, wobei die Gymnasialquote in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist. In mehreren Ländern besucht inzwischen rund die Hälfte eines Jahrgangs ein Gymnasium. Die Hauptschule ist vielerorts verschwunden oder in Verbundschulen aufgegangen.

Die Schulstruktur unterscheidet sich zwischen den Ländern erheblich, von zwei- bis zu viergliedrigen Systemen. Auch die Bezeichnungen weichen ab. Ein Umzug zwischen Bundesländern ist deshalb für Familien häufig aufwendig.

Die Kultusministerkonferenz sorgt für gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen. Vergleichbarkeit im Detail bleibt trotzdem ein Dauerthema. Bildungsstudien setzen genau hier an.

Wo die Zahlen stehen

Die amtliche Schulstatistik führt das Statistische Bundesamt gemeinsam mit den Landesämtern, jeweils zum Schuljahresbeginn. Veröffentlicht werden Zahlen nach Schulform, Land, Geschlecht und Staatsangehörigkeit. Die Daten sind frei zugänglich.

Vorausberechnungen zu Schülerzahlen und Lehrkräftebedarf veröffentlicht die Kultusministerkonferenz in regelmäßigen Abständen. Sie reichen mehrere Jahre in die Zukunft. Für Planungen sind sie die maßgebliche Grundlage.

Wer eine Zahl zitiert, sollte das Schuljahr angeben. Die Werte ändern sich jährlich. Ohne Jahresangabe ist eine Zahl kaum überprüfbar.

Ganztag und Betreuung

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler in Ganztagsangeboten ist über die letzten zwei Jahrzehnte stark gestiegen und liegt bundesweit inzwischen bei rund der Hälfte. Zwischen den Ländern gibt es dabei große Unterschiede. Im Osten ist der Anteil traditionell höher.

Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt schrittweise ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter, beginnend mit der ersten Klasse. Er wird jahrgangsweise ausgeweitet. Kommunen und Länder bauen dafür Plätze und Personal auf.

Der Anspruch trifft auf denselben Fachkräftemangel wie der Unterricht selbst. Räume, Küchen und Personal fehlen vielerorts. Die Umsetzung gilt als eine der größten bildungspolitischen Aufgaben der kommenden Jahre.

Abschlüsse und Übergänge

Rund ein Drittel eines Jahrgangs erwirbt die allgemeine Hochschulreife, weitere große Anteile den mittleren Abschluss. Der Anteil ohne Abschluss liegt bundesweit im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und ist regional sehr unterschiedlich. Er gilt als zentraler Indikator für Bildungsgerechtigkeit.

Nach der Schule folgt entweder eine Ausbildung, ein Studium oder ein Übergangsbereich mit vorbereitenden Maßnahmen. Der Übergangsbereich umfasst mehrere hunderttausend junge Menschen. Er soll Anschlüsse schaffen, wo der direkte Einstieg nicht gelingt.

Die Zahlen dazu veröffentlichen Statistisches Bundesamt und Bundesinstitut für Berufsbildung jährlich. Sie zeigen deutliche Unterschiede nach Herkunft und Region. Genau diese Unterschiede stehen im Zentrum der Bildungsdebatte.

Häufige Fragen

Wie viele Schüler gibt es in Deutschland?

Rund elf Millionen.

Wie viele davon an allgemeinbildenden Schulen?

Etwa 8,8 Millionen.

Steigt die Zahl?

Ja, seit Mitte der 2010er Jahre wieder.

Wie viele Schulen gibt es?

Rund 32.000 allgemeinbildende und 8.000 berufliche.

Wie groß ist eine Klasse im Schnitt?

In Grundschulen rund zwanzig Kinder.

Gibt es Schulpflicht?

Ja, Hausunterricht als Ersatz ist nicht zulässig.

Wie viele Schulen sind in freier Trägerschaft?

Etwa jede zehnte.

Wo stehen die amtlichen Zahlen?

In der Schulstatistik des Statistischen Bundesamts.

Wie viele Kinder sind im Ganztag?

Rund die Hälfte.

Gibt es einen Rechtsanspruch auf Ganztag?

Ab dem Schuljahr 2026/27 schrittweise.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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